Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
HERR DER FLIEGEN von Nigel Williams nach dem gleichnamigen Roman von William Golding im Theater der Jugend WienHERR DER FLIEGEN von Nigel Williams nach dem gleichnamigen Roman von William...HERR DER FLIEGEN von...

HERR DER FLIEGEN von Nigel Williams nach dem gleichnamigen Roman von William Golding im Theater der Jugend Wien

Premiere am 9. April 2013 um 19:30 Uhr, Aufführungen ab 5. April, Renaissancetheater. -----

eine kleine Gruppe englischer Internatszöglinge sind die einzigen Überlebenden, die sich nach einem Flugzeugabsturz auf eine paradiesisch anmutende Insel retten können. Zunächst versuchen die Gestrandeten erwachsene, gelernte Strukturen nachzuahmen:

 

Ralph wird zum Anführer aller gewählt, sein Widersacher Jack zum Chef der „Jäger“. Demokratisch und vernünftig sollen die Meinungen der Jungen verwaltet werden, ein simples Muschelhorn gilt als Symbol des „Stimmrechts“; es wird beschlossen, ein Signalfeuer auf dem Berg der Insel zu entfachen. Doch es dauert nicht lange, bis das „sogenannte Böse“ nach der Gemeinschaft greift. Sind es Wahn- und Angstbilder – oder treibt tatsächlich eine fremdartige Kreatur, die von den Jungen bald „Der Herr der Fliegen“ genannt wird, im Dschungel ihr Unwesen? Und wie ihr begegnen?

 

Das „Fremde“ wird schnell zum Symbol des Bösen – und nach wortreichen Kämpfen spaltet sich die Gemeinschaft: Jacks „Jäger“ verschreiben sich der kriegerischen Erkundung der Insel, bei Ralph bleiben nur der kurzsichtige dickliche Piggy und die Zwillinge Sam und Eric. Als Jack zu „Werbezwecken“ für seine Gruppe ein wildes Fest abhält, kommt es zu einem tragischen Missverständnis: Simon, der das „Rätsel der Kreatur“ gelöst hat, wird im Dunkel nicht erkannt und wie im Blutrausch von Jacks Partei getötet, ohne sein Geheimnis preisgeben zu können. Die „Jäger“ wollen nun die gesamte Insel kontrollieren, stellen Wachen auf, legen Fallen – und sehen zuletzt auch Ralphs Gruppe als feindlich und als für die „Moral der Insel“ verderblich an. Eine Treibjagd auf Ralph wird angesetzt…

 

William Golding, 1983 Nobelpreisträger für Literatur, hält uns in seiner berühmt gewordenen Parabel einen Spiegel vor: die Schwierigkeit sich täglich für moralisches Handeln zu entscheiden und die Notwendigkeit gegen repressive Herrschaftstechniken zu revoltieren. William Golding kam am 19. September 1911 in Cornwall zur Welt. Bereits im Alter von sieben Jahren begann er zu schreiben – seinen ersten Gedichtband publizierte er im Alter von 23. Seine künstlerische Entwicklung wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen – ein Ereignis, das prägend für sein zukünftiges Schaffen sein sollte: Themen wie das Überleben und die Frage nach Schuld sollten ihn fortan beschäftigen. Die Arbeit als freier Schriftsteller war zunächst nicht von großem Erfolg gekrönt – sein heute berühmtestes Werk „Herr der Fliegen“ wurde von mehr als 20(!) Verlagen abgelehnt, ehe die Erzählung über die Erlebnisse einer auf der Insel gestrandeten Schülergruppe 1958 doch publiziert wurde. Schlagartig erlangte Golding weltweiten Ruhm! 1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Sir William Golding starb am 19. Juni 1993 in Cornwall.

 

Deutsch von Astrid Windorf

 

Regie: Michael Schachermaier

Bühne: Judith Leikauf und Karl Fehringer

Kostüme: Susanne Özpinar

Musik: Hans Wagner

Licht: Lukas Kaltenbäck

Kampfcoaching: Martin Woldan

 

mit Alexander Absenger, Christopher Ammann, Philipp Dürnberger, Matthias Hacker, André Haedicke, Jan Hutter, David Jakob, Jennifer Newrkla, Raphael Nicholas, Benjamin Plautz, Felix von Bredow

 

Weitere Vorstellungen:

täglich außer sonntags bis 2. Mai 2013

ab 13 Jahren

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑