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Ein Doppelabend um Antigone und Ismene im Theater KonstanzEin Doppelabend um Antigone und Ismene im Theater KonstanzEin Doppelabend um...

Ein Doppelabend um Antigone und Ismene im Theater Konstanz

Premiere 22.10.2010 – 20.00 Uhr Stadttheater

 

"Antigone" von Sophokles, in einer Bearbeitung von Martin Walser / Edgar Selge

und

"Schwester von" (DE) von Lot Vekemans

 

Ismene und Antigone sind Schwestern, die jüngsten Sprösslinge der sagenumwobenen Familie Ödipus. Während sich Antigone als mutige Frau gegen das Gebot der Stadt stellt und darum kämpft, mit einer Bestattung den verstoßenen Bruder würdig zu beerdigen, bleibt die Schwester Ismene auffällig bedeutungslos.

 

In einem Doppelabend treffen nun die Schwestern und ihre Perspektiven der Geschichte aufeinander – erst in der klassischen, über 2000 Jahre alten Tragödie von Sophokles, dann in einer deutschen Erstaufführung

des Monologs der niederländischen Autorin Lot Vekemans. Eine große Heldengeschichte, erzählt von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Zur Inszenierung

Stellt man Antigone und Ismene gegenüber, fällt es leicht, den Mut und die Kraft Antigones zu bewundern; Ismene hingegen verurteilt man ihrer Unsicherheit wegen und verdammt sie für ihre Schwäche, die sie am Mittun hindert. So unterschiedlich die beiden Schwestern sind, sie teilen die Verletzung und Hilflosigkeit, als letzte Überlebende ihrer Familie das Richtige, das von ihnen Erwartete, zu tun. Erschwerend kommt hinzu, dass ihr Konflikt öffentlich ausgetragen wird: als Königskinder stehen sie im Fokus des Volkes, das allgegenwärtig die Entscheidungen der Familie begleitet und kommentiert. Was immer passiert: das Volk guckt. Das Volk urteilt. Das

Volk spricht.

 

Leyla-Claire Rabih hat diesen öffentlichen Charakter der Verhandlung wörtlich genommen und sieht im Publikum das Volk Thebens. Der Zuschauer kann seiner Rolle nicht entrinnen und wird so zum Zeuge und Mittäter an der Tragödie. Es entsteht ein intensives Spiel, das auch an die Verantwortlichkeit der Masse appelliert und immer wieder die Frage aufwirft: Was kann der Einzelne bewirken?

 

Nach ihren erfolgreichen Produktionen Der Schnitt und Nordost inszeniert die

Französin Leyla-Claire Rabih zum dritten Mal am Theater Konstanz.

 

Inszenierung Leyla-Claire Rabih | Ausstattung Toto

Sounddesign Anouschka Trocker | Dramaturgie Kerstin Daiber

 

Mit Jennipher Antoni, Julia Philippi, Jürgen Bierfreund, Otto Edelmann, Frank Lettenewitsch,

Yannick Zürcher

 

Weitere Termine: 30.10., 31.10., 04.11., 06.11., 12.11., 25.11., 27.11., 08.12., 14.12. und 15.12.10

um 20.00 Uhr; 24.11 um 15.00 Uhr; 28.11. um 18.00 Uhr; 26.11. u. 10.12.10 um 19.30 Uhr;

 

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

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