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Deutschsprachige Erstaufführung: YUKONSTYLE, Tragikomödie von Sarah Berthiaume, Tiroler Landestheater Innsbruck

PREMIERE am Samstag, 23. Oktober 2013, 20.00 Uhr, [K2] in den Kammerspielen. -----

Die Quebecerin Sarah Berthiaume (Jahrgang 1983) lässt sich für ihre Stücke gerne von Orten inspirieren, in diesem Fall vom Yukon. Um aus einer persönlichen Krise auszubrechen, fuhr sie im Bus vier Tage und vier Nächte quer durch Kanada – an einem Stück.

Als sie dann völlig gerädert in Whitehorse ankam, war sie sofort überwältigt von der unendlichen Weite und dem feindseligen Klima: 45 Grad unter null und 20 Stunden am Tag Dunkelheit. Eine Art existentieller Taumel befiel sie. Diesen Taumel hat sie versucht einzufangen und lässt in Yukonstyle vier ganz unterschiedliche, traumatisierte und streitlustige Menschen aufeinandertreffen. Herausgekommen ist dabei ein schräges Stück, das rasant wechselt zwischen abgründig direkten Dialogen und atemberaubend poetischen Monologen.

 

Kate steht mitten im Winter eines Tages in einem trashigen Lolita-Outfit an der Hauptstraße von Whitehorse und trampt: „Ich will mich mit Landschaft vollstopfen und platzen wie ein Partyluftballon; mich in einen schwarzen Konfettiregen verwandeln und in eiskalter Nacht auf den Yukon schneien.“ Völlig erfroren ist sie, als Yuko sie mit ins Auto und zu sich nach Hause nimmt. Yuko, die im Internet nachgesehen hat, wo auf der Welt es die wenigsten Japaner gibt. „Das war hier. Also habe ich alles verkauft und bin hergekommen.“ Sie wohnt mit Garin in einer WG, der wenig begeistert ist von der

schwangeren Kate auf dem Wohnzimmersofa. Er hat eine indigene Mutter und ist ganz besessen von der Idee, dass sie Ende der 80er Jahre dem Prostituierten-Serien-Killer Robert Pickerton zum Opfer fiel. Sein Vater Dad's hüllt sich derweil in Schweigen über die Mutter, hört Tag und Nacht Neil Young und säuft sich dabei langsam zu Tode. Alle vier sind einsame Gestalten. Dabei ist es nicht gut, einsam zu bleiben im Yukon Territory. Um vor dieser großartigen Natur bestehen zu können, hat man keine andere Chance, als sich zusammenzutun.

 

Deutsch von Christa Müller und Frank Weigand

 

REGIE

Susanne Schmelcher

AUSSTATTUNG

Salha Fraidl I

 

MIT

Yuko, Goldie ............................... Lisa Hörtnagl

Garin, Jamie ............................... Sergej Gößner

Dads ......................................... Andreas Wobig

Kate .......................................... Marion Fuhs

 

WEITERE VORSTELLUNGEN

November: 3., 20., 26. (jeweils 20.00 Uhr)

Dezember: 5. (20.00 Uhr)

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