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Benjamin Britten, "Albert Herring", ldenburgisches StaatstheaterBenjamin Britten, "Albert Herring", ldenburgisches StaatstheaterBenjamin Britten,...

Benjamin Britten, "Albert Herring", ldenburgisches Staatstheater

Premiere Fr 6. Juni 2014 um 20 Uhr im Kleinen Haus, -----

Nach seiner Tragödie The Rape of Lucretia entwarf Britten in Albert Herring, dessen Geschichte auf Maupassants Le rosier de Madame Husson zurückgeht, das Portrait der fiktiven englischen Kleinstadt Loxford: Um dem angeblichen Sittenverfall entgegenzuwirken, will die herrische Lady Billows zusammen mit ihrer Haushälterin Florence und den Stadthonoratioren den Brauch der Krönung einer Maikönigin wieder aufleben lassen.

 

Doch da man eine tugendhafte Jungfrau nicht finden kann, wird der naive Albert, Sohn der Gemüsehändlerin, zum Maikönig gekürt. Das mit ihm befreundete Paar Nancy und Sid aber würzt die Krönungszeremonie mit etwas Rum in der Limonade, so dass der betrunkene Albert sein Preisgeld in der Nachbarstadt auf den Kopf haut und letzten Endes die moralinsaure Kleinstadtelite, die schon seinen vermeintlichen Tod betrauerte, aus dem Laden wirft: Jetzt übernehmen die Jungen die Initiative.

Mit zahlreichen musikalischen Zitaten und Anspielungen vom Barock bis Wagner lässt Britten durch das kammermusikalisch besetzte Orchester die Atmosphäre einer bigotten Kleinstadt entstehen. Dabei ist Albert, der zunächst passive und etwas trottelige Held, ein ebenso »reiner Tor« wie Wagners Parsifal. Neidvoll schaut er auf das Liebespaar und erkennt mit Hilfe des »Zaubertranks« Alkohol seine wahren Wünsche: Freiheit und Selbstbestimmtheit.

 

Benjamin Britten gelang es, als britischer Komponist nicht nur die Nachkriegsjahre des 20. Jahrhunderts musikalisch entscheidend zu prägen, sondern auch lustvoll die Opera buffa wiederzubeleben.

 

Regisseurin Lydia Steier wird nach ihrem Saul und Kátja Kabanová mit diesem Ensemblestück eine schwarze Komödie auf die Bühne des Kleinen Hauses bringen.

 

Komische Oper in drei Akten (1947)

Libretto von Eric Crozier nach Guy de Maupassant (1887)

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Robin Davis; Inszenierung: Lydia Steier; Bühne: Katharina Schlipf; Kostüme: Ursula Kudrna; Dramaturgie: Lars Gebhardt

 

Mit: Jasmin Etezadzadeh, Mareke Freudenberg, Annekathrin Kupke, Friederike Hansmeier/Kerrie Sheppard, Monika Reinhard; Paul Brady, Johannes Held, Benjamin LeClair, Daniel Ohlmann, Michael Pegher; Saskia Behrens/Rosie Brand, Kaja Bultmann/ Konstantin Kößling, Theodor Fank/Konrad Fröhlich

 

Statisterie des Oldenburgischen Staatstheaters

Oldenburgisches Staatsorchester

 

Weitere Vorstellungen: Mi 11., Do 19., So 22., Sa 28. Juni

 

 

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