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"Deutschstunde" nach dem Roman von Siegfried Lenz - Thalia Theater Hamburg

A-Premiere am 22. November um 20 Uhr im Thalia Theater

B-Premiere am 23. Oktober um 19 Uhr im Thalia Theater. -----

Siegfried Lenz, einer der ganz Großen Hamburgs, hat mit „Deutschstunde“ einen der wichtigsten deutschen Nachkriegsromane geschrieben. Indem er 1968 das nationalsozialistische Erbe im Alltag thematisierte, erreichte er zahllose Leser, ohne sie zu belehren.

 

Der Roman machte den Autor berühmt: Bis weit über den deutschsprachigen Raum hinaus wurde er gelesen und verstanden. Die eindringliche Geschichte handelt von einem im weit entfernten Berlin beschlossenen Malverbot durch die Nationalsozialisten und seiner komplizierten Durchsetzung auf dem norddeutschen Land. Jenseits der großen weltpolitischen Ereignisse zeichnet Siegfried Lenz in der schwierigen Freundschaft des Polizisten Jens Jepsen mit dem Maler Max Nansen eine unspektakuläre Tragödie über Pflicht und Pflichtvergessenheit. Erzählen lässt er die Ereignisse von einem Kind, das nach dem Krieg als Jugendlicher auf der Elbinsel Hahnöfersand für die Sünden der Vätergeneration büßt und nicht vergessen kann. Nicht vergessen, dass am Himmel plötzlich nicht Möwen flogen, sondern Flugzeuge ihre Angriffe, dass Bilder verbrannt wurden und Freundschaften zerstört, dass Väter Kinder schlugen und Halt in Uniformen suchten.

 

„Deutschstunde“, jahrzehntelang Schullektüre, soll in Hamburg einmal ganz anders zu sehen sein, auf der Bühne und mit Schauspielern des Thalia Theaters. Siegfried Lenz hat aus diesem Anlass den niederländischen Regisseur Johan Simons zu sich nach Hause an die Elbe eingeladen. In einem sehr persönlichen Gespräch, in dem viel von beider Affinität zum Wasser die Rede war, berichtete Simons davon, wie er als Kind eine Überschwemmungskatastrophe erlebte, eine Erfahrung, die ihn maßgeblich prägte. Wie Siegfried Lenz seine Figuren gegen die Weite der norddeutschen Landschaft stellt, darin findet Simons die Ausgesetztheit, die Verlorenheit des Menschen in der Natur wieder. Die Bühnenfassung des Romans wird diese Bilder der Literatur in Bilder des Theaters übertragen.

 

Bühnenbearbeitung von Susanne Meister

 

Regie Johan Simons

Bühne Bettina Pommer

Kostüme Henriette Müller

Musik Maarten Schumacher

Dramaturgie Susanne Meister

 

Ensemble Franziska Hartmann (Hilke Jepsen, Tochter), Jens Harzer (Jens Ole Jepsen, Polizeiposten

Rugbüll), Jörg Pohl (Siggi Jepsen, jüngster Sohn), Sebastian Rudolph (Max Ludwig Nansen, Maler),

Gabriela Maria Schmeide (Gurun Jepsen, Frau), Sebastian Zimmler (Klaas Jepsen, älterer Sohn)

 

Weitere Vorstellung am 25. November, 3. und 26. Dezember jeweils um 20 Uhr sowie am 21. Dezember

um 19 Uhr.

 

Karten 040. 32 81 44 44 / www.thalia-theater.de

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