Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
GLAUBE LIEBE HOFFNUNG - Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern von Ödön von Horváth - Theater BernGLAUBE LIEBE HOFFNUNG - Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern von Ödön von...GLAUBE LIEBE HOFFNUNG -...

GLAUBE LIEBE HOFFNUNG - Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern von Ödön von Horváth - Theater Bern

Premiere 12. Oktober 19.30 Uhr, Vidmar 1. -----

Elisabeth, eine mittellose Korsettvertreterin, gerät in die Fänge der Justiz, weil sie ohne Arbeitserlaubnis gearbeitet hat. Um das Bussgeld bezahlen zu können, beschliesst sie, ihren Körper zu verkaufen: «Damit die Herren mit meiner Leiche im Dienste der Wissenschaft machen können, was sie nur wollen.»

Doch wer kauft schon eine Leiche, die noch gar keine ist? Im anatomischen Institut liegen ohnehin genug Tote, und in Zeiten der Wirtschaftskrise ist sich erst recht jeder selbst am nächsten. Obschon sich Elisabeth nicht wirklich etwas zu Schulden kommen lassen hat, rutscht sie immer tiefer ins Prekariat ab: Auf Grund ihrer schlechten Verkaufszahlen verliert sie ihre Anstellung, und wegen Vortäuschung falscher Tatsachen wird sie für zwei Wochen ins Gefängnis gesperrt. Zunehmend wenden sich die Leute von ihr ab. Zu gross ist die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg. Ohne die Hoffnung zu verlieren, kämpft Elisabeth unerbittlich gegen die Willkür des Systems und die kleinen Paragraphen. Als sie dem Polizisten Alfons Klostermeyer begegnet, scheint die Liebe sie endlich aus der Not zu befreien. Doch das Glück hält nur für einen kurzen Augenblick. Schliesslich, durch ihre Armut sozial komplett isoliert, beendet sie freiwillig den Totentanz.

 

Im Februar 1932 animierte ein Gerichtssaalberichterstatter den österreichisch-ungarischen Schriftsteller Ödön von Horváth, ein Drama über die «kleinen Verbrechen» zu schreiben. Basierend auf einer wahren Begebenheit schildert Horváth anhand von Elisabeths Untergang exemplarisch «den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft. » In fünf Stationen zeigt er «das ewige Schlachten, bei dem es zu keinem Frieden kommen soll – höchstens, dass mal ein Individuum für einige Momente die Illusion des Waffenstillstandes geniesst.» Ödön von Horváth.

 

Horváths danse macabre aus dem Jahr 1932 wird von Matthias Kaschig inszeniert, der u.a. auch schon bei «Woyzeck» Regie führte.

 

Regie Matthias Kaschig

Bühne Michael Böhler

Kostüme Stefani Klie

Dramaturgie Jan Stephan Schmieding

Musik Michael Frei

 

Elisabeth Sophie Hottinger

Oberpräparatorin / Arbeiterfrau Margot Gödrös

Frau Amtsgerichtsrat / Maria Henriette Blumenau

Präparator / Amtsgerichtsrat / Invalider Peter Jecklin

Buchhalter / Kriminaler / Kriminalinspektor Dominique Müller

Der Baron mit dem Trauerflor / Irene Prantl / Kamerad Stefano Wenk

Vizepräparator Andri Schenardi

Alfons Jonathan Loosli

 

Weitere Termine

So, 21. Okt 2012, 15:00 - 21:00

Mi, 31. Okt 2012, 19:30 - 21:00

Do, 01. Nov 2012, 19:30 - 21:00

Di, 06. Nov 2012, 19:30 - 21:00

Sa, 24. Nov 2012, 19:30 - 21:00

Mi, 12. Dez 2012, 19:30 - 21:00

Sa, 22. Dez 2012, 19:30 - 21:00

Fr, 28. Dez 2012, 19:30 - 21:00

Sa, 12. Jan 2013, 19:30 - 21:00

Di, 21. Mai 2013, 19:30 - 21:00

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑