Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Hotel Paraiso" von Lutz Hübner, Staatstheater Darmstadt"Hotel Paraiso" von Lutz Hübner, Staatstheater Darmstadt"Hotel Paraiso" von Lutz...

"Hotel Paraiso" von Lutz Hübner, Staatstheater Darmstadt

Premiere Freitag, 6. Juni 2008, Kammerspiele, 20 Uhr

 

Kein Urlaub im Paradies. Familienurlaub? Da ist der Krach vorprogrammiert. Doch bei Familie Neuwirth reichen die Probleme tiefer. Die hier im Hotel gestrandeten Existenzen sehen auch nach dem fünften Campari Orange nicht klarer.

 

Natürlich sucht niemand die Schuld für das verkorkste Leben bei sich. So beschreibt „Hotel Paraiso“ die Menschen im Hamsterrad ihrer Wünsche: Jeder will etwas ändern, aber niemand ist fähig, dafür über seinen eigenen Schatten zu springen. Die 18-jährige Tochter Katharina ist die personifizierte Provokation. Jedem hält sie dermaßen erbarmungslos den Spiegel vor, dass ihre Umwelt sie als psychisch krank abschreibt. Doch was ist wahr und was entspringt dem kranken Geist? Vielleicht liegt die Wahrheit hinter Katharinas Tagebuchseiten, die Schreckliches behaupten. Ein Ort, wo bald die Dämme brechen, weil man nicht miteinander, sondern aneinander vorbei redet: „Hotel Paraiso“ ist (Touristen-)Falle und Scheideweg. Lutz Hübner, einer der erfolgreichsten deutschen Dramatiker der Gegenwart, erzählt auf zwei Ebenen eine packende Familientragödie und ein fesselndes Psychogramm.

 

In demaskierenden Dialogen gelingt es dem Autoren Lutz Hübner, ein zerrüttetes Familien- und Gesellschaftsverhältnis aufzudecken. Zunächst amüsant, dann schmerzhaft treffend beschreibt Hübner unsere Normen von Anpassung und festgefahrenen Rollenbildern. Er gehört zu den meistgespielten und bekanntesten deutschen Gegenwartsdramatikern. Unter anderem 2005 eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt sowie zum Berliner Theatertreffen, sorgte sein Hotel Paraiso schon für landesweite Furore. Mit ihrem Regie-Debüt am Darmstädter Staatstheater widmet sich Anna-Lena Kühner diesem zeitgenössischen Stück, das die Süddeutsche Zeitung „ein brillantes Portrait vom Überlebenskampf in der Wohlstandshölle“ nannte.

 

Inszenierung Anna-Lena Kühner | Bühne Franz Dittrich | Kostüme Jelena Miletic

 

mit Maika Troscheit (Verena), Uwe Zerwer (Günther), Diana Wolf (Katharina), Gabriele Drechsel (Dana), Mathias Lodd (Jost), Hubert Schlemmer (Pedro)

 

Weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit: 18. Juni | 20 Uhr, 22. Juni | 18 Uhr

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑