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6. Internationales Dramatiker|innenfestival | FRAUEN* AM THEATER in Graz - Schauspiel Graz

von 7. bis 12. Juni 2022

Das sechste internationale Dramatiker|innenfestival Graz stellt die Frage, was wir in unserer Welt im Moment vorfinden. Was ist mit unserem Umgang mit dem Klima? Mit den Migrationsbewegungen? Mit der Rolle der Frauen? Und wer erzählt von all dem? Theater geht den Mechanismen hinter dem, was ist, nach. Wer ist dabei, wenn die wichtigen Entscheidungen getroffen werden und wem bleiben die Türen verschlossen?

 

Copyright: Lex Karelly

Dramatische Literatur kann hörbar, sichtbar und erlebbar machen, was politisch gerne ignoriert oder gesellschaftlich marginalisiert wird: Theaterfiguren stehen im Rampenlicht, verkörpern die Welt und erzählen davon. Im Festival verschaffen sich Autor*innen, Theatermacher* innen und andere Künst- ler*innen in Inszenierungen, Präsentationen, Lesungen und Diskussionen Gehör und verweisen mit ihren Gedanken, Fragestellungen und Geschichten auf die Wirklichkeiten, denen wir uns stellen müssen.

Das Internationale Dramatiker|innenfestival wird  organisiert von SCHAUSPIELHAUS GRAZ und DRAMA FORUM von uniT. Die sechste Festival-Ausgabe beschäftigt sich unter dem Titel WIRKLICHKEITEN mit heute weltweit aktuellen Themen wie Klima, Migration und Internationalität sowie der Situation von Frauen und fragt danach, wer unter welchen Bedingungen die Erzählungen darüber prägt.

Das Vorprogramm FRAUEN* AM THEATER findet am 7. Juni im Schauspielhaus statt und beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit von vor allem älteren Frauen auf der Bühne und in der Gesellschaft.

Darüber hinaus sind während des gesamten Festivalzeitraums im Festivalzentrum Heimatsaal zwei Installationen zum Thema zu sehen; zudem inszenieren Catcalls of Graz eine Intervention im öffentlichen Raum gegen sexuelle Belästigung.

Mit der Sichtbarkeit von Frauen beschäftigt sich außerdem die szenische Lesung „Marias Zeugnis“, die der Jungfrau Maria eine Stimme verleiht.

„Der Besuch der alten Damen, Mutter Courage … Linda?“
Eine Diskussion über die Sichtbarkeit von älteren Frauen* im Theater
Die beiden Schauspielerinnen Steffi Krautz und Margarethe Tiesel diskutieren mit den Autorinnen Ariane Koch und Hannah Zufall vor den Aufführungen von „Linda“ und der „Rede zur Lage der Frau“, welche älteren Frauenfiguren es auf und hinter der Bühne gibt und welches Bild von ihnen vermittelt wird – und werden sollte.
Konzept & Moderation Ariane Koch und Hannah Zufall
Mit Steffi Krautz, Margarethe Tiesel und SoSamma-Chor

Di, 7. Juni, 18:00 bis 19:00 Uhr | HAUS ZWEI, Schauspielhaus Graz
„Linda“
Österreichische Erstaufführung | Penelope Skinner | Deutsch von Katharina Pütter
Preisgekrönte Marketingchefin, liebevolle Mutter, hingebungsvolle Ehefrau … Linda Wilde hat es geschafft. „Was kann mich bedrohen?“, fragt sie sich mit Mitte 50 und muss bald darauf feststellen, dass nichts so unsicher ist wie der hart erarbeitete, sicher geglaubte Erfolg. Ein Gesellschaftsstück, das mit Humor und Leichtigkeit Tacheles redet.
Regie Dominique Schnizer Bühne & Kostüme Christin Treunert Musik Bernhard Neumaier Licht Viktor Fellegi Dramaturgie Karla Mäder
Mit Beatrix Doderer, Natalja Joselewitsch, Gerry Landschbauer, Daria von Loewenich, Sarah Sophia Meyer, Bernhard Neumaier, Franz Solar, Iman Tekle, Lukas Walcher, Franz Xaver Zach

Di, 7. Juni, 19:30 bis ca. 22:00 Uhr | HAUS EINS, Schauspielhaus Graz
„Rede zur Lage der Frau“
mit einem Text von Ivana Sajko: „Medea“ (ausgezeichnet mit dem Grazer Frauenpreis 2020)
Gastspiel des Mezzanin Theater
Wie steht es 227 Jahre später mit Olympe de Gouges‘ Forderungen nach Gleichberechtigung, wirtschaftlicher Unabhängigkeit sowie Zugang zu öffentlichen Ämtern für Frauen? Es bleiben Sprachlosigkeit, Wut und starke weibliche Vorbilder – thematisiert am Beispiel der ganz persönlichen Lebenssituation der Schauspielerin.
Regie / Dramaturgie Martina Kolbinger-Reiner
Mit Sandra Lipp

Di, 7. Juni, 20:30 bis ca. 21:30 Uhr | HAUS DREI, Schauspielhaus Graz
„In her* words“
Eine Installation von forced theatre im öffentlichen Raum
Angesichts des Krieges in Europa über weibliche Freiheit sprechen? In einer Zeit, in der Patriarchen erneut über den Weltfrieden bestimmen, ist es wichtig, misogyne Aggressionen, Gewalt und den stereotypen Backlash der Geschlechter nicht aus dem Auge zu verlieren und darüber zu sprechen. Das Ungleichgewicht weiblichen Daseins spiegelt sich in den historischen Setzungen im öffentlichen Raum. Diese werden in der Performance „In her* words“ einer künstlerischen Intervention im Grazer Stadtpark und einer partizipativen Performance im Festivalzentrum reflektiert und kommentiert.
Mit Andrea Fischer, Dagmar Rauwald, Ute Rauwald, Harald Kainer, u.a.
Sound & Komposition Sanziana Dobrovicescu

Eröffnung am Mi, 8. Juni, 16:00 Uhr | Festivalzentrum Heimatsaal, Paulustorgasse 11
„Catcalls of Graz“
Durch eine schauspielerische Inszenierung des Vereins Catcalls of Graz im öffentlichen Raum soll ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung gesetzt werden. Es wird aufmerksam gemacht, wie Machtverhältnisse ausgenutzt werden und dominantes Verhalten gelebt wird. Dramaturgie Katrin Brehm Konzept Anna Majcan, Sarah Kampitsch Organisation Lisa Höllebauer, Maria Leitgab

Do, 9. Juni, 17:00 bis ca. 18:00 Uhr | Festivalzentrum Heimatsaal, Paulustorgasse 11
„A Sekräter of one’s own“
„A Sekräter of one's own“ ist Austausch- und Fortschreibeort, Archiv und Installation für alle schreibenden und lesenden Frauen* beim Dramatiker|innenfestival. Der Sekräter behält verlässlich Geheimnisse für sich, plaudert aber gerne hilfreiche Heimlichkeiten aus. Er nimmt Botschaften auf und gibt sie weiter, serviert lesenswerte Texte von Frauen* zum Mitnehmen und genießbare Bücher auf den Silbertablett. Der Sekräter ist eine Einladung, Geschichte(n) gemeinsam zu erschreiben und Netzwerke sichtbar zu machen.
Idee und Umsetzung Marie-Theres Auer und Sophia Barthelmes
während des gesamten Festivalzeitraums | Festivalzentrum Heimatsaal, Paulustorgasse 11

„Marias Zeugnis“
Szenische Lesung nach dem Roman „Marias Testament“ von Colm Tóibín | in einer Fassung von Karla Mäder, Daniel Grünauer, Hannah Mey, Beatrix Doderer
Aus heutiger Sicht erscheint das Christentum mit seinem Gründer Jesus Christus wie ein patriarchales Erfolgsmodell. Doch was wäre, wenn plötzlich dessen Mutter als Mensch aus Fleisch und Blut vor uns stünde? Diese Frau ist zwar millionenfach abgebildet und wird von zwei Milliarden Gläubigen verehrt und angebetet, aber sie hat keine eigene Stimme. Der irische Autor Colm Tóibín holt sie vom Altar herunter auf den Boden der Tatsachen und lässt sie reden. Maria ergreift das Wort und erzählt, wie es ist, wenn man als ganz normale Frau in den Sog der Weltgeschichte gerät.
Szenische Einrichtung Daniel Grünauer Musik Grilli Pollheimer
Mit Beatrix Doderer & Grilli Pollheimer

Do, 9. Juni, 21:30 bis ca. 22:20 | KULTUM – Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3 | Eintritt freiwillige Spende

STEFANIE SARGNAGEL & EUROTEURO: DICHT

Musikalische Lesung

„Dicht“ porträtiert die Rückseite Wiens, eine räudige Welt aus Beisl, Psychiatrie und Bruchbude, bevölkert von größtenteils überaus liebenswerten Antihelden. In der musikalischen Begleitung von Euroteuro liest Stefanie Sargnagel aus ihren „Aufzeichnungen einer Tagediebin“ und sprengt alle Genregrenzen.

ZU GAST am 10. Juni, 20.00 bis 21.20 Uhr, HAUS EINS

Uraufführung

UND ALLE TIERE RUFEN: DIESER TITEL RETTET DIE WELT AUCH NICHT MEHR (MONKEY GONE TO HEAVEN)
ein requiemmanifesto of extinction

Thomas Köck
Eine Produktion des Kunstfest Weimar, mit Unterstützung von Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Schauspielhaus Graz, Schauspiel Köln
In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur
Die Tiere dieser Welt melden sich zu Wort. Es erklingt ein vielstimmiger Abgesang auf die Fauna und die Menschheit. Thomas Köck, der zweifache Gewinner des Mülheimer Dramatikpreises, reflektiert mit seinem Stück einen anderen Begriff von Zeit(lichkeit) und von Verantwortlichkeit. Die Regisseurin Marie Bues, die bereits Köcks gefeierte Klimatrilogie auf die Bühne gebracht hat, inszeniert das düstere Requiemmanifesto inmitten des Grüns des Heimatsaalgartens als Live-Hörspiel mit großer Dringlichkeit.
Regie Marie Bues
mit Nico Link, Sarah Sophia Meyer, Astrid Meyerfeldt, Janus Torp

AM 11. Juni, 17.00 bis 18.15 Uhr, Heimatsaal
STEFANIE SARGNAGEL & EUROTEURO: DICHT

Musikalische Lesung
„Dicht“ porträtiert die Rückseite Wiens, eine räudige Welt aus Beisl, Psychiatrie und Bruchbude, bevölkert von größtenteils überaus liebenswerten Antihelden. In der musikalischen Begleitung von Euroteuro liest Stefanie Sargnagel aus ihren „Aufzeichnungen einer Tagediebin“ und sprengt alle Genregrenzen.
Regie Marie Bues
mit Nico Link, Sarah Sophia Meyer, Astrid Meyerfeldt, Janus Torp

Das gesamte Programm finden Sie auf der Festival-Website. www.dramatikerinnenfestival.at

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