Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Checkpoint 16" - Eine installative Performance in der Vierten Welt Berlin"Checkpoint 16" - Eine installative Performance in der Vierten Welt Berlin"Checkpoint 16" - Eine...

"Checkpoint 16" - Eine installative Performance in der Vierten Welt Berlin

Premiere: 21.Oktober 2016, 20 Uhr, Vierte Welt| Neues Zentrum Kreuzberg| Galerie 1. OG | Kottbusser Tor| Adalbertstr. 96. -----

Das Ensemble der Vierten Welt nähert sich der Frage künstlerischer Verantwortung und beleuchtet die Frage von Täter- und Opferschaft im Krieg – wie in der Kunst.

In einem installativen Set aus szenischem Spiel, Kunstvideo, dokumentarischen Videoaufnahmen und Sound verwebt das künstlerische Team um Dirk Cieslak die tragische Geschichte einer eigenen Begegnung mit Texten von Navid Kermani.

 

Der Performer Anders Carlsson lebte 2006 als Volontär im West-Jordantal bei der Familie des jugendlichen Palästinensers Fadi. Zurück in Schweden, produzierte er die Performance „Checkpoint“, in der er Fadi zum Objekt seiner Kunst macht: Er spielt Fadi und erntet Erfolg. Kurz darauf reißt der Kontakt zu ihm ab. 2016 - zehn Jahre später – erfährt Carlsson, dass Fadi bereits neun Jahre lang in Israel inhaftiert ist. Diese Nachricht ist ein Schock. Getrieben von dieser Botschaft nimmt der Performer den Faden der Freundschaft wieder auf und reist zurück ins Jordantal zu Fadis Familie: Hin und her gerüttelt zwischen ambivalenten Empfindungen von Rührung und Verbundenheit einerseits, aber auch Ablehnung der patriarchalen Kultur andererseits bewegt sich Carlsson durch eine emotionale wie intellektuelle Achterbahn.

 

Der Zufall will es, dass Navid Kermani ob der Realitäten an der Grenze zwischen Israel und Palästina im gleichen Jahr 2006 eine persönliche Krise formuliert, die auch zur Grundfrage für checkpoint 16 wird: wie lassen sich die Ambivalenzen dieses Konfliktes ertragen? Wie kann man die sprichwörtliche israelische Fröhlichkeit trotz aller Sympathie aushalten?

 

So führt Carlssons Weg entlang dieser Fragen in der Performance zurück in seine eigene Geschichte an den Beginn seiner Freundschaft mit Fadi. Radikal hinterfragt er sein eigenes Handeln und die (Arbeits)Beziehung zu Fadi im Mittelpunkt der Konfliktzone: Wie lassen sich Beziehungen, die ein Künstler eingeht gestalten? In welchem Spannungsfeld finden sie notgedrungen statt? Und welche Rolle spielt der eigene Erfolg angesichts des fremden Elends?

 

Mit Anders Carlsson und Judith van der Werff

 

Inszenierung Dirk Cieslak

Dramaturgie Annett Hardegen

Ausstattung primavera*maas

Video VierteWelt

Sound Christoph Wirth

 

Weitere Vorstellungen: 22. Oktober /11.+12. Und 18.+19November 2016, jeweils 20.00

 

Tickets unter karten@viertewelt.de oder 0157-88440941

 

Eine Kollaboration von Vierte Welt und Institutet gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten – und die Rudolf-Augstein-Stiftung.

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

MIT WILDEM FEUER - Bundesjugendorchester musiziert

Gleich zu Beginn begeisterte das Bundesjugendorchester unter der inspirierenden Leitung von Francesco Angelico mit der "Karneval"-Konzertouvertüre von Antonin Dvorak, wo Assoziationen zu Berlioz'…

Von: ALEXANDER WALTHER

DIE INQUISITION LÄSST GRÜSSEN - "Don Carlos" von Friedrich Schiller im Schauspielhaus Stuttgart

Die Inszenierung von David Bösch stellt die Personenführung psychologisch deutlich heraus. Das Bühnenbild in der Mitarbeit von Falko Herold bleibt eher blass, Leuchtstäbe erhellen das nächtliche…

Von: ALEXANDER WALTHER

STARK MYTHOLOGISCH GEDEUTET - "Rusalka" von Antonin Dvorak mit dem Theater Heidelberg im Theater Heilbronn

In der Inszenierung von Axel Vornam werden die mythologischen Aspekte dieses im Jahre 1901 in Prag uraufgeführten Werkes konsequent herausgearbeitet. Und auch im Bühnenbild von Tom Musch und den…

Von: ALEXANDER WALTHER

DIE OPER ALS TV-DRAMA

Es war eine Premiere der besonderen Art an einem historischen Ort. Zum ersten Mal gastierte das Nationaltheater Mannheim im Pfalzbau Ludwigshafen - und die Mannheimer Erstaufführung der "Hugenotten"…

Von: ALEXANDER WALTHER

MIT DEM ROSS IN DEN HIMMEL

Marco Stormans Inszenierung stellt die Unsicherheit der Figuren in den Mittelpunkt. Es ist nichts mehr so, wie es war. Die gesellschaftlichen Verabredungen scheitern. Storman arbeitet in diesem…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑