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Heinrich von Kleist, "Der zerbrochne Krug", Bayerisches Staatsschauspiel München

Premiere 7. Februar 2008, Residenz Theater

 

Frau Marthe Rull hat einen Verlust erlitten. Nur ein irdener Krug, könnte man meinen, ist zu Bruch gegangen.

Kein großes Unglück, auch wenn das Gefäß schön und noch gut in Schuss war. Dorfrichter Adam bereitet sich auf eine routinierte Gerichtsverhandlung vor. Doch in deren Verlauf zerbricht noch mehr als ein Krug: das Vertrauen der Kläger, vor Gericht gehe alles mit rechten Dingen zu. Dabei haben sich die Dorfbewohner genau wie Adam eigentlich nicht schlecht eingerichtet in einem System behaglicher Korruption, in dem Leistungen und Gegenleistungen sich halbwegs die Waage halten, die Kleinen und die Mittleren vereint gegen die gesichtslose Obrigkeit.

 

Aber Marthe Rulls Hartnäckigkeit und die Ehrpusseligkeit ihrer Tochter Eve machen dem stillschweigenden Konsens ein Ende. Echte Gerechtigkeit soll herrschen anstelle eines mauschelnden Interessenausgleichs. Fatal für Richter Adam. Doch auch die anderen müssen sich fragen, ob sie einen guten Tausch gemacht haben.

 

Regie Tina Lanik

Bühne Bernhard Hammer

Kostüme Su Sigmund

Musik Helmut Neugebauer

 

Barbara Melzl Jennifer Minetti Anne Schäfer Rainer Bock Burchard Dabinnus Lambert Hamel Alfred Kleinheinz Shenja Lacher Mark-Alexander Solf und Annika Olbrich Julia Schmelzle

 

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