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Kölner Fest für Alte Musik 2016 - "I HAVE A DREAM"

Vom 27. Februar bis 13. März 2016 findet das Kölner Fest für Alte Musik statt. Unter der Künstlerischen Leitung von Thomas Höft wird das Festival an zwölf Spieltagen 27 Konzerte, Inszenierungen und Education-Programme umfassen.

 

Mit illustren "Einheimischen" der Kölner Alte Musik-Szene wie Cantus Cölln, der Kölner Akademie oder dem zamus-ensemble, internationalen Stars wie Jordi Savall, dem L’Orfeo Barockorchester und Johannes Silberschneider sowie vielversprechenden Nachwuchskünstlern wie Benjamin Alard, dem Edding Quartett oder dem Sollazzo Ensemble entsteht eine spannende Melange. Die ambitionierte wie experimentierfreudige Programmierung, die immer den Bezug zwischen Originalklang und Aktualität sucht, macht das Kölner Fest zu einem starken Newcomer in der nationalen Festivallandschaft.

 

Seit Martin Luther King im August 1963 in Washington seine Vision eines gleichberechtigten Amerika mit den Worten „I have a dream“ beschrieb, ist dieser Satz zu einem geflügelten Wort geworden. Nicht nur für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, sondern weit darüber hinaus benennt er die Hoffnung, dass es eine realistische Chance zur Verwirklichung utopischer Gedanken geben könnte, eine bessere Welt. Wenn das Fest für Alte Musik 2016 unter diesem Motto steht, dann erhebt sich die Frage nach den Hoffnungen und Utopien, die sich in vergangenen Zeiten wie auch ganz aktuell heute Menschen immer wieder machten und machen – und natürlich besonders nach deren Reflektionen und Resonanzen in der Musik. Dabei stößt man auf die franziskanischen Laude, die im Italien des Spätmittelalters ein Leben im Verzicht auf materiellen Wohlstand propagieren, wie auf die Musik der „Underground Railroad“, Spirituals, die die Hoffnung auf die Befreiung von der Sklaverei besingen – das Mittelalterensemble Oni Wytars und Vorkämpfer der aktuellen amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Kim und Reggie Harris, erzählen davon.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Förderschule Redwitzstraße werden nach ihren Vorstellungen von einer Reise in eine bessere Welt gefragt, die sie szenisch nach den Programmmusiken von Antonio Vivaldi antreten, Das Straßentheater Kamchàtka aus Barcelona wurde eingeladen, zusammen mit unserem zamus-ensemble das die Welt zur Zeit so heftig bewegende Thema der Migration und Flucht szenisch und musikalisch aufzugreifen: das Musiktheater FUGIT ist das Ergebnis.

 

Der Blick in eine andere, bessere Welt kann jedoch auch ganz andere Dinge meinen als eine Verbesserung der Realität. In vielen Religionen liegt das erhoffte Paradies im Jenseits. Ob im „Himmlischen Jerusalem“, wie es als Vision in der „Offenbarung des Johannes“ aufscheint, oder „nächstes Jahr in Jerusalem“ als Wunsch im jüdischen Sedermahl des Pessachfestes, oder auch im Leben nach dem Tod, wie es nicht nur Johann Sebastian Bach erwartet, sondern die ganze Christenheit. Die Kölner Akademie unter Michael Willens, Cantus Cöln unter Konrad Junghänel und die Oboistin Xenia Löffler haben dazu Programme vorbereitet. Bachs Kantate „Ich habe genug“ wird dabei sogar inszeniert in einem großen Musiktheaterprojekt zu erleben sein.

 

Aber nicht immer richten sich Träume auf bessere Welten aus, meistens bleiben sie ganz persönlich: da gibt es die erotisch-verführerischen, denen Wolfgang Amadeus Mozart in seiner berühmten „Kleinen Nachtmusik“ auf der Spur ist, für uns präsentiert vom österreichischen L’Orfeo-Barockorchester unter Michi Gaigg und dem alpenländischen Volksschauspieler Johannes Silberschneider. Oder die abgründigen Albträume wie in Franz Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“, das vom jungen Edding-Quartett gespielt wird. Das Newcomerensemble Sollazzo aus Basel lauscht den verführerischen Rufen der Nachtigall in der Musik des Spätmittelalters nach. Benjamin Alard, einer der jungen Wilden am Cembalo, sucht mit Bachs Goldbergvariationen gar Ablenkung von der Schlaflosigkeit, und die Studierenden des Instituts für Alte Musik an der HfMT haben gleich einen ganzen Traumwandelparcours vorbereitet.

 

Zwei ganz besondere Veranstaltungen: Jörg Hilbert, Erfinder und Zeichner der Kinderbuch-Kultfigur Ritter Rost hat für uns eine neues Stück geschrieben, in dem Ritter Rost von einem Einhorn träumt und dabei von echter Mittelaltermusik begleitet wird. Und Jordi Savall, der Weltstar und Philosoph unter den Gambisten, wird unser Festival mit einem „Dialog der Seelen“ beschließen, in dem der Traum von einer friedlichen Welt im Verhältnis von Orient und Okzident beschworen wird. Ein Programm mit der Carilloneurin Rosemarie Seuntjëns, ein Tag der offenen Tür, ein ZAMUS-Talk und ein wunderbares Nachwuchsprojekt namens ZAMUS-Spielwiese – alle bei freiem Eintritt – runden das Festivalangebot ab.

 

Programm 2016

 

Samstag, 27. Februar 2016, 20 Uhr, BALLONI Hallen

I HAVE A DREAM

ERÖFFNUNGSKONZERT

Teil 1: Franziskanische Laude des Mittelalters

Teil 2: Musik der Underground Railroad

Oni Wytars

Kim & Reggie Harris

 

Sonntag, 28. Februar 2016, ab 11 Uhr, ZAMUS

DREAMDAY IM ZAMUS

TAG DER OFFENEN TÜR

11:30 & 14:00

Sockenkonzerte: So erzählt es der Mond

13:00 & 15:00

Spirituals und Gospels zum Mitsingen für die ganze Familie mit Kim & Reggie Harris

 

Sonntag, 28. Februar 2016, 20 Uhr, Flora Köln

EINE KLEINE NACHT MUSICK

MOZARTS TRÄUMERISCHE SERENADEN

Johannes Silberschneider als Wolfgang Amadeus Mozart

L’Orfeo Barockorchester

Musikalische Leitung: Michi Gaigg

 

Mittwoch, 2./Donnerstag, 3./Freitag, 4. März 2016, 10 Uhr, BALLONI Hallen

AUF UND DAVON

MUSIKTHEATER FÜR SCHÜLERINNEN & SCHÜLER

Musik von Antonio Vivaldi

Idee: Adrian Schvarzstein

Schülerinnen & Schüler der Förderschule Redwitzstraße

zamus-ensemble

Musikalische Leitung: Michael Hell

Künstlerische Leitung: Maria Filimonov & Markus Tomczyk

 

Mittwoch, 2./Donnerstag, 3./Freitag, 4. März 2016, 20 Uhr, ZAMUS

FUGIT

INTERAKTIVES MUSIKTHEATER

Musik von: Barbara Strozzi, Johann Sebastian Bach, John Playford u.a.

Gerlinde Sämann, Sopran

Theatergruppe Kamchàtka

Künstlerische Leitung: Adrian Schvarzstein

zamus-ensemble

Musikalische Leitung: Michael Hell

 

Freitag, 4. März 2016, 20 Uhr, BALLONI Hallen

DER TOD UND DAS MÄDCHEN

SCHUBERTS GROSSES STREICHQUARTETT

Edding Quartett

 

Samstag, 5. März 2016, ab 15 Uhr, ZAMUS

ZAMUS SPIELWIESE

INTERNATIONALE NACHWUCHSENSEMBLES STELLEN SICH VOR

 

Samstag, 5. März 2016, 20 Uhr, HfMT Köln - Ursulinenkirche

TRAUMWANDEL

IN RÄUMEN TRÄUMEN - WANDELKONZERT

Georg Friedrich Händel: Music for the Royal Fireworks u.v.m.

Ensemble Nel Dolce

Stephanie Buyken - Blockflöte, Gesang

Olga Piskorz - Violine

Harm Meiners - Violoncello

Luca Quintavalle - Cembalo

Studierende des Instituts für Alte Musik der HfMT Köln

Prof. Gerald Hambitzer

Prof. Kai Wessel

Regie: Anna Neubert

Regie, Bühnenbild: Pia Janssen

 

Sonntag, 6. März 2016, 11 Uhr & 15 Uhr, BALLONI Hallen

RITTER ROST UND DAS EINHORN

SZENISCHE LESUNG FÜR DIE GANZE FAMILIE

Jörg Hilbert, Zeichner & Erzähler

Regie: Veronika Maruhn

Vox Werdensis, Leitung Stefan Klöckner

Bad antico, Leitung Dominik Schneider

 

Montag, 7. März 2016, 19 Uhr, ZAMUS

ZAMUS TALK: ICH HABE GENUG

EINE MUSIKALISCHE GESPRÄCHSRUNDE

Frauke Meyer, Regisseurin

Prof. Hans-Joachim Giegel, Soziologe

Prof. Lukas Radbruch, Palliativmediziner

Dr. Martin Bock, Theologe

Thomas Höft, Moderation

 

Mittwoch, 9. März, 20 Uhr, Friedenskirche Köln-Ehrenfeld

ROSSIGNOL

TRAUM UND VISION IM SPÄTMITTELALTER

Sollazzo Ensemble

 

Donnerstag, 10. März 2016, 20 Uhr, Friedenskirche Köln-Ehrenfeld

HIMMLISCHES JERUSALEM

VISIONEN UND OFFENBARUNGEN

Musik von Salomone Rossi, Tomas Luis de Victoria, Manuel de Sumaya u.a.

Kölner Akademie

Musikalische Leitung: Michael Alexander Willens

 

Freitag,11./Samstag, 12. März 2016, 20 Uhr, Trinitatiskirche

ICH HABE GENUG

SZENISCHE AUFFÜHRUNG

Johann Sebastian Bach: Ich habe genug, BWV 82

Martin Bechler: Omega, UA

Seth Carico, Bariton

Ensemble 20-/70+

zamus-ensemble

Musikalische Leitung und Oboe: Xenia Löffler

Bühne & Kostüm: Uta Materne

Buch & Regie: Frauke Meyer

 

Samstag, 12. März 2016, 20 Uhr, BALLONI Hallen

GOLDBERGVARIATIONEN

JOHANN SEBASTIAN BACHS MEISTERWERK

Benjamin Alard, Cembalo

 

Sonntag, 13. März 2016, ab 11 Uhr, ZAMUS

ZAMUS SPIELWIESE

INTERNATIONALE NACHWUCHSENSEMBLES STELLEN SICH VOR

 

Sonntag, 13. März 2016, 15 Uhr, Alter Markt

TRAUMTÄNZE

DAS WELTLICHE CARILLON

Musik von Franz Liszt, Simeon ten Holt, Ronald Barnes u.a.

Rosemarie Seuntiëns, Glockenspiel

 

Sonntag, 13. März 2016, 17 Uhr, Trinitatiskirche

AUF DEM WEG INS PARADIES

MUSIK DES NORDDEUTSCHEN BAROCK

Vokalkonzerte von Dietrich Buxtehude, Nicolaus Bruhns, Johann Kuhnau und Johann Schelle

Cantus Cölln

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel

 

Sonntag, 13. März 2016, 20 Uhr, BALLONI Hallen

ORIENT/OKZIDENT

EIN DIALOG DER SEELEN

Jordi Savall, Rebec & Rebab

Dimitris Psonis, Santur & Morisca

 

Karten bei Köln Ticket 0221 2801

www.koelnticket.de und allen

angeschlossenen Vorverkaufsstellen

sowie über die ZAMUS-Servicehotline:

0221 98747379 und

tickets@zamus.de

 

Festival-Abo für alle Veranstaltungen 220/120 Euro

 

Kleines Abo (5 Konzerte) 99/59 Euro

Sonntag, 28. Februar 20 Uhr – EINE KLEINE NACHT MUSICK

Freitag, 4. März 20 Uhr – DER TOD UND DAS MÄDCHEN

Mittwoch, 9. März 20 Uhr – ROSSIGNOL

Samstag, 12. März 20 Uhr – GOLDBERGVARIATIONEN

Sonntag, 13. März 20 Uhr – ORIENT/OKZIDENT

nur über ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379

 

Für Abonnenten werden im vorderen Bereich Sitzplätze reserviert.

 

Abos und allgemeine Infos nur über die

ZAMUS-Servicehotline: 0221 98747379

und tickets@zamus.de

 

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