Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DANTON’S TOD VON GEORG BÜCHNER im Berliner EnsembleDANTON’S TOD VON GEORG BÜCHNER im Berliner EnsembleDANTON’S TOD VON GEORG...

DANTON’S TOD VON GEORG BÜCHNER im Berliner Ensemble

Premiere 3. Januar 2012 um 19.30 Uhr. -----

"Ich kann doch aus einem Danton und den Banditen der Revolution nicht Tugendhelden machen! Wenn ich ihre Liederlichkeit schildern wollte, so mußte ich sie eben liederlich sein, wenn ich ihre Gottlosigkeit zeigen wollte, so mußte ich sie eben wie Atheisten sprechen lassen.

Wenn einige unanständige Ausdrücke vorkommen, so denke man an die weltbekannte, obscöne Sprache der damaligen Zeit, wovon das, was ich meine Leute sagen lasse, nur ein schwacher Abriß ist. Man könnte mir nur noch vorwerfen, daß ich einen solchen Stoff gewählt hätte. Aber der Einwurf ist längst widerlegt. Wollte man ihn gelten lassen, so müßten die größten Meisterwerke der Poesie verworfen werden. Der Dichter ist kein Lehrer der Moral, er erfindet und schafft Gestalten, er macht vergangene Zeiten wieder aufleben, und die Leute mögen dann daraus lernen, so gut, wie aus dem Studium der Geschichte und der Beobachtung dessen, was im menschlichen Leben um sie herum vorgeht ..."

 

DANTON – Jeder meint, ihn zu kennen, diesen „Held“ der französischen Revolution, 1794 von den „Mitstreitern“ Robespierre und St. Just auf der Guillotine geköpft. Doch als der 22-jährige Georg Büchner seinen „Danton“ schreibt, da steht er selbst kurz vor der Verhaftung: Aus dem fleißigen Medizinstudenten war ein Anarchist und engagierter Menschenrechtler geworden. Sein Pamphlet „Der Hessische Landbote“ („Friede den Hütten, Krieg den Palästen“), illegal gedruckt und verbreitet – führt zu einer Welle von Verhaftungen. Büchner selbst flieht nach Straßburg… Und sein „Danton“? Büchner spiegelt ungeheuer lebendig und erschreckend desillusioniert Hoffnungen und Verzweiflungen, Theorien und deren ernüchtert erkanntes Scheitern der ehemals so positiv aufbrechenden Revolutionäre. „Unsere Henker und die Guillotine sind unsere lebendig gewordnen Reden. Wir bauten unsere Systeme aus Menschenköpfen.“

 

DANTON`S TOD – das Theaterstück über einen so folgenschweren Moment der europäischen Geschichte – und zugleich Beitrag zu unserer politischen Gegenwart.

 

Mit: Antonia Bill, Claudia Burckhardt, Anke Engelsmann, Ursula Höpfner-Tabori, Katharina Susewind, Angela Winkler; Ulrich Brandhoff, Boris Jacoby, Roman Kaminski, Roman Kanonik, Gerd Kunath, Uli Pleßmann, Michael Rothmann, Stephan Schäfer, Marko Schmidt, Martin Schneider, Veit Schubert, Martin Seifert, Norbert Stöß, Jörg Thieme, Felix Tittel, Georgios Tsivanoglou, Thomas Wittmann

 

Inszenierung: Claus Peymann

Bühne: Karl-Ernst Herrmann

Kostüme: Mads Dinesen

Dramaturgie: Jutta Ferbers

Musikalische Leitung: Martin Klingeberg

Mitarbeit Bühne und Kostüme: Wicke Naujoks

 

Voraufführungen 28., 29. Dezember 2011 und 2. Januar 2012 um 19.30 Uhr.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑