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"Dantons Tod" von Georg Büchner - Burgtheater Wien

Premiere 24. Oktober 2014. -----

„Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet?“ Dantons Tod spielt in einer der düstersten Zeiten der Französischen Revolution: es herrscht die Guillotine. Die Ideale des Aufbruchs in eine neue Zeit drohen sich in ihr Gegenteil zu verkehren.

 

Gnadenlos werden politisch Andersdenkende oder die eigene Machtposition bedrohende „Feinde“ der Revolution vor das Tribunal gestellt, das nur zwei Urteile kennt: Freispruch oder Tod. 1835 nutzte der junge Büchner – selbst in unruhigen Zeiten lebend – diesen historischen Hintergrund, um in seinem Drama existenzielle Fragen zu stellen: Kann es ein gerechtes politisches System geben, in dem jeder einzelne Mensch ein gutes, selbstbestimmtes Leben führen kann? Ist der Mensch zum friedlichen Zusammenleben fähig? Oder existiert in jedem von uns das „Tier“, das bereit ist, zu töten, wenn es um den eigenen Vorteil geht?

 

„Ich will lieber guillotiniert werden als guillotinieren lassen. Ich hab es satt; wozu sollen wir Menschen miteinander kämpfen? Es wurde ein Fehler gemacht, wie wir geschaffen wurden; es fehlt uns etwas, ich habe keinen Namen dafür – aber wir werden es einander nicht aus den Eingeweiden herauswühlen, was sollen wir uns drum die Leiber aufbrechen?“

 

Danton, der auch die lustvollen Seiten des Lebens zu genießen weiß, steht seinem einstigen Weggenossen Robespierre gegenüber, der als Hardliner nach wie vor bestrebt ist, die Ideale der Revolution um jeden Preis durchzusetzen. Danton hingegen sucht den politischen Kompromiss. Büchner gelingt es, in diesem Machtkampf auf Leben und Tod sowohl das politische Dilemma als auch die Auseinandersetzung des Einzelnen im Strudel seiner subjektiven Zweifel und Gewissensnöte zu versammeln.

 

Mit Jasna Fritzi Bauer, Daniel Jesch, Ignaz Kirchner, Peter Knaack, Fabian Krüger, Michael Maertens, Joachim Meyerhoff, Hermann Scheidleder, Aenne Schwarz, Adina Vetter, Stefan Wieland

 

Regie: Jan Bosse –

Bühne: Stéphane Laimé –

Kostüme: Kathrin Plath –

Musik: Anro Kraehahn –

Video: Meika Dresenkamp –

Licht: Peter Bandl –

Dramaturgie: Gabriella Bussacker

 

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