Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
GOETHES URFAUST INS HEUTE VERSETZTGOETHES URFAUST INS HEUTE VERSETZTGOETHES URFAUST INS...

GOETHES URFAUST INS HEUTE VERSETZT

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

PREMIERE IN DER WARTBURG: Freitag, 27. Januar 2006, 20.00 Uhr, Schwalbacher Str. 51

 

Der junge Regisseur Tobias Materna, künstlerischer Leiter der Wartburg, interessiert sich für dieDirektheit und fiebrige Intensität des Urfaust und sucht nach Parallelen im Hier und Jetzt.

In seiner Inszenierung des ersten, wahrscheinlich in den Jahren 1772-1775

entstandenen dramatischen Entwurf zum Faust-Mythos, reißt ein junger,

alerter Mephisto einen ebenfalls jungen, sich aber schon sehr alt fühlenden

Faust aus seinen Grübeleien und verspricht ihm das volle Leben. Ob in

Auerbachs Keller oder in Gretchens Armen – Faust soll das Denken lassen und

einfach nur genießen! Gretchen aber stürzt dadurch ins Verderben. Sie ist

gefangen in Familien- und Glaubensstrukturen, deren Infragestellung oder

Übertretung sie nicht nur in schreckliche Gewissensnöte treibt, sondern sie

auch ganz reell mit der Gefahr, eine Schande für ihre Familie darzustellen,

bedroht. In Maternas Inszenierung entstammt Gretchen nicht mehr dem

Goetheschen christlichen Umfeld, sondern ist eine junge Muslimin, die in

Deutschland den Spagat zwischen verschiedenen Kulturen und

Glaubensrichtungen versucht und am rücksichtslosen Sinnsucher Faust

zerbrechen muss.

 

Regisseur Tobias Materna hat in den letzten Spielzeiten u.a. Elling, Der

Gast, Mobile Horror und Täglich Brot inszeniert.

 

Mit: Sebastian Münster (Faust), Jan Käfer (Mephistopheles), Neda Rahmanian

(Margarethe), Stefanie Hellmann (Marthe, Lieschen, Frosch), Bülent Özdil

(Valentin), Hanns Jörg Krumpholz (Wagner, Siebel), Uwe Kraus (Student,

Brander)

 

Weitere Termine: So., 12.02., Do., 16.02., jeweils 20.00 Uhr, Wartburg,

Schwalbacher Str. 51

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Forever young

Die Essenz zweier realer und eines fiktiven Lebens werden in dem Theaterstück "Dorian" von Darryl Pinckney und Robert Wilson miteinander verknüpft: die des Malers Francis Bacon, des Autors Oscar Wilde…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Mythos erwacht zum Leben

Widersprüchlich und nicht ganz greifbar ist die historische Figur der Johanna von Orléans. Schier unglaublich, wie es einem einfachen Bauernmädchen im 15.Jahrhundert gelang, bis zum König…

Von: Dagmar Kurtz

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑