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Deutsche Erstaufführung: „Richtig alt, so 45“ von Tamsin Oglesby, Schauspiel Essen

Premiere 15. April 2012, 19 Uhr, Grillo-Theater. -----

Die eher düstere Zukunftsvision einer fiktiven, ungeduldigen Leistungsgesellschaft, in der es als Ordnungswidrigkeit gilt, alt zu werden bzw. zu sein.

Die Geschichte spielt in London, in einer vielleicht gar nicht mehr ganz so fernen Zukunft. Drei Wissenschaftler suchen in einem Forschungslabor der Regierung nach Lösungen für die beiden drängendsten Probleme der Zeit: das Alter und die Jugend. Einerseits leben Senioren länger, als es biologisch natürlich bzw. ökonomisch sinnvoll erscheint. Auf der anderen Seite ist die Anzahl der von ihren überarbeiteten Eltern vernachlässigten Jugendlichen in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Die Forscher haben eine Lösung: die Daseinsberechtigung der Alten unter Vorbehalt. Nur wenn diese bereit sind, nach einem festgelegten System Punkte zu sammeln, indem sie beispielsweise einen vernachlässigten Jugendlichen als Adoptivenkel bei sich aufnehmen oder alternativ an medizinischen Tests in der neuen Klinik „Die Arche” teilnehmen, werden sie weiterhin geduldet. Für unkooperative Alte gibt es eine ultimative Dienstleistung: die Pille für den sanften Tod. Immerhin sieht man mit „Ryanol” farbenprächtige Papageien, bevor man stirbt.

 

Dies ist die Welt, in der die betagten Geschwister Lynn (Claudia Amm), Alice (Ingrid Domann) und Robbie (Claus Dieter Clausnitzer) sich behaupten müssen – immer im Kampf um die erforderlichen Punkte: Die an fortschreitendem Gedächtnisverlust leidende Lynn adoptiert die 16-jährige Millie, was sie dennoch nicht vor der „Arche” bewahrt. Lynns Schwester Alice leidet an Schwerhörig¬keit, Diabetes und Gelenkverschleiß und findet sich nach einem schweren Sturz ebenfalls in der berüchtigten Klinik wieder. Und Robbie versucht verzweifelt, mittels Mode, Pflegeprodukten und Haarfärbemitteln immer jünger zu wirken.

 

Regie führt Jens Pesel, dessen Inszenierung von „Die Grönholm-Methode“ derzeit sehr erfolgreich im Grillo-Theater läuft. Für Bühne und Kostüme zeichnet Diana Pähler verantwortlich. Die Videografen sind Stefanie Großerichter, Anika Takagi und Thomas Tegethoff.

 

In weiteren Rollen: Anna Döing, Floriane Kleinpaß, Ines Krug, Holger Kunkel, Jens Ochlast, Tobias Roth und Monika Stahler sowie Statisterie.

 

Die Inszenierung entsteht in Kooperation der Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen mbH (GSE).

 

Kartenvorverkauf: TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen, Tel.: 0201/81 22-200, oder unter tickets@theater-essen.de

 

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