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Ergebnisse der "Opernwelt"-Umfrage

Basel ist nach der diesjährigen Umfrage der Fachzeitschrift Opernwelt "Opernhaus des Jahres". Auf dem zweiten Platz steht die Oper Frankfurt, auf dem dritten Platz das Theater an der Wien. Damit ist die Oper Frankfurt nach dieser Umfrage das beste Opernhaus in Deutschland.

Als bestes Orchester sieht die Umfrage das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Die Oper Frankfurt steht nach Basel an zweiter Stelle der Kritikergunst, weil sie eine gelungene Mischung aus Wagemut und Bodenhaftung bei der Programmgestaltung biete. Der dritte Platz geht an das Theater an der Wien, das sich wieder als vielseitigste Opernbühne Österreichs profiliert habe.

 

Stefan Herheim ist für seine Inszenierung von Richard Strauss’ Der Rosenkavalier am Stuttgarter Opernhaus als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet worden. Unter den fünf Aufführungen, die von der Opernwelt zu den wichtigsten der vergangenen Spielzeit gekürt wurden, ist die Staatsoper Stuttgart gleich mit drei Neuproduktionen vertreten: Neben Herheims Rosenkavalier-Inszenierung wurden Calixto Bieitos Sicht auf Richard Wagners Parsifal und Leoš Janáčeks Katja Kabanova in der Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito gewählt.

 

Auf gute Teamarbeit geht der Erfolg von Regisseur Stefan Herheim zurück, der für seinen «Rosenkavalier» an der Stuttgarter Staatsoper nun zum dritten Mal ganz oben in der Kritikermeinung steht. Mit Herheim arbeiten auch die Bühnenbildnerin und die Kostümbildnerin des Jahres, Rebecca Rings und Gesine Völlm. Das Votum für den besten Chor geht an die Deutsche Oper Berlin (Leitung: William Spaulding), vor allem für die Leistung in Wagners «Rienzi».

 

Aufführung des Jahres wurde Verdis «Macbeth» am Brüsseler Theatre de la Monnaie. Die «Uraufführung des Jahres» fand an der Wiener Staatsoper statt: Aribert Reimanns «Medea». Für ihre Gestaltung der Titelpartie und für ihre Vielseitigkeit wurde Marlis Petersen zur «Sängerin des Jahres» erkoren. Der Bariton Christian Gerhaher wurde zum besten Sänger gewählt. Entscheidend dafür waren seine Auftritte in Henzes «Prinz von Homburg» (Theater an der Wien) und als Wolfram in «Tannhäuser» (Wiener Staatsoper und Bayerische Staatsoper).

 

Als bestes Orchester sieht die Umfrage das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Die Oper Frankfurt steht nach Basel an zweiter Stelle der Kritikergunst, weil sie eine gelungene Mischung aus Wagemut und Bodenhaftung bei der Programmgestaltung biete. Der dritte Platz geht an das Theater an der Wien, das sich wieder als vielseitigste Opernbühne Österreichs profiliert habe.

 

Zum besten Dirigenten wählten die Kritiker Ingo Metzmacher. Metzmacher, bisher an der Spitze des Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin, habe sich vor allem als großer Interpret zeitgenössischer Werke erwiesen. Gelobt haben die Fachjournalisten seine Arbeit an Luigi Nonos «Al gran sole» bei den Salzburger Festspielen 2009 mit den Wiener Philharmonikern sowie Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an der Wiener Staatsoper und Franz Schrekers «Der ferne Klang» in Zürich.

 

Cecilia Bartolis CD «Sacrificium» wurde als Einspielung des Jahres bewertet. In dem Album zelebriere sie die Gesangskunst der Kastraten-Ära mit unvergleichlichem Temperament als virtuoses Rollenspiel. Mit «drei Stunden großem Musiktheater» hätten in Brüssel Paul Daniel und Krzysztof Warlikowski Verdis «Macbeth» ganz nah an Shakespeare herangerückt und damit nach mehrheitlicher Auffassung die «Aufführung des Jahres» geliefert.

 

Schlechte Noten bekommt dagegen die «kopflose» Münchner Kulturpolitik. Das Votum «Ärgernis des Jahres» betrifft sowohl den Machtkampf zwischen dem unterlegenen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Kent Nagano, und dem Intendanten Nikolaus Bachler, als auch den Streit zwischen den Münchner Philharmonikern und Christian Thielemann; Minuspunkte gab es auch für den Umgang mit Ulrich Peters, dem Intendanten des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Große Teile der Verantwortung werden Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) angelastet.

 

Als ärgerlich wurden ebenfalls Neuproduktionen wie «Don Giovanni», «Tosca» oder «Die Tragödie des Teufels» von Peter Eötvös an der Bayerischen Staatsoper eingestuft. Unmut rief auch die Münchner Biennale unter Peter Ruzicka hervor, von der kaum noch Impulse ausgingen.

 

Im Jahrbuch von «Opernwelt», das auch den 50. Geburtstag der Zeitschrift würdigt, spricht der australische Regisseur Barrie Kosky, der 2012 Intendant der Komischen Oper Berlin wird, über die weltweit einmalige Opernszene in Deutschland, vor allem in Berlin mit seinen drei Häusern. Es gebe keine andere Opernstadt auf der Welt, in der jedes Jahr 800 000 Tickets für Opernaufführungen verkauft würden.

 

 

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