Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
«Extrawurst» von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob - Stadttheater Bremerhaven«Extrawurst» von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob - Stadttheater...«Extrawurst» von Dietmar...

«Extrawurst» von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob - Stadttheater Bremerhaven

PREMIERE: 20. Dezember 2019, 19:30 Uhr // Kleines Haus

Eine Vereinsversammlung in der Provinz. Dr. Heribert Bräsemann, Präsident des Tennisclubs TC Lengenheide, ist gerade mit 100 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Als letzter Punkt der Tagesordnung muss noch über den Kauf eines neuen Grills für das alljährliche Sommerfest entschieden werden, und dann geht der gemütliche Teil des Abends mit Bier und kaltem Nudelsalat los. Aber da schlägt Melanie, Doppelpartnerin von Erol, vor, dass man doch einen zweiten Grill anschaffen sollte, weil Erol und seine Frau ihr Grillgut nicht zum Schweinefleisch der anderen Mitglieder auf den Grill legen dürfen.

 

Erol will diese «Extrawurst» gar nicht, aber Melanie lässt nicht locker, zum Missfallen des stellvertretenden Vorsitzenden Matthias. Und ihr Mann Torsten unterstützt ihr Anliegen zwar prinzipiell, beobachtet Melanies Fürsorge für Erol aber mit wachsender Eifersucht. Und mir nichts dir nichts ist der schönste Streit im Gange…

Im vertrauten Setting einer Jahresversammlung gelingt den beiden Autoren, die unter anderem für so bekannte TV-Formate wie «Stromberg» oder die «heute show» schreiben, das Kunststück, in einer pointierten Komödie die entscheidende Frage zu stellen: Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder Teil des Geschehens und erleben hautnah mit, wie sich eine Gesellschaft nachhaltig zerlegen kann.
Wenn Meinungen aufeinanderprallen

Kaum äußert heute jemand eine Meinung, die nicht dem Mainstream seiner Kreise entspricht, muss er mit erbitterten Widerworten rechnen, einerseits. Andererseits ist das Äußern einer zugespitzten Meinung zur rhetorischen Figur verkommen, die absichtlich den vermeintlichen Gegner zum Gegenschlag provozieren soll, damit man dann laut aufheulen und sich als Opfer darstellen kann, dem der Mund verboten wird. Die Toleranzgrenze, ab der Menschen sich beleidigt fühlen, scheint massiv gesunken zu sein – aber warum eigentlich?

Komödie in zwei Akten von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob
Inszenierung & Bühne: Andreas Rehschuh
Kostüme: Juliane Götz
Dramaturgie: Peter Hilton Fliegel

MIT:
Henning Bäcker (Erol Oturan, Anwalt), Kay Krause (Dr. Heribert Bräsemann, Rentner und Vorsitzender), Julia Lindhorst-Apfelthaler (Melanie Pfaff, Übersetzerin), Richard Lingscheidt (Torsten Pfaff, Event-Manager), Max Roenneberg (Matthias Scholz, Logistiker und Zweiter Vorsitzender)

DIE NÄCHSTEN TERMINE:
28.12.2019 / 03.01.2020 / 05.01.2020 (15:00 Uhr) / 18.01.2020

THEATERKASSE:
Theodor-Heuss-Platz
27568 Bremerhaven
www.stadttheaterbremerhaven.de

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑