Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Comedian Harmonists" von Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz Wittenbrink (Musik) im Theater Pforzheim "Die Comedian Harmonists" von Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz..."Die Comedian...

"Die Comedian Harmonists" von Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz Wittenbrink (Musik) im Theater Pforzheim

Premiere am Freitag, 11.Juni, 20 Uhr im Großen Haus

 

Sie waren das erfolgreichste Vokalensemble ihrer Zeit. Die fünf Sänger und ein Pianist, die sich im Dezember 1927 zum ersten Mal in einer Berliner Wohnung trafen.

Als "Comedian Harmonists" sollten sie bald eine Weltkarriere beginnen, wie sie keine Gesangsformation vor ihnen erreicht hatte. Am Theater Pforzheim lässt nun das musikalische Schauspiel "Die Comedian Harmonists" von Franz Wittenbrink und Gottfried Greiffenhagen die außergewöhnliche Geschichte dieses Sextetts wieder lebendig werden.

 

Mit Liedern wie "Mein kleiner grüner Kaktus" und "Ein Freund, ein guter Freund" füllten die Comedian Harmonists über Jahre nicht nur die Konzertsäle Berlins, sondern der ganzen Welt. Konzerttourneen führten sie durch Europa und nach Amerika. Ihre Lieder wurden international gefeiert. Ihre witzigen und charmanten Chansons sind noch heute weltbekannt. Mitten in ihren größten Triumphen holte das bittere Zeitgeschehen sie ein: Die Nationalsozialisten erteilten den Comedian Harmonists 1934 Auftrittsverbot, da drei der sechs Harmonists Juden waren. Bis 1935 tourten sie noch im Ausland, dann löste sich die Gruppe für immer auf. Getrennt entstanden zwei Gruppen, die Juden traten zunächst in Wien auf, später machten sie einige Welttourneen als "Comedy Harmonists". Der anderen fanden in Deutschland neue Partner und nannten sich fortan "Meistersextett".

 

Mit dem letzten Konzert in Deutschland setzt das musikalische Schauspiel von Franz Wittenbrink und Gottfried Greiffenhagen ein. Das 1997 uraufgeführte Stück will keine Dokumentation sein, und ist auch mehr als ein szenischer Liederabend. Freude, Freundschaft, Konflikte und Leid der außergewöhnlichen Gruppe werden auf einfühlsame Weise dargestellt. Regisseur David Gravenhorst, der hier bereits in der letzten Spielzeit bei der Deutschsprachigen Erstaufführung von "Liebe auf den ersten Blick" Regie führte, entführt mit seiner Inszenierung von "Die Comedian Harmonists" in die Welt dieser Ausnahmekünstler, denen in schwierigen Zeiten eine große Karriere gelang. Dem Bühnenbild von A. Christian Steiof gelingt es dabei, sowohl die Konzertatmosphäre der Dreißiger Jahre einzufangen, als auch den passenden Rahmen für die private Momente im Leben der Gruppe zu schaffen. Seine zeitgenössischen Kostüme sind nicht nur ein Abbild dieser Jahre, sondern auch Spiegelbild von Erfolg und Scheitern der Künstler in dieser Zeit.

 

Inszenierung: David Gravenhorst | Musikalische Leitung: Martin Erhard | Bühne und Kostüme: A. Christian Steiof | Choreografisches Training: Elsa Genova | Dramaturgie: Georgia Eilert

 

Mit: Daniel Ewald (Ari Leschnikoff), Stefan Kiefer (Roman Cykowski), Michael Meichßner (Erich Collin), Martin Schwartengräber (Harry Frommermann), Jörg Bruckschen (Robert Biberti), Martin Erhard (Erwin Bootz) und Fredi Noël (Hans und andere Herren)

 

Weitere Vorstellungen am Mo., 14. Juni, 19.30 Uhr und So., 20. Juni, 19.30 Uhr

 

Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit am Sonntag, 10. Oktober 2010, 19.30 Uhr.

 

Karten für "Die Comedian Harmonists" gibt es ab 13,20 Euro (ermäßigt 6,85 Euro) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter 07231-392440, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und im Internet auf www.theater-pforzheim.de.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑