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Christian Thielemann wird Chefdirigent der Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann soll ab der Saison 2012/13 die Position des Chefdirigenten bei der Staatskapelle Dresden übernehmen. Darauf verständigten sich heute die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer, Christian Thielemann, die designierte Intendantin der Semperoper Dresden, Dr. Ulrike Hessler, und der Orchestervorstand der Staatskapelle Dresden.

 

Thielemann ist der Sächsischen Staatskapelle Dresden seit längerer Zeit verbunden. Bereits im Jahr 2003 hatte er erstmals das Orchester mit großem Erfolg in Konzerten in Dresden und Berlin dirigiert. Viele Musiker der Staatskapelle Dresden musizieren mit Christian Thielemann regelmäßig als Mitglieder des Bayreuther Festspielorchesters, in dem die Staatskapelle seit Jahren den größten Musikeranteil stellt.

 

Mitte September dieses Jahres hatte Thielemann kurzfristig für den erkrankten Fabio Luisi die Leitung des 2. Sinfoniekonzertes der Sächsischen Staatskapelle in der Semperoper übernommen und wurde für seine Interpretation der achten Sinfonie von Anton Bruckner von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert.

 

Christian Thielemann löst als Chefdirigent der Staatskapelle Dresden Fabio Luisi ab, der 2012 als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Zürich wechselt. Der Vertrag mit Thielemann soll Mitte November 2009 unterschrieben werden. Zu dieser Zeit werden die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Prof. von Schorlemer, Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden die künstlerischen Pläne im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen.

 

Bereits im Februar 2010 kehrt Christian Thielemann an das Pult der Dresdner Staatskapelle zurück, um im Rahmen der alljährlichen Gedenkkonzerte am 13. und 14. Februar Beethovens «Missa solemnis» in der Semperoper zu dirigieren.

 

 

Christian Thielemann

Christian Thielemann wurde in Berlin geboren und begann seine Laufbahn an der Deutschen Oper Berlin, wo er von 1997 bis 2004 Generalmusikdirektor war. Seit 2004 ist er Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker. Mit Beginn der Spielzeit 2012/2013 übernimmt Christian Thielemann die Position des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Er gastiert an den wichtigsten Opernhäusern der Welt, wie z.B. der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera New York und dem Royal Opera House Covent Garden London. Ebenso verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus in Baden-Baden. Bei den Bayreuther Festspielen dirigierte Christian Thielemann «Die Meistersinger von Nürnberg», «Parsifal», «Tannhäuser» und den «Ring des Nibelungen».

 

Thielemann gastiert bei den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Israel Philharmonic Orchestra und dem Philharmonia Orchestra London; in den USA verbindet Thielemann eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Orchestern in New York, Philadelphia und Chicago. Für UNITEL nimmt er mit den Münchner Philharmonikern einen Bruckner-Zyklus und verschiedene andere Werke auf. Mit den Wiener Philharmonikern erarbeitet er seit 2008 einen Beethoven-Zyklus, der pünktlich zur zyklischen Gesamtaufführung 2010 auf DVD erscheinen wird. Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2011 leitet Christian Thielemann «Die Frau ohne Schatten» von Richard Strauss. Bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft sind zahlreiche sinfonische Werke und Opern unter seiner Leitung erschienen.

 

Christian Thielemann dirigierte die Sächsische Staatskapelle Dresden bislang im Februar 2003 im Rahmen der Konzerte am Dresdner Gedenktag (Brahms: Ein deutsches Requiem) und anlässlich einer Wagner-Gala im Oktober des gleichen Jahres. Im September 2009 sprang er für den erkrankten Fabio Luisi ein und dirigierte in drei von Presse und Publikum gleichermaßen gefeierten Konzerten die achte Sinfonie von Anton Bruckner. Bereits im Februar 2010 kehrt er zu den Gedenkkonzerten der Staatskapelle mit Beethovens «Missa solemnis» in die Semperoper zurück.

 

 

Sächsische Staatskapelle Dresden

Die Sächsische Staatskapelle Dresden feierte am 22. September 2008 ihr 460-jähriges Bestehen: 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, ist sie eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt und vermutlich das einzige, das über viereinhalb Jahrhunderte hinweg kontinuierlich existierte und immer zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte.

 

Bedeutende Kapellmeister haben die Geschichte der einstigen Hofkapelle geprägt, darunter Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine «Wunderharfe» bezeichnete. Bedeutende Chefdirigenten der letzten einhundert Jahre waren Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Otmar Suitner, Kurt Sanderling, Herbert Blomstedt, Giuseppe Sinopoli und Bernard Haitink. Seit 2007 leitet Fabio Luisi als Generalmusikdirektor die Sächsische Staatsoper und Staatskapelle Dresden. Ehrendirigent des Orchesters ist seit 1990 Sir Colin Davis. Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 übernimmt Christian Thielemann die Position des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

 

Richard Strauss war der Staatskapelle, deren Ruf als «Strauss-Orchester» bis heute fortbesteht, fast siebzig Jahre lang freundschaftlich verbunden. Neun seiner Opern – darunter «Salome», «Elektra» und «Der Rosenkavalier» – wurden in Dresden uraufgeführt; seine «Alpensinfonie» ist der Staatskapelle gewidmet.

 

Auch andere berühmte Komponisten wie Vivaldi, Bach, Schumann, Wagner, Liszt, Hindemith, Weill oder – in jüngerer Zeit – Matthus, U. Zimmermann und Rihm schrieben Werke, die von der Kapelle uraufgeführt wurden oder ihr gewidmet sind. An diese Tradition knüpft Fabio Luisi seit 2007 mit der jährlichen Ernennung eines «Capell-Compositeurs» an. Nach Isabel Mundry und Bernhard Lang trägt diesen Titel in der Saison 2009/2010 die britische Komponistin Rebecca Saunders.

 

Die Sächsische Staatskapelle musiziert heute in der Dresdner Semperoper pro Saison ca. 260 Opern- und Ballettaufführungen sowie 50 sinfonische und kammermusikalische Konzerte. Hinzu kommt eine Konzertreihe in der Dresdner Frauenkirche. Umfangreiche Konzertreisen führen das Orchester regelmäßig in die Musikmetropolen Europas, Asiens und der USA. Feste Residenzen bestehen im Wiener Musikverein und im Pariser Théâtre des Champs-Elysées, wo die Staatskapelle mehrmals im Jahr zu erleben ist.

Seit Anfang der 1920er Jahre dokumentieren zahlreiche, zum Teil legendäre Aufnahmen den außergewöhnlichen Rang der Staatskapelle als Opern- und Konzertorchester.

 

2007 erhielt die Sächsische Staatskapelle Dresden als bislang einziges Orchester weltweit in Brüssel den «Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes». Im Dezember 2008 wurde sie – zum wiederholten Male – vom britischen Fachmagazin «Gramophone» unter die Top Ten der weltbesten Orchester gewählt. Bei der ECHO Klassik-Preisverleihung 2009 wird sie als «Orchester des Jahres» ausgezeichnet.

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