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ALKESTIS von Euripides im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Samstag, 6. Februar 2010, 20 Uhr, Pfauen

 

In seiner ALKESTIS führt Euripides – schwankend zwischen Tragödie und Komödie - den menschlichen Traum von der Kontrolle über den Tod ad absurdum.

Was wäre, wenn sich der Tod delegieren liesse? Admet, König von Thessalien, erhält von den Göttern diese Möglichkeit: Findet er einen Menschen, der für ihn zu sterben bereit ist, muss er nicht in den Tod gehen. Doch in Admets Verwandtschaft will niemand das Opfer bringen; selbst die alten Eltern, die auf ein erfülltes Leben zurückblicken können, wollen nicht für den Sohn sterben. Nur Admets noch junge Frau Alkestis ist zum stellvertretenden Tod bereit.

 

Jahre später aber, als Alkestis ihr Versprechen einlösen muss, steht sie ihrem Mann in der Stunde ihres Todes entfremdet gegenüber. Und auch Admet wird nicht mehr glücklich. Gerade weil er dem Tod ausgewichen ist, ist dieser nun umso präsenter – in den Erinnerungen an seine tote Frau, in den ausgesprochenen und unausgesprochenen Vorwürfen der Mitmenschen, in seinen Selbstmordgedanken. Was wäre also, wenn man dem Tod noch einmal ein Schnippchen schlagen und die Tote wieder zu den Lebenden zurückkehren könnte?

 

Euripides gilt als der Zweifler unter den antiken Tragikern, in dessen

Dramen der Glaube an das göttliche Walten ins Wanken gerät und die Pathologien der menschlichen Seele ins Zentrum treten. Auch seinem ersten Drama ALKESTIS stellt er bohrende Fragen nach der Beherrschbarkeit des Todes, der auch im 21. Jahrhundert noch als schicksalshaft erlebt wird.

Alkestis stirbt aus Liebe zu Admet, doch macht das stellvertretende Sterben Sinn? Der Verlust seiner Frau schmerzt Admet so sehr, dass er selber sterben will. Seinen alten Eltern wirft er vor, den Tod Alkestis‘ zugelassen zu haben, wird aber von seinem Vater als Mörder seiner Frau beschimpft: Admet, so der Vater, hätte das Opfer nie annehmen dürfen. „Alle Menschen müssen sterben,/und keinen Sterblichen gibt’s, der sicher weiss,/ob er am nächsten Tag noch leben wird“, sagt Herakles, der gegen Ende Hoffnung in das Geschehen bringt und gleichzeitig die Sinnlosigkeit des Versuchs artikuliert, über den Tod bestimmen zu wollen.

 

Karin Henkel, geboren 1970 in Köln, inszenierte schon 1993 am Wiener

Burgtheater. Es folgten Inszenierungen u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Zürich („Woyzeck“ 1999, „Das weite Land“ 2004), am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Deutschen Theater

Berlin. Ihre Stuttgarter Inszenierung „Platonow“ wurde zum Theatertreffen 2006 nach Berlin eingeladen. Nach „Medea“ (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg) und „Iphigenie“ (Schauspiel Köln) beschäftigt sie sich mit „Alkestis“ zum dritten Mal mit einem antiken Stoff.

 

Mit:

Gabor Biedermann

Ludwig Boettger

Carolin Conrad

Jean-Pierre Cornu

Markus Scheumann

Tatja Seibt

 

Regie Karin Henkel

Bühnen Henrike Engel

Kostüme Klaus Bruns

Licht Ginster Eheberg

Choreographie Anna Tenta

Dramaturgie Katja Hagedorn

 

Weitere Vorstellungen im Pfauen:

9./ 10./ 20./ 24./ 25. Februar, jeweils 20 Uhr

14./ 21. Februar, jeweils 15 Uhr

weitere Vorstellungen im März und April 2010 sind in Planung.

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