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Düsseldorfer Schauspielhaus: "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist

Premiere am 14.9.2007 um 1930 Uhr, Großes Haus

 

Manchmal sind Träume wirklicher als die Wirklichkeit. Ein Schicksalhafter Traum ist es, in dem ein Engel dem fünfzehnjährigen Käthchen von Heilbronn den Grafen Wetter vom Strahl als Geliebten verheißt – und das Mädchen ›wie ein Hund‹ seinem Angebeteten auf Schritt und Tritt folgen lässt.

 

Auch dem Grafen erscheint im Fiebertraum ein Engel und verkündet, er werde die Kaisertochter heiraten. Diese glaubt er in Kunigunde von Thurneck, deren Schönheit nur eine künstliche ist, gefunden zu haben. Kunigunde jedoch entpuppt sich als intrigantes und besitzgieriges Vampirwesen.

Sie erkennt in Käthchen die Rivalin und schreckt auch vor einem Mordversuch nicht zurück.

 

Heinrich von Kleists 1807/08 entstandenes Ritterschauspiel stellt die Frage nach dem Füreinanderbestimmtsein zweier Menschen, nach der besessenen, unbedingten und grenzenlosen Liebe. In einer märchenhaft überhöhten Welt verklären Träume nicht die Realität, sondern führen auf wundersame Weise zu ihr hin. Erst mittels ihrer Traumverheißung findet Käthchen zu ihrer wahren Identität. Entgegen allen gesellschaftlichen Konventionen lebt sie in bedingungslosem Glauben an den Geliebten ihren Traum – rücksichtslos unbeirrt und deshalb so monströs und undurchschaubar für andere.

 

Kleist schuf mit dem Käthchen eine seiner unverwechselbaren Figuren, die auf unbegreifliche und rational nicht fassbare Weise über sich hinauswachsen und ihrem – jeder Gefährdung überlegenen – innersten Gefühl folgen.

 

Inszenierung Amélie Niermeyer

Bühne Maria-Alice Bahra

Kostüme Stefanie Seitz

Musik Parviz Mir-Ali

Darsteller (in) Pierre Siegenthaler Markus Scheumann Susanne Tremper Thiemo Schwarz Cathleen Baumann Mariannne Hoika Michael Schütz Claudia Eisinger Jean-Luc Bubert Denis Geyersbach Michele Cuciuffo

 

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