Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
JAKOB VON GUNTEN nach dem Roman von Robert Walser im Schauspielhaus ZÜrichJAKOB VON GUNTEN nach dem Roman von Robert Walser im Schauspielhaus ZÜrichJAKOB VON GUNTEN nach...

JAKOB VON GUNTEN nach dem Roman von Robert Walser im Schauspielhaus ZÜrich

Premiere: Samstag, 20.5.2017, 20.15 Uhr, Schiffbau/Box. -----

„Man lernt hier sehr wenig und wir Knaben vom Institut Benjamenta werden es zu nichts bringen, wir werden alle etwas sehr Kleines und Untergeordnetes im späteren Leben sein“, beginnt Robert Walsers fiktiver Tagebuchroman des Internatszöglings Jakob von Gunten. Der Ort der Handlung ist eine Dienerschule, in welcher die Entwicklung der Schüler nicht gefördert, sondern verhindert wird.

Die Lehrer schlafen, sind scheintot oder versteinert, ausser dem monströsen Vorsteher Herr Benjamenta und seiner traurigen Schwester Fräulein Benjamenta. Jakob, ein intelligenter und fantasievoller Antiheld, führt ein sonderbares Doppelleben, hochmütig und demütig zugleich, ein ernsthafter Spieler, der zwischen Traum und Realität wandert. Am Ende dieses avantgardistischen Romans, der einen beunruhigenden Gegenentwurf zum heutigen Effizienzwahn darstellt, bleiben nur der Vorsteher – einem entthronten König gleich – und Jakob übrig; sie reiten Seite an Seite in die Wüste, ins Nichts.

 

„Jakob von Gunten“, der meistdiskutierte Roman des herausragenden Schweizer Schriftstellers und gesellschaftlichen Aussenseiters Robert Walser, wurde in vier Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey, die Walsers Leidenschaft teilt, das Gigantische im Detail aufzuspüren, wird den Roman ab dem 20. Mai zusammen mit den Schauspielern Hans Kremer, Stefan Kurt und Michael Maertens sowie dem Musiker Iñigo Giner Miranda in der Box auf die Bühne bringen.

 

„Jakob von Gunten“ ist als Gegenentwurf zum heutigen Lebensoptimierungs- und Effizienzwahn gleichermassen heiter wie beunruhigend. Walsers Antihelden sind ausnahmslos einsame Menschen, die permanent ihre eigene Welt erfinden müssen, weil die Welt, so wie sie ist, nichts für sie bereithält.“ Barbara Frey

 

Barbara Frey war nach Arbeiten u.a. am Theater Neumarkt, am Nationaltheater Mannheim und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg von 1999 bis 2001 Hausregisseurin an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2005 bis 2008 in gleicher Funktion am Deutschen Theater Berlin. Wiederholt inszenierte sie am Theater Basel, am Bayerischen Staatsschauspiel in München („Onkel Wanja“ wurde 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen), am Burgtheater Wien und bei den Salzburger Festspielen. Am Schauspielhaus Zürich führte sie 2005 bei Ibsens „John Gabriel Borkman“ und 2007 bei Schnitzlers „Reigen“ Regie.

 

Seit der Spielzeit 2009/10 ist Barbara Frey Künstlerische Direktorin, seit 2011/12 Intendantin des Schauspielhauses Zürich. Seitdem waren hier in ihrer Regie u.a. Schillers „Maria Stuart“, Shakespeares „Was ihr wollt“, die Uraufführung „Malaga“ von Lukas Bärfuss, das Edgar Allan Poe-Projekt „A Dream Within a Dream“ und „Platonow“ von Anton Tschechow zu sehen. In der Spielzeit 2011/12 inszenierte sie Büchners „Leonce und Lena“ und „Richard III.“ von William Shakespeare, 2012/13 Ibsens „Baumeister Solness“, „Der Menschenfeind“ von Molière sowie – im Rahmen von „Arm und Reich – „Die schwarze Halle“ von Lukas Bärfuss. 2013/14 eröffnete sie mit Kafkas „Prozess“ die Spielzeit im Pfauen und inszenierte Goldonis „Der Diener zweier Herren“, 2014/15 waren ihre Inszenierungen von Tschechows „Drei Schwestern“ und „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ von Witold Gombrowicz zu sehen, 2015/16 folgten die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Fosses „Meer“ und das zusammen mit Fritz Hauser entstandene Projekt „Nachtstück“. Im Mai 2016 wurde Barbara Frey für ihre Verdienste um das Theaterschaffen in der Schweiz der Schweizer Theaterpreis verliehen. Im Oktober 2016 wurde in ihrer Regie „Frau Schmitz“ von Lukas Bärfuss uraufgeführt.

 

JAKOB VON GUNTEN

nach dem Roman von Robert Walser

 

Regie Barbara Frey

Bühne und Kostüme Bettina Meyer

Musik Iñigo Giner Miranda

Licht Rainer Küng

Dramaturgie Amely Joana Haag

 

Mit:

Hans Kremer

Stefan Kurt

Michael Maertens

Iñigo Giner Miranda

 

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Box

22./ 24./ 27./ 31. Mai, jeweils 20.15 Uhr

3./ 7./ 13./ 14./ 20./ 23./ 26. Juni, jeweils 20.15 Uhr

5./ 18. Juni, jeweils 19.15 Uhr

 

Weitere Vorstellungen in der kommenden Spielzeit sind in Planung.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 18 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑