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"Woyzeck" von Robert Wilson, Tom Waits & Kathleen Brennan nach Georg Büchner im Schauspiel Hannover

Premiere | Sa 18.02.12 | 19:30 | Schauspielhaus. -----

Woyzeck ist einfacher Soldat. Er liebt Marie. Sie hat ein Kind von ihm, unehelich. Sie braucht Geld, und Geld ist knapp. Woyzecks Sold reicht kaum fürs Überleben.

Um sich etwas hinzuzuverdienen, rasiert er hin und wieder den Hauptmann und stellt sich einem Doktor als Versuchs- und Studienobjekt für dessen undurchsichtige Experimente zur Verfügung. Bei Wohlverhalten erhält er Zulagen. Doch Marie hat neuerdings Augen für einen Tambourmajor und tanzt mit ihm. Mit einem Schlag ist Woyzeck das Leben einsam und sinnlos geworden. Missbraucht von der Welt, verliert er den Verstand. Innere Stimmen weisen ihn an, Marie, die »Zickwolfin«, zu erstechen. Er tut es.

 

Den Stoff fand Büchner in Berichten eines authentischen Falls, der seinerzeit großes Aufsehen erregte und in der Wissenschaft heftigen Streit über die juristische Frage der Zurechnungsfähigkeit auslöste. Das Werk aus dem Jahre 1837 ist Fragment geblieben.

 

Auf Grundlage der überlieferten Fragmente Büchners schrieb Tom Waits mit seiner Frau, der Songtexterin Kathleen Brennan, brutale und empfindsame Songs, die das Innenleben der Figuren nach außen kehren. Das in der Nachfolge von »The Black Rider« entstandene »art musical« in der Regie von Robert Wilson feierte am 18. November 2000 am Betty Nansen Theater in Kopenhagen Uraufführung und wurde mit Lob überschüttet. Jahrelang blieb die Fassung gesperrt. Seit sie 2009 freigegeben wurde, stürmt sie die deutschen Bühnen.

 

Regie Heike Marianne Götze + Bühne Dirk Thiele + Kostüme Inge Gill Klossner / Heike Marianne Götze + Choreographie Salome Schneebeli + Dramaturgie Judith Gerstenberg + Musik Martin A.P. Gantenbein

 

Woyzeck Daniel Nerlich + Marie Lisa Natalie Arnold + Hauptmann Thomas Mehlhorn + Doctor Beatrice Frey + Tambourmajor Dominik Maringer + Andres Raffaele Bonazza + Musiker Laurenz Wannenmacher + Stephan Abel + Lars Ehrhardt + Christian Decker + Christoph Keding + Jörn Marcussen-Wulf

 

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