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DIE ITALIENERIN IN ALGIER von Gioacchino Rossini im Staatstheater KasselDIE ITALIENERIN IN ALGIER von Gioacchino Rossini im Staatstheater KasselDIE ITALIENERIN IN...

DIE ITALIENERIN IN ALGIER von Gioacchino Rossini im Staatstheater Kassel

Premiere 18.5.2007 um 19.30 Uhr.

 

Entführung aus dem Serail umgekehrt: Hier eilt die Gefährtin, den Freund aus der Sklaverei zu befreien.

Auf der Reise wird sie zwar von Piraten gekidnappt, aber zufällig nach Algier verschleppt. Bey Mustafa kommt sie sehr gelegen, hat er doch seinen Piratenchef beauftragt, ihm eine Italienerin zu beschaffen. Die seien so emanzipiert. Gut dreißig Jahre nach Mozarts Türkenstreich gilt dieser Ruf offenbar auch nicht mehr den Engländerinnen allein. Und weil sie so emanzipiert seien, hätte er, den seine einheimischen, gehorsamen Haremsdamen nur mehr langweilen, große Lust, europäisch-exotisch-weiblichem Selbstbewusstsein die Flötentöne beizubringen. Das wird, man ahnt es, nicht gelingen, denn leider ist der maghrebinische Macho zu arglos und vertrauensselig, um die krummen Touren seiner europäischen Gegner zu durchschauen. Isabella, die Italienerin, und Lindoro, ihr Freund, verleihen ihm nämlich den, wie sie sagen, in der Heimat hochgeschätzten Orden der »Pappataci«, damit sie in Ruhe fliehen können. Der Ordensträger, der nun in die ruhmreiche Gesellschaft der »Pappa-halt-den-Mund«-Mitglieder aufgenommen ist, muss nämlich – das sagt ja schon der Name – zu allem schweigen, was um ihn vorgeht; und sei’s die Flucht seiner angebeteten italienischen Emanze.

 

Die Italienerin in Algier war Rossinis erste große komische Oper und ein durchschlagender Erfolg bei ihrer Uraufführung 1813 in Venedig. Der Komponist kommentierte: »Ich glaubte, dass die Venezianer mich für verrückt halten würden, nachdem sie meine Oper gehört haben. Nun stellt sich heraus, dass sie noch verrückter sind als ich.« Verrückt komisch ist die Oper tatsächlich, bis in die letzte Konsequenz des Absurden, darin noch unerbittlicher als der spätere BARBIER VON SEVILLA; einfach unwiderstehlich.

 

MUSIKALISCHE LEITUNG Rasmus Baumann / Jens Troester / Giulia Glennon

INSZENIERUNG Lorenzo Fioroni

BÜHNE Cordelia Matthes

KOSTÜME Sabine Blickenstorfer

DRAMATURGIE Rüdiger Schillig

CHOREINSTUDIERUNG Marco Zeiser Celesti

REGIEASSISTENZ Lisa-Marie Küssner

 

Besetzung

Derrick Ballard (Mustafa, Bey von Algerien), Netta Or / Karen Frankenstein (Elvira, seine Gattin), Terhi Kaarina Lampi (Zulima, Lieblingssklavin Elviras), Jürgen Appel (Haly, Kapitän der algerischen Kosaren), Eric Laporte / Young-Hoon Heo (Lindoro), Monika Walerowicz (Isabella, eine italienische Dame), Falko Hönisch (Taddeo)

 

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