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deutsche erstaufführung: "Habe die Ehre" - Eine Parallelgesellschaftskomödie von Ibrahim Amir, Schauspiel Köln

Premiere 09. MAI 2014, 20.00 Depot 2. ------

Im Wohnzimmer tagt der Familienrat. Es geht um alles: nämlich um die Familienehre. Diese hat die Tochter beschmutzt, indem sie ihren Ehemann betrogen hat und mit einem anderen durchgebrannt ist. Nun sitzt sie im Zimmer nebenan.

Wie mit ihr zu verfahren ist, ist für die Anwesenden völlig eindeutig: Erschossen gehört sie, wie schon ihr Liebhaber. Nur so lässt sich die Familienehre wiederherstellen, nur so sind weitere Herabwürdigungen abzuwenden. Es gilt jetzt nur noch zu klären, wer den Ehrenmord ausführen soll – der gehörnte Ehemann, ihr Vater, ihr Bruder oder gar der Schwiegervater? Allein – Freiwillige finden sich nicht, dafür aber massenweise Ausreden und krude Rechtfertigungen. Die einheimische Staatsgewalt in Form von zwei rüde auftretenden Polizisten, die für Ruhe sorgen wollen, trägt auch nicht zur Klärung bei – hapert es hier doch schon am generellen Verständnis füreinander. Und als auch noch der eigentlich ja bereits exekutierte Liebhaber im Wohnzimmer erscheint, übernimmt das Absurde endgültig die Oberhand…

 

Mit HABE DIE EHRE ist dem aus Syrien stammenden und in Wien lebenden jungen Autor Ibrahim Amir etwas scheinbar Unmögliches gelungen – eine Komödie zum Thema Ehrenmord zu schreiben. Mit abgründigem Humor und einem genauen Blick seziert er längst überlebte Vorstellungen von Ehre, Moral und Männlichkeit. Gleichzeitig gibt das Stück einen Eindruck von den Dynamiken innerhalb einer »Parallelgesellschaft« – wie auch den durch Ignoranz und Desinteresse gekennzeichneten Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit ihr.

 

Das Stück wurde in Wien uraufgeführt und entwickelte sich rasch zum großen Publikumserfolg.

 

Regie Stefan Bachmann

Bühne Thomas Garvie

Kostüme Birgit Bungum

Dramaturgie Sibylle Dudek

 

MIT Mohamed Achour • Larissa AImée Breidbach • Johannes Benecke • Robert Dölle • Julischka Eichel • Benjamin Höppner • Melanie Kretschmann • Guido Lambrecht • Sabine Orléans • Jakob-Leo Stark

 

25.05. / 28.05. / 29.05.

 

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