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BLACK FACE : DIE VILLA - Theaterhaus Jena mit Mass & Fieber OST

Premiere: 30.05.2013, 19 Uhr, Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11, 07743 Jena. -----

Das Theaterhaus Jena und das freie Theaterkollektiv MASS & FIEBER OST sind ein Zweijahreskooperationsprojekt eingegangen, das “in die Untiefen einer populären Unterhaltungskultur” – in die des Varietés eintaucht, wobei Jena der explizite Ort der Spurensuche ist und bleibt.

 

MÄDCHEN, MASKEN UND MONETEN...

Mit seltsamen Flugbegleitern geht es los: Meyers Varietäten-Kabinett ist in die Jenaer Villa Rosenthal eingezogen und hält sämtliche Räume besetzt! Ein Fährschiff brennt; ein Ire bewirbt sich als Blackface-Darsteller; Eva Braun geht zum Karneval; Nietzsche spricht mit einem Pferd; Fatty Arbuckle führt in die Drohnentechnik ein; Ernst Haeckel beschwört die sexuelle Zellenliebe – und überall sind diese Puppen, derer Direktor Meyer nicht mehr Herr wird. Der Theaterpolizist Schott hat ihren Auftritt verboten. „Künstlerisch unter jedem Niveau“, lautet seine Begründung. Nun sitzt er in der Vorstellung und soll selbst tanzen – mit Frida, der Tingeltangeleuse, in die er sich verliebt hat. Währenddessen beobachten zwei Hausangestellte der ehemaligen Hausherrin Clara Rosenthal argwöhnisch den Showbetrieb. Madame hätte das bestimmt nicht gefallen! Da tritt sie selbst auf, in einem feuerroten Kleid, um beim Tee im Musikzimmer ein Lied vorzutragen: „Dieser Tag wird mein letzter sein.“ Raffiniert getaktet führt dieser ungewöhnliche Theaterabend seine Zuschauer auf sechs verschiedenen Wegen zu sechs Varianten einer Geschichte, die unentwegt um die drei Grundbegierden des Showbusiness kreist: Mädchen, Masken und Moneten.

 

BLACK FACE JENA

Mal dir eine Maske, und du bist frei! behauptet BLACK FACE JENA, eine zweijährige Koproduktion, die das Theaterkollektiv Mass & Fieber OST seit 2012 mit dem Theaterhaus Jena erarbeitet. Das vom Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt begibt sich in die Untiefen einer populären Unterhaltungskultur. – Varieté, anders als das hohe Theater, ist eine Geldmaschine. „Hier entscheidet der massenhafte Kunde, was gezeigt wird!“ – Durch die Hintertür kommen jedoch unerwartete Gäste aufs Parkett; denn wer bereit ist, sich eine Maske aufzusetzen, kann vom Rande der Gesellschaft in ihr Herz vordringen, in jene Räume, die sonst nur dem Bürgertum vorbehalten sind...

 

BLACK FACE: DIE VILLA ist das erste Ergebnis dieser Black Face- Spurensuche in Jena. Im Frühjahr 2014 folgt BLACK FACE: DAS VARIETÉ. „Jena bleibt Mittelpunkt, Inspiration und Materiallieferant für ein Unterfangen, das die Stadt in ein Spiegelkabinett versetzt: Dort findet sie sich wieder, verwandelt, unheimlich, glanzvoll.“

 

DAS ENSEMBLE BLACK FACE: DIE VILLA

Mit Christian Bayer, Ella Gaiser, Johannes Geißer, Felix Huber, Natalie Hünig, Tina Keserovic, Antonia Labs, Benjamin Mährlein, Götz van Ooyen, Michael Semper, Sebastian Thiers und Yves Wüthrich.

 

Künstlerische Leitung:

Veronika Bleffert

Benjamin Schönecker

Moritz Schönecker

Jonas Zipf

Künstl.Geschäftsführung:

Moritz Schönecker

Kfm. Geschäftsführung:

Markus Heinzelmann

 

Regie: Niklaus Helbling,

Text: Brigitte Helbling,

Musik: Johannes Geißer, Felix Huber, Michael Semper,

Räume/Video: Elke Auer,

Kostüme: Veronika Bleffert,

Maske: Julia Gottlöber,

Choreografie: Katja Grzam,

Art Work: Thomas Rhyner,

Dramaturgie: Jonas Zipf,

Produktion: Manuela Wießner,

Assistenz: Susanne Berthold (Regie), Claudia Peters (Ausstattung), Maria Häfer (Dramaturgie, Produktion)

 

Weitere Spieldaten: 31.05., 01.06., 05.06., 06.06., 08.06., 09.06.2013 jew. 19h

Öffentliche Proben: 28./29.05 2013, 19 Uhr (Der Eintritt ist bei beiden Proben frei)

 

BLACK FACE JENA ist ein Kooperationsprojekt von Mass & Fieber OST, Theaterhaus Jena und der

Villa Rosenthal.

 

MASS & FIEBER OST IN JENA

2011 eröffnete das Theaterkollektiv Mass & Fieber (Zürich) eine Hamburger Filiale, Mass & Fieber

OST, deren erste Produktion, die radioaktive Roadshow FALL OUT GIRL (Premiere März 2012,

Theaterhaus Jena), beim Avant Art Festival 2012 den Thüringer Theaterpreis und den Publikumspreis

erhielt. Das Zweipersonenstück spielte bereits über 40 Mal, unter anderem in Oldenburg, Hamburg,

Dresden, Berlin, Leipzig, Zürich, Köln und am Internationalen Figurentheaterfestival Erlangen.

2012 sprach der Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes Mass & Fieber OST und dem Theaterhaus

 

Jena für BLACK FACE JENA eine Zweijahres-Förderung zu. Mass & Fieber macht seit 1999 kontinuierlich und an vielen Orten Theater. Ihre jüngste Produktion, TELL/ZAHHAK, eine Kooperation mit iranischen Theaterschaffenden, gewann am Fajr-Festival in Teheran 2012 den Preis für beste internationale Regie.

 

FÖRDERUNG IM FONDS DOPPELPASS DER KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

Im Fonds Doppelpass unterstützt die Kulturstiftung des Bundes seit 2012 gezielt die Kooperation

von freien Gruppen und festen Tanz- und Theaterhäusern. Mit dieser Förderung möchte sie die

freien Szene und Theaterinstitutionen in Deutschland zum Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit

und künstlerischen Produktion anregen. [s.a. www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/doppelpass/] Mass & Fieber OST und das Theaterhaus Jena gehörten zu den ersten Kooperationsmodellen, die in diesem Fonds eine Förderung erhielten.

 

DIE VILLA ROSENTHAL

1891 ließen sich der Jenaer Rechtswissenschaftler Eduard Rosenthal und seine Frau Clara die geräumige Villa in der Nähe der damaligen Brauerei an der Kahlaischen Straße erbauen. Das Haus im gründerzeitlichen Stil mit seinem gepflegten, parkähnlichen Garten wurde dank der Gastfreundschaft

des jüdischen Ehepaars schnell zu einem kulturellen Treffpunkt in Jena. Als Eduard Rosenthal 1926 nach schwerer Krankheit starb, vermachte er die Villa testamentarisch der Stadtgemeinde Jena unter der Bedingung eines lebenslangen Wohnrechtes für seine Frau. In der Zeit des Nationalsozialismus verhinderte diese Verfügung zwar bis 1941 Clara Rosenthals Deportation, aber unter dem Druck der zunehmend unerträglichen Repressalien wählte sie im November 1941 schließlich den Freitod. Nach ihrem Tod bewohnten u.a. verschiedene Familien das Haus. Vor einigen Jahren wurde die Villa unter Denkmalschutz gestellt. 2009 wurde sie von JenaWohnen mit großem Aufwand saniert und von JenaKultur neu eröffnet.

 

Heute ist die Villa Rosenthal ein gefragter Ort für kulturelle Veranstaltungen und wissenschaftliche

Tagungen und bietet den Rosenthal-Stipendiaten unvergleichliche Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten.

www.massundfieber.ch / www.theaterhaus-jena.de

 

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