HomeBeiträge
"Die Geburtstagsfeier" von Harold Pinter im Burgtheater Wein"Die Geburtstagsfeier" von Harold Pinter im Burgtheater Wein"Die Geburtstagsfeier"...

"Die Geburtstagsfeier" von Harold Pinter im Burgtheater Wein

Premiere 3. September 2017, 19.00, Akademietheater. -----

Ein älteres Ehepaar, Petey und Meg, betreibt eine Strandpension am Meer, in der sich Stanley seit Jahren als einziger Gast einquartiert hat. Der junge Mann behauptet, ein talentierter, aber glückloser Konzertpianist gewesen zu sein.

Das seltsame Idyll wird von zwei Fremden gestört. Petey hat sie eingeladen, bei ihm zu wohnen. Woher sie kommen, bleibt völlig im Dunklen. Einmal im Haus, machen sie es sich bequem, während Stanley durch ihre Anwesenheit immer nervöser wird. Die beiden helfen Meg sogar bei den Vorbereitungen zu Stanleys Geburtstagsfeier, die an diesem Abend stattfinden soll. Noch vor der Party nehmen die Fremden Stanley in ein absurdes Kreuzverhör, das eher einer Gehirnwäsche gleicht und bei dem sich schreckliche Anschuldigungen mit religiösen Fragen und absurd historisch-politischen Reminiszenzen ablösen. Die Party selbst wird für Stanley zu einem hysterischen Ritual der Vernichtung seiner Persönlichkeit.

 

Die Geburtstagsfeier ist eine finstere Komödie, in der Gewalt in eine ordentliche bürgerliche Gesellschaft einbricht und sie zu zerstören droht. Die Menschen sind bei Pinter so verunsichert, dass sie selbst nicht wissen, welchen Motiven sie folgen. Angst und Entsetzen haben keinen Namen mehr, sie sind vieldeutig, unbestimmt und undefinierbar.

 

Harold Pinter wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. 2005 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. In den 80er Jahren begann sein unüberhörbares politisches Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen, das bis zu seinem Tod im Dezember 2008 anhielt.

 

Mit Roland Koch, Nina Petri, Pierre Siegenthaler, Max Simonischek, Oliver Stokowski, Andrea Wenzl

 

Regie Andrea Breth

Bühne Martin Zehetgruber Kostüme Jacques Reynaud

Musik Bert Wrede Licht Friedrich Rom Dramaturgie Klaus Missbach

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑