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DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN von Leoš Janáček im Landestheater Linz DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN von Leoš Janáček im Landestheater Linz DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN...

DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN von Leoš Janáček im Landestheater Linz

Premiere 26. März 2011 um 19.30 Uhr im Großen Haus. ---

 

 

In einem Wald entdeckt der Förster eine junge Füchsin. Er fängt sie und bringt sie für seine Kinder mit nach Hause. Als die Söhne des Försters alle Streiche auf die Füchsin schieben, bindet sie der Förster an.

 

 

 

 

Mit List befreit sich die Füchsin und fällt den Hahn und die Hennen des Hofes an. Der Förster droht ihr, doch sie reißt sich los und entflieht in den Wald. Dort vertreibt sie den Dachs aus seiner Höhle und zieht selbst ein. In der Menschenwelt ergeht es dem Pfarrer ähnlich dem Dachs; er will in ein anderes Dorf ziehen, um seine Ruhe zu haben. Auf einem Waldweg begegnen der Füchsin der Schulmeister, der Pfarrer und der Förster, der sie erfolglos jagt. Die Füchsin verliebt sich in einen stattlichen Fuchs, bald kann im Wald Hochzeit gefeiert werden – der Specht traut das Paar.

 

Einige Jahre später haben Fuchs und Füchsin viele gemeinsame Kinder. Als ein Wilddieb erscheint und die Fuchsfamilie bedroht, provoziert die Füchsin den Wilddieb, damit er von den jungen Füchsen abgelenkt wird. Schließlich wird sie selbst vom Wilddieb getroffen. In der Menschenwelt enden ebenfalls Geschichten: der Wilddieb heiratet eine von allen lang umworbene Frau. Und der Förster trauert seiner längst vergangenen Jugend nach. Im Wald begegnet ihm wie damals ein junges Füchslein. Der Kreis schließt sich.

 

Seit ein paar Jahren hört man immer wieder davon, dass sich Wildtiere aus dem schützenden Halbdunkel der Wälder hervor wagen und in das helle Licht menschlicher Siedlungen treten. Die kleiner werdenden Wälder schicken die Tiere zu dem zurück, der ihnen den Lebensraum nimmt: dem Menschen. Man muss dazu nicht nach Alaska fliegen, um das zu erleben, man kann ganz schlicht vor die Haustüre gehen. Denn die Tiere rücken auch hierzulande näher an uns heran. Gerade die Tiere, die die Helden vieler Märchen und Kindergeschichten sind, werden gesichtet: Hasen jagen über die Wiesen der Stadtparks, Igel versuchen mutig – manchmal zu furchtlos – Straßen zu überqueren, Wildschweine zerwühlen die Vorgärten und Füchse machen den Uni-Campus zu ihrem Revier.

 

Mensch und Tier rücken wieder näher zusammen, näher, als man es in den Städten über Jahrhunderte gewohnt war. Auf diese Weise werden die Menschen an die Naturkreisläufe erinnert, in die auch sie eingebunden sind. In der Natur ist das beständige Werden und Vergehen allgegenwärtig, in Städten und auch in Dörfern ist es fast unsichtbar gemacht worden. Der mährische Komponist Leoš Janáček (1854–1928) hat mit seiner Oper Das schlaue Füchslein gerade den Menschen in den Städten vom Leben am Land und im Wald erzählen wollen – und davon, dass das Leben bei Mensch und Tier letztlich in ähnlichen Bahnen verläuft. Die Handlung teilt sich zwischen den Abenteuern einer jungen Füchsin im Wald und den Schicksalen einiger Menschen eines in diesem Wald gelegenen Dorfes auf. Leoš Janáček hatte die 1920 erschienene Bildergeschichte Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf (Přihody Lišky Bystroušky) von Rudolf Tešnohlídek in der Zeitung gelesen und war spontan begeistert. Er ging sofort an die Arbeit, und schon 1924 war die Oper vollendet und konnte in Brünn über die Bühne gehen.

 

Das schlaue Füchslein, wie die Oper auf Deutsch heißt, ist zwar voller Naturstimmungen und Tierlauten, doch es ist kein naives Märchen geworden. Der zum Zeitpunkt der Uraufführung bereits 70-jährige Komponist zeigt eine Welt im Kleinen, in der das Leben an sich in Ausschnitten aus den Schicksalen von Menschen und Tieren vorgeführt wird. Den tragisch-melancholischen Schluss der Handlung überführt der Komponist in seiner klangprächtigen Partitur zu einer Apotheose der ewigen Natur, in deren Kreislauf alles Leben eingebunden ist.

 

Damit die Oper nicht zu einem süßlichen Idyll gerät, was der Absicht des Komponisten zuwider liefe, hat der Regisseur Matthias Davids, der in Linz zahlreiche Musicals und zuletzt die Barockoper La Calisto inszeniert hat, die Handlung an einen imaginären Stadtrand verlegt, an die Schnittstelle von Natur und Zivilisation – dorthin, wo heute immer häufiger Mensch und Tier aufeinander treffen.

 

In deutscher Sprache mit zusätzlichen Übertiteln

 

Musikalische Leitung Dennis Russell Davies/Daniel Linton-France

Inszenierung Matthias Davids

Bühnenbild Marina Hellmann

Kostüme Leo Kulaš

Choreografie Martin Dvořák

Dramaturgie Felix Losert

 

Besetzung

 

Förster Martin Achrainer/Bjørn Waag

Frau Försterin/Eule Karen Robertson

Schulmeister/Mücke Matthäus Schmidlechner

Pfarrer/Dachs Dominik Nekel

Haraschta, Geflügelhändler Seho Chang/Leo Köppl

Pásek, Gastwirt Hans-Günther Müller

Schopfhenne/Frau Pásková Cheryl Lichter

Frantik, Pepik, 2 Buben Tabea Mitterbauer/Anna Miyoshi/

Sascha Pichler/Julia Schnapper,

David Keller/Justus Leitner/Jenny Zuschrader

Füchsin Schlaukopf Gotho Griesmeier/Myung Joo Lee

Das junge Füchslein/ Hahn/Eichelhäher Elisabeth Breuer

Hund/Specht Elsa Giannoulidou

Fuchs Katerina Hebelkova

 

Chor des Landestheaters Linz

Kinderchor des Landestheaters Linz

Ballett des Landestheaters

Bewegungsensemble des Landestheaters

Bruckner Orchester Linz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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