Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Wolf Biermann: "Grosser Gesang des Jizchak Katzenelson Vom ausgerotteten jüdischen Volk" in Wien Wolf Biermann: "Grosser Gesang des Jizchak Katzenelson Vom ausgerotteten...Wolf Biermann: "Grosser...

Wolf Biermann: "Grosser Gesang des Jizchak Katzenelson Vom ausgerotteten jüdischen Volk" in Wien

Volkstheater Wien, 7. November 2010, 11.00 Uhr

 

Das Poem des jüdischen Dichters Jizchak Katzenelson berichtet vom elenden Sterben der hilflosen Juden im Holocaust und vom heroischen Sterben der jüdischen Kämpfer beim Aufstand im Warschauer Ghetto.

Katzenelson floh nach dem Einmarsch der Deutschen von Lodz nach Warschau, wo er ins Ghetto geriet. Im Aufstand am 18.4.1943 gehörte er zu den Kämpfern, die alle wussten, dass sie sterben würden. Er aber sollte überleben, um der Welt die unsagbare Wahrheit über den Untergang des jüdischen Volkes mitzuteilen. Katzenelson wurde aus dem Ghetto geschleust und kam mit falschem Pass in ein Sonder-KZ in Frankreich.

 

Dort schrieb er Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk. Es ist ein gewaltiges Gemälde, gemalt mit schwarzen Tränen in den schwarzen Himmel, und dennoch leuchtet ein Licht in dieser Finsternis. Denn Elend und Widerstand sind Wort geworden. Seine schlussendliche Deportation nach Auschwitz hat Katzenelson nicht überlebt. Er wurde am Tag seiner Ankunft, am 1. Mai 1944, zusammen mit seinem Sohn Zwi ermordet.

 

Wolf Biermann, dessen Vater in Auschwitz ermordet wurde, übersetzte das Poem ins Deutsche und sammelte die Spuren des Dichters und seiner Familie. 1999 schuf und vertonte er eine deutsche Nachdichtung der insgesamt 15 Gesänge. Biermann wurde mit allen großen deutschen Literaturpreisen ausgezeichnet.

 

In Zusammenarbeit mit dem Parlament der Republik Österreich. Ehrenschutz: Mag.a Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrats

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 7 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑