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DER IDEALE MANN von Oscar Wilde, Schweizerische Erstaufführung der deutschen Fassung von Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Freitag, 9.12.2011, 20 Uhr, Pfauen. -----

Sir Robert Chiltern machte sein immenses Vermögen, indem er einem wesensverwandten Börsenspekulanten wichtige Kabinettsgeheimnisse anvertraut hatte.

Es gelingt ihm, sein damaliges Vorgehen geheimzuhalten, bis Mrs. Cheveley, eine ehemalige Schulkollegin Lady Chilterns, auftaucht. Sie erpresst Robert mit seinem brisanten Geheimnis, um seine Unterstützung für ein Projekt zu gewinnen, in das sie eigenes Geld investiert hat. Roberts engstem Freund, Lord Arthur Goring, der selbst einmal kurz mit Mrs. Cheveley intim war, gelingt es schliesslich, die unbequeme Erpresserin auszutricksen …

 

Oscar Wildes „An Ideal Husband“ wurde 1895 am Londoner Haymarket Theatre uraufgeführt. Der Titel dieser von Erpressung, politischer Korruption und Heuchelei erzählenden Komödie lautete im Deutschen üblicherweise „Der ideale Gatte“ oder „Ein perfekter Ehemann“; Elfriede

Jelinek nennt ihre Neufassung, die nach der Uraufführungsinszenierung durch Barbara Frey am 23. November 2011 am Wiener Burgtheater, in der Schweiz erstmals aufgeführt wird, DER IDEALE MANN. Und das ist nicht der einzige Unterschied: Wie schon in Elfriede Jelineks Bearbeitung von Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“ („Ernst ist das Leben“) bilden monströse Männer und Frauen die Bestandteile einer emotional und intellektuell ausgehöhlten, selbstgerechten Gesellschaft, die gerade deshalb so reibungslos funktioniert, weil jeder sich nur noch für sich selbst und sein eigenes Fortkommen interessiert. So erscheint die politische Intrige nicht als Ausnahme, sondern als wesenhafter Bestandteil der Politik. Und die Unfähigkeit zur Menschlichkeit als prägendes

Charakteristikum des Menschen.

 

Regisseurin Tina Lanik wurde 1974 in Paderborn geboren, wuchs in Stuttgart auf und studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien. Ursprünglich wollte sie in den diplomatischen Dienst treten, hospitierte dann aber bei Elmar Goerden und wurde von ihm als Regieassistentin ans Schauspielhaus

Wien empfohlen. Nach Assistenzen in Stuttgart, Wien und Lausanne gab sie mit der „Belgrader Trilogie“ von Biljana Srbljanovic am Rabenhof Theater in Wien ihr Regiedebüt. 2002 begann ihre Arbeit für das Bayerische Staatsschauspiel in München, 2003 wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Sie inszenierte bereits u.a. am Schauspielhaus

Bochum, am Theater am Neumarkt Zürich, am Deutschen Theater Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Wiener Burgtheater, dem Schauspiel Frankfurt, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Schauspiel Hannover. Für Tina Lanik ist DER IDEALE MANN die erste Auseinandersetzung sowohl mit dem Werk von Oscar Wilde als auch mit der Sprache von Elfriede Jelinek, der Literaturnobelpreisträgerin von 2004.

 

Regie Tina Lanik

Bühne Stefan Hageneier

Kostüme Su Sigmund

Musik Rainer Jörissen

Licht Frank Bittermann

Dramaturgie Thomas Jonigk

 

Mit:

Sir Robert Chiltern Markus Scheumann

Lord Caversham Ludwig Boettger

Lord Goring, sein Sohn Patrick Güldenberg

Phipps, Lord Gorings Diener Janina Schauer

Lady Chiltern Isabelle Menke

Mabel Chiltern Julia Kreusch

Mrs. Cheveley Susanne-Marie Wrage

Lady Markby Miriam Maertens

 

Weitere Vorstellungen im Pfauen:

12./ 14./ 23./ 27. Dezember, jeweils 20 Uhr

31. Dezember, 15 & 20 Uhr (Silvestervorstellungen)

weitere Vorstellungen im sind in Planung

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