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Deutschsprachige Erstaufführung: "Allwissen" von Tim Carlson in Magdeburg

Premiere am: 14. 10. 2007, 1930 Uhr, schauspielhaus/studio

 

In der Welt der Zukunft ist der permanente Krieg gegen Terroristen Wirklichkeit geworden. Der Einflußbereich der »Regierung« ist in militärische Planquadrate unterteilt und unter totale Überwachung gestellt.

Journalisten heißen »Information Specialists« und haben den Auftrag, Siegeshymnen auf die Regierungstruppen zu fabrizieren. Der »Information Specialist« Warren soll aus dem Filmmaterial seines Kollegen, der als Frontberichterstatter gefallen ist, eine regierungstreue Dokumentation zusammenstellen. Dabei stößt er auf vielsagende Widersprüche im Material. Er beginnt, die Filme nach einer versteckten Botschaft zu durchforsten.

Warrens Freundin Anna ist schwer traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt. Sie lebt von Beruhigungsmitteln und Alkohol. An ihrer Geschichte – sie soll als Soldatin einer Spezialeinheit unter »friendly fire« geraten sein – stimmt ebenfalls etwas nicht.

 

Beim Versuch, die Puzzlestücke zusammenzufügen, gerät Warren ins Visier einer Untersuchungs-kommission der Medienzentrale; er wird vorgeladen. Da er spürt, daß er in Gefahr schwebt, beschließt er die Flucht – direkt zu den Aufständischen. Ein Unterfangen, das ihn das Leben kosten kann … Nach seinem Verschwinden stellt ein Geheimdienstagent eine Verräterakte über ihn zusammen. Das Material dazu liefern Film- und Tonaufnahmen aus seinem Privatleben, Aufzeichnungen der allgegenwärtigen Überwachungstechnik. Dann werden offizielle Bilder verbreitet, die den auf der Flucht erschossenen Warren zeigen. Doch welchen Bildern ist noch zu trauen?

 

Der kanadische Autor Tim Carlson ist Mitbegründer und Co-Direktor der »Western Theatre Conspiracy«, eines freien Theaters in Vancouver/Kanada. Er studierte Kreatives Schreiben und Journalistik und war als Schriftsteller, Journalist und Zeitungsredakteur tätig.

 

»Allwissen« entstand Anfang 2001 in Reaktion auf den beängstigenden Boom der Überwachungsindustrie. Tim Carlson ließ sich dabei von George Orwells »1984« und Aldous Huxleys »Brave New World« inspirieren. Mit dem 11. September 2001 wurde seine Zukunftsvision erschreckend gegenwärtig und das Stück plötzlich zu einem alarmierend realistischen Szenario. In der Regie von Richard Wolfe, dem Direktor des »Western Theatre Conspiracy«, erlebte es 2004 seine Uraufführung und gewann einen »Jessie Richardson Theatre Award«. Weitere Stücke: »Night Desk«, »The Chronicle Has Hart«, »The Reinvention of Minister Thorne«, »Diplomacy«.

 

Regie Isabel Osthues Bühne und Kostüme Sigi Colpe Videoproduktion Lilli Thalgott

 

 

 

 

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