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Deutschsprachige Erstaufführung: MANDEL UND SEEPFERDCHEN von Kaite O’Reilly im Mainfranken Theater Würzburg

Premiere: Di., 12.04.2016 | 20.00 Uhr | Kammerspiele. -----

Wo sind die Schlüssel? Ist die Kaffeemaschine aus? Hab ich das Fahrrad abgeschlossen? Die alltägliche Vergesslichkeit kennt wohl so gut wie jeder, doch was passiert, wenn man sich an bedeutsame Lebensabschnitte nicht mehr erinnern kann?

 

Wenn ein Unfall oder eine schwere Erkrankung das Gedächtnis so schwer beeinträchtigen, dass man zum Fremden im eigenen Leben wird? Kaite O'Reilly hat sich für ihr Stück Mandel und Seepferdchen, das 2008 in Cardiff uraufgeführt wurde, mit eben jenen Fragen beschäftigt und hinsichtlich der Skizzierung ihrer Figuren eine eher ungewöhnliche Richtung eingeschlagen. Denn häufig, wenn es um das Thema Gedächtnisverlust geht, sind die Protagonisten im gesetzten Alter und an Demenz erkrankt. Die Gegenwartsdramatikerin jedoch stellt die Lebenssituationen von zwei Menschen in den Fokus, die durch schwere Schicksalsschläge ihr Erinnerungsvermögen wesentlich früher verloren haben.

 

Joe, Anfang 30, besitzt nach einem Gehirntumor kein Kurzzeitgedächtnis mehr. Die Gründung einer Familie war für ihn und seine Frau immer das gemeinsam erklärte Ziel gewesen. Kinder gehörten für die beiden zu ihrer Zukunftsplanung. Doch wie soll das nun gehen, wenn Joe nicht einmal weiß, was er vor einer Minute getan hat?

 

Für Gwennan wurde die Zeit bereits vor über 20 Jahren in Folge eines schweren Autounfalls angehalten. Noch immer glaubt sie, Ende 20 zu sein und ein Baby zu erwarten. Doch der tägliche Blick in den Spiegel zeigt eine gealterte Frau. Auch der Mann, der vorgibt, mit ihr verheiratet zu sein, erscheint zwar vertraut, doch irgendwie viel zu alt. Jeden Tag muss sie von neuem die Wahrheit über ihr Leben lernen und jeden Tag vergisst sie wieder, was geschehen ist.

 

Mit bemerkenswerter Klarheit, befreiendem Humor und voller Empathie zeigt die preisgekrönte britische Autorin Kaite O’Reilly in Mandel und Seepferdchen, wie schwierig es ist, wenn Liebe ohne gemeinsame Vergangenheit auskommen muss und wenn Persönlichkeit an Kontinuität gebunden ist. 2009 wurde das Stück mit dem International Susan Smith Blackburn Award ausgezeichnet.

 

Inszenierung Stephan Suschke

Bühne Anika Wieners

Kostüme Veronica Silva-Klug

Dramaturgie Wiebke Melle

 

Mit: Maria Brendel, Alexander Hetterle, Claudia Kraus, Corinna Mühle, Georg Zeies

 

Weitere Termine:

20.00 Uhr: 17.04.| 27.04.| 04.05.| 11.05.| 18.05.| 02.06.| 19.06.| 05.07.| 15.07.| 21.07

 

Weitere Informationen und Tickets (Webshop) unter www.theaterwuerzburg.de bzw. www.theaterwuerzburg.de/webshop.

Theaterkasse: Tel. (0931) 3908-124 | karten@theaterwuerzburg.de

 

 

 

 

 

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