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"Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Bertolt Brecht im Theater Hagen

Oper in drei Akten, Musik von Kurt Weill,

Premiere: 13. Januar, 19.30 Uhr.

Eigentlich klingt das Ganze nach einer cleveren Geschäftsidee. Eine Mischung aus Start-up-Unternehmung, immerwährender Wellness-Oase und Hedge-Fond (um es zeitgemäß zu sagen).

Kurzum: Die Stadt Mahagonny ist ein echtes Paradies. Hier lässt es sich herrlich leben, und alle Bedürfnisse werden wie von selbst erfüllt. Da fehlt es nicht an Interessenten, den »Haifischen« aus den benachbarten Goldgräberstädten, die hier zuhauf ihre Gewinne lassen, angezogen von leichten Mädchen, billigem Whiskey und einem entscheidenden Standortfaktor: In Mahagonny gibt es keine Wirbelstürme. Oder um es im korrekten Brecht-Amerikanisch zu sagen: keine »Hurrikane«. Zumindest fast keine. Als nämlich doch ein Hurrikan die Stadt bedroht, gilt schlagartig ein ganz neues Gesetz: Erlaubt ist, was gefällt, und sei es noch so schändlich. Zwar biegt der Hurrikan in letzter Sekunde ab, die Stadt aber blüht jetzt erst richtig auf. Die Bedürfnisse steigen und mit ihnen die Preise. Das allerdings wird zum Problem: Man darf zwar alles – aber nur, wenn man es bezahlen kann! Jim Mahoney, der Holzfäller aus Alaska, bekommt das am eigenen Leib zu spüren: Als ihm das Geld ausgeht, wird er zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung jedoch wird zum Anlass für eine riesige Demonstration. Das Ende der Stadt Mahagonny naht…

Das »Mahagonny«-Projekt stand mehrere Jahre im Zentrum der legendären Zusammenarbeit von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Nach einem ersten »Songspiel« mit dem Titel »Mahagonny«, das 1927 in Baden-Baden zur Uraufführung kam, erweiterten Brecht und Weill die vieldeutige Parabel bis 1929 zu einer abendfüllenden Oper, ganz im Sinne von Brechts »Epischem Theater«. Musikalisch ging Weill dabei noch über die »Dreigroschenoper« hinaus: Hinreißende und alsbald weltbekannte Songs mischen sich mit Parodien von Bach, Händel und Verdi zu einer Opernrevue mit enormer gesellschaftlicher Sprengkraft. Kein Wunder, dass »Mahagonny« im »Dritten Reich« sofort verboten wurde. Heute jedoch zählt das Meisterstück von Brecht und Weill zum festen Bestand des modernen Musiktheaterrepertoires.

 

»Ist ›Mahagonny‹ ein Erlebnis? Es ist ein Erlebnis. Denn: ›Mahagonny‹ ist ein Spaß. Die Oper ›Mahagonny‹ wird dem Unvernünftigen der Kunstgattung Oper gerecht.«
Bertolt Brecht

 

Musikalische Leitung
Steffen Müller-Gabriel

Regie
Rainer Friedemann

Ausstattung
Hartmut Krügener

 

 

Besetzung
Witwe Leokadja Begbick Liane Keegan
Fatty Richard van Gemert
Dreieinigkeitsmoses Frank Dolphin Wong
Jenny Hill Dagmar Hesse
Jim Mahoney Dario Walendowski
Jack O'Brien | Tobbi Higgins Jeffery Krueger
Bill, genannt Sparbüchsenbill Peter Schöne
Joe, genannt Alaskawolfjoe Andrey Valiguras
Mädchen von Mahagonny
Marilyn Bennett
Stefania Dovhan
Johanna Krumin
Edeltraud Kwiatkowski
Tanja Schun
Thomas Wißmann

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