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IM DELTA DER WÖRTER in Luzern

PREMIERE: 13. SEPTEMBER 2006, 19.30 UHR im Luzerner Theater:

EIN MUSIKTHEATERPROJEKT VON CANTO BATTUTO

IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM LUZERNER THEATER

MIT WERKEN VON ANNETTE SCHMUCKI UND JEAN-CHARLES FRANÇOIS

 

 

DIE MÜNDUNG

Musik: Annette Schmucki

 

SLAM DELLA MUND-ALIENATION

Musik: Jean-Charles François

 

Sprache ist nicht nur Inhaltsvermittlung, sondern auch Klang. Das Musiktheaterprojekt «im delta der wörter» geht dem akustischen Phänomen des Sprechens auf den Grund und entwickelt daraus den Handlungsmoment: Szenisches entsteht aus der Artikulation, der Raum formt sich zu einer visualisierten Sprache.

 

Das Duo Canto battuto mit Eva Nievergelt (Stimme) und Christoph Brunner (Schlagzeug) präsentiert mit «im delta der wörter» zwei von ihm in Auftrag gegebene Kompositionen: «arbeiten/verlieren. die mün¬dung» von Annette Schmucki kehrt die inneren Abläufe beim Sprechen und Singen nach außen. «Slam Della Mund-Aliénation» von Jean-Charles François wiederum greift die Tradition der «Slam Poetry» auf, Zitate in verschiedenen Sprachen bilden erkennbare Konstanten innerhalb eines sich ständig neu for¬mierenden Lautpfads, mit dem ein kontinuierlicher Wechsel an Stimmungen einhergeht.

 

Annette Schmucki: «arbeiten/verlieren. die mündung» (2003 – 2005) Uraufführung

Die Oper erzählt die Geschichte der Entstehung von Sprachklang und handelt von der Musik des Sprechens. Sieben Vokale bilden die Basis des Geschehens. Die inneren Abläufe beim Sprechen und Singen werden nach aussen gekehrt: die Bühne wird zum abstrahierten Mundraum, innere Vokalabfolgen werden zu Gängen, zu Tänzen, zu Plätzen.

 

Jean-Charles François: «Slam Della Mund-Aliénation» (2002) szenische Uraufführung

Dem Werk liegt eine Sammlung von scheinbar willkürlich zusammengewürfelten Zitaten zugrunde. Durch blitzschnelle Wechsel zwischen den Textfragmenten in vier Sprachen entsteht ein vorüberziehender Klangstrom aus dem immer wieder Bedeutungsfetzen auftauchen. Dem entspricht auf der räumlichen Ebene eine kontinuierliche Bautätigkeit mit mehrdeutigen Bühnenelementen. Es resultiert ein rasantes, subtil durchgehörtes und humorvolles Werk von überraschendem Farbenreichtum.

 

DAS PRODUKTIONSTEAM

 

PETER SCHWEIGER, INSZENIERUNG

Der aus Wien stammende Schauspieler und Regisseur, hat sich seit seiner Übersiedlung in die Schweiz 1965 mit den Mischformen zwischen Theater und Musik beschäftigt: sei es als Interpret in Werken der Neuen Musik (Cage, Eisler, Ferrari, Kagel, Schnebel, Schönberg, Suter, Stockhausen, Vogel, Wild¬berger und Zimmermann) oder als Rezitator im klassisch-romantischen Bereich (Melodramen von Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Liszt, Schillings). Für das Fernsehen realisierte er eine Reihe von Sendungen über und zur Musik, so auch Dokumentarfilme über Arthur Honegger und Othmar Schoeck. 1983 übernahm er für sechs Jahre die Direktion des Zürcher Theaters am Neumarkt, wobei er sich besonders der aktuellen DDR- und Schweizer-Dramatik annahm. Nach Tätigkeiten als freier Regis¬seur in Zürich, Basel, Darmstadt und Graz war Peter Schweiger von 1994 bis 2004 Schauspiel¬direktor am Theater St. Gallen. Zudem inszenierte er dort eine Reihe klassischer Opern und die Urauf¬führungen einiger musikdramatischer Werke aus dem 20. Jahrhundert.

 

CANTO BATTUTO

Eva Nievergelt und Christoph Brunner gründeten 1999 das Duo «Canto battuto» mit der Absicht, kon¬tinuierlich ein eigenes Repertoire für Stimme und Schlagzeug aufzubauen. Das Interesse an dieser Besetzung entsprang dabei nicht bloss persönlicher Affinität, sondern ist auch Ausdruck einer tiefer¬gehenden Faszination für die Kombination der beiden ältesten Instrumente überhaupt: Sowohl die Stimme als auch das Schlagzeug haben im Verlauf des 20. Jahrhunderts ungeheure Entwicklungen durchgemacht, die unter vielen Gesichtspunkten symptomatisch für wichtige Fragen in der Neuen Musik sind. In den vergangenen Jahren entstand mehr als ein Dutzend neuer Werke für das Duo. Ausserdem erarbeiten die beiden immer wieder auch bereits bestehendes Repertoire (zum Beispiel von John Cage oder Maurice Ohana). Neben Aufführungen in der Schweiz gab «Canto battuto» Konzerte in Deutsch¬land, Frankreich, England und den USA.

 

EVA NIEVERGELT, STIMME

Eva Nievergelt pflegt ein breites Repertoire mit Schwerpunkt im zeitgenössischen Schaffen. Wichtige Impulse waren: «Circles» (Berio) und «Aria» (Furrer), «konsonantse» (Schmucki), «sequenza III» (Berio), «Le Marteau sans maître» (Boulez), «temA» (Lachenmann), «Pierrot lunaire» (Schönberg), «Nocturnes» und «Lyrisches Konzert» (Kahn) unter anderem in der Tonhalle Zürich und bei Festivals in Heidelberg, Wien und Davos. Zudem wirkte sie in so unterschiedlichen Bühnenproduktionen wie «Der Aufstand der Schwingbesen» (Fueter), «Orfeo ed Euridice» (Gluck) und «La jolie Fille de Perth» (Bizet) mit. 2004 initiierte sie das Musiktheater «Récitations-Abréviations» (Georges Aperghis, Daniel Ott) mit der Schauspielerin Bettina Marugg für Vorstellungen in Baden, Basel, Luzern, Köln, Bonn und Berlin.

2006 wurde Eva Nievergelt mit einem Beitrag an das künstlerische Schaffen des Aargauer Kuratoriums ausgezeichnet.

 

CHRISTOPH BRUNNER, SCHLAGZEUG

Christoph Brunner hat in Winterthur, Paris, Brüssel und San Diego Schlagzeug studiert. Wichtige Im¬pulse erhielt er ausserdem durch die frühe Begegnung mit Pierre Favre sowie die Arbeit im Rahmen der Gruppe für Neue Musik Baden GNOM, die er 1993 mitbegründete und zehn Jahre lang entscheidend prägte. Als Solist hat er zahlreiche für ihn geschriebene Werke uraufgeführt und Einladungen zu be¬deutenden Festivals erhalten, so etwa aus Zürich, Genf, Luzern, Stuttgart, Witten, Berlin, Nashville, Chicago und Kairo. Auch führte er zentrale Werke des zeitgenössischen Repertoires erstmals in der Schweiz auf. In seinen Projekten sucht er immer wieder den Kontakt zu anderen Kunstsparten; seine beiden jüngsten Soloprogramme zum Beispiel entstanden in Zusammenarbeit mit einem Live-Elektroniker («electronicas», 2001) und mit einer Gebärdensprecherin («gesten», 2004). Im Jahr 2000 sprach ihm das Aargauer Kuratorium für seine gründliche Pflege des Aussergewöhnlichen ein Werkjahr zu. Mit dem Collegium Novum Zürich spielt er seit 1993 sowohl in einer eigenen Konzertreihe in der Zürcher Tonhalle als auch auf den meisten europäischen Festivals Neuer Musik.

 

PRODUKTIONSTEAM: Peter Schweiger (Inszenierung), Philipp Berweger (Bühnenbild), Marion Steiner (Kostüme)

 

MIT CANTO BATTUTO: Eva Nievergelt (Stimme) und Christoph Brunner (Schlagzeug)

 

WEITERE VORSTELLUNGEN: 15.09., 17.09. jeweils 19.30 Uhr

 

 

 

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