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"Erich vom Endt - Theaterfotografie" - Grosse Retrospektive im Düsseldorfer Theatermuseum

Die Ausstellung ist bis zum 8. November 2015 an der Jägerhofstraße 1 in Düsseldorf zu sehen. -----

Er macht das Wesentliche einer Situation, das Innere eines Schauspielers sichtbar: Der Düsseldorfer Fotokünstler Erich vom Endt lässt uns mit seinen Schwarzweiß-Fotografien tief in die Seele seiner Protagonisten schauen. Hier ein durchdringender Blick, dort ein Moment der Erschöpfung – seine Theaterfotografien zeigen Momente von beeindruckender Intensität in einer Welt der inszenierten Wirklichkeiten.

 

Er macht das Wesentliche einer Situation, das Innere eines Schauspielers sichtbar: Der Düsseldorfer Fotokünstler Erich vom Endt lässt uns mit seinen Schwarzweiß-Fotografien tief in die Seele seiner Protagonisten schauen. Hier ein durchdringender Blick, dort ein Moment der Erschöpfung – seine Theaterfotografien zeigen Momente von beeindruckender Intensität in einer Welt der inszenierten Wirklichkeiten.

 

Seine beeindruckenden Theaterfotografien befinden sich seit 2014 im Theatermuseum. Damals hatte der Künstler beschlossen, einen Großteil seines fotografischen Werkes dem Museum als Schenkung zu überlassen. Anlässlich des 80. Geburtstags von Erich vom Endt widmet das Düsseldorfer Theatermuseum dem Fotokünstler als Dankeschön eine umfangreiche Retrospektive mit insgesamt 80 ausgewählten Fotografien aus den Bereichen Porträt, Probenarbeit und Szene. Die Bilderschau mit dem Titel "BildRegie. Erich vom Endt - Theaterfotografie" belegt vom Endts Kunstfertigkeit mit der Kamera und ist gleichzeitig eine einzigartige Dokumentation der großen rheinischen Theaterkultur der Nachkriegszeit.

 

Wer die ausgestellten Exponate betrachtet, begegnet zahlreichen Ikonen der europäischen Bühne wie dem französischen Autor Jean Genet, dem Regisseur Peter Zadek, dem Schauspieler Jean-Luis Barrault oder der weltberühmten Tänzerin und Choreografin Pina Bausch, die Erich vom Endt bei der Probe zu „Blaubart“ 1977 in Wuppertal fotografierte. Berühmt wurden seine Genet-Bilder: Er nahm das enfant terrible der europäischen Literatur auf, als dieser in Essen bei der Generalprobe seines Stücks „Die Wände“ überraschend auf die Bühne sprang und Änderungen anordnete. Erich vom Endt ist es gelungen, einmalige und faszinierende Momente der Theaterarbeit festzuhalten.

 

Kurator Michael Matzigkeit hat für die Werkschau neben den 80 Theaterfotografien noch 20 weitere ausgewählt, darunter auch Auftragsarbeiten für die ehemaligen Düsseldorfer Nachrichten sowie Titelbilder für Zeitschriften oder abstrakte Motive, die als Kalenderblätter veröffentlicht wurden.

 

Erich vom Endt studierte Fotografie an der Essener Folkwangschule. Als Schüler von Otto Steinert, der als Begründer der „subjektiven Fotografie“ gilt, gehört er zu den Fotografen, die mit ihrer Kamera das Wesentliche eines Menschen, einer Situation, eines Prozesses oder einer Sache freilegen. Bei aller gestalterischen Perfektion und technischen Brillianz hat sein fotografischen Werk häufig etwas Stilles, nach innen Gewandtes, manchmal geradezu Meditatives.

 

Von 1959 bis in die frühen 1970er-Jahre arbeitete Erich vom Endt als Fotograf am Essener Theater unter der Intendanz von Erich Schumacher. Ab 1962 wird vom Endt Assistent von Otto Steinert, anschließend Fachlehrer in der Werkgruppe "Fotografie", 1972 schließlich sein Nachfolger als Professor an der Folkwangschule in Essen.

 

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