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JULIETTE - Lyrische Oper in drei Akten von Bohuslav Martinů - Staatsoper im Schiller Theater Berlin

Premiere am Samstag, 28. Mai 2016 um 19:00 Uhr. -----

Michel ist von einer Obsession getrieben. Sie heißt Juliette. Er hat diese Frau schon einmal gesehen. Er kann sich genau an alles erinnern, an ihr Kleid und an den Klang ihrer Stimme. Er kehrt zurück an den Ort, an dem er sie das letzte Mal gesehen hat.

 

Seltsam nur, wie sich hier alles verändert hat: Alle Bewohner haben das Gedächtnis verloren. Was hat das zu bedeuten? Schließlich findet er seine »Traumfrau« Juliette. Doch bei einer Verabredung im Wald zieht er seine Pistole und schießt.

 

Martinů, der zu den vielseitigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gehört und unterschiedlichste Gattungen und Stile — von tschechischer und mährischer Volksmusik bis Jazz reichend — in seine Werke integrierte, ließ sich nach seinem Umzug nach Paris 1923 maßgeblich durch die Surrealisten um ihren geistigen Anführer André Breton sowie durch die Auseinandersetzung mit Sigmund Freuds Traumdeutung und der Psychoanalyse inspirieren und faszinieren. »Juliette«, 1938 in Prag uraufgeführt und 1959 erstmals in Deutschland gezeigt, nimmt eine Zentralstellung im Schaffen des Komponisten ein und bildet gleichsam chronologisch den Mittelpunkt seines Lebenswerks. Für die phantastische Traumwelt dieser Oper erfand Martinů eigene formalmusikalische Strategien wie z. B. die sogenannten »Juliette-Akkorde«, die er auch in späteren Werken verwendete. Nicht zuletzt machen der klangliche Facettenreichtum, der lyrisch-impressionistische Tonfall und die farbenreich-differenzierte Behandlung des Orchesterapparats »Juliette« zu einem der großen Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts.

 

Mit »Juliette«, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Georges Neveux, steht erstmals nach 23 Jahren wieder eine Oper des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů auf dem Programm der Staatsoper Berlin. Inszeniert wird das zwischen Traum und Wirklichkeit schwebende Musiktheaterstück von Claus Guth. Unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim, der erstmals dieses Werk dirigiert, sind u. a. Magdalena Kožená in der Titelpartie und Rolando Villazón als Michel zu erleben. Beide Sänger geben am Haus ihr Rollendebüt.

 

Ausgehend von dem Mord blickt Regisseur Claus Guth auf die Figur des Michel und zeichnet innerhalb eines komplexen Krimi-Plots, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen, das Psychogramm eines mutmaßlichen Täters. Bühnenbildner Alfred Peter entwirft dazu einen Raum, der über unzählige Fächer, Schubladen und unterschiedlichste Räume, die Erinnerung, das »innere Archiv«, sowie die Verschachtelung des Bewusstseins visualisierst und zu einer Reise ins Unbewusste einlädt.

 

Text von Bohuslav Martinů nach Georges Neveux

 

Musikalische Leitung

Daniel Barenboim

Inszenierung

Claus Guth

Bühnenbild

Alfred Peter

Kostüme

Eva Dessecker

Choreographie

Ramses Sigl

Licht

Olaf Freese

Chor

Martin Wright

Dramaturgie

Yvonne Gebauer

Roman Reeger

 

JULIETTE

Magdalena Kožená

MICHEL

Rolando Villazón

KOMMISSAR | (BRIEFTRÄGER) | (WALDHÜTER) | BEAMTER

Richard Croft

KLEINER ARABER | 3. HERR | JUNGER MATROSE

Thomas Lichtenecker

ALTER ARABER | ALTVATER JUGEND | ALTER MATROSE

Wolfgang Schöne

VOGELVERKÄUFERIN | 1. HERR | HANDLESERIN

Elsa Dreisig

FISCHVERKÄUFERIN | ALTE DAME | ALTE FRAU

Adriane Queiroz

MANN MIT HELM | VERKÄUFER VON ERINNERUNGEN |BETTLER

Arttu Kataja

MANN AM FENSTER | ALTER MANN | STRÄFLING | NACHTWÄCHTER

Jan Martiník

2. HERR

Natalia Skrycka

LOKOMOTIVFÜHRER

Florian Hoffmann

Tänzer

Oren Lazovski

Alexander Fend

Nikos Fragkou

Uri Burger

Floris Dahlgrün

Victor Villarreal

 

Weitere Vorstellungen am 2., 5., 7., 10., 14. und 18. Juni 2016

Eine Werkeinführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn statt.

 

Tickets sowie weitere Informationen unter Telefon 030 20 35 45 55 und www.staatsoper-berlin.de

 

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