Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Komische Oper Berlin: "Rigoletto" von Giuseppe Verdi Komische Oper Berlin: "Rigoletto" von Giuseppe Verdi Komische Oper Berlin:...

Komische Oper Berlin: "Rigoletto" von Giuseppe Verdi

Premiere So | 20.09.2009 | 19:00 Uhr

 

Rigoletto ist für seine scharfe Zunge berüchtigt. Gnadenlos macht er sich im Auftrage des Herzogs über diejenigen lustig, deren Frauen und Töchter den sexuellen Eskapaden seines Herrn zum Opfer gefallen sind.

Als Privatmann jedoch hat er für seine Tochter Gilda ein kleines, behütetes Idyll geschaffen und versucht, sie aus eben jenem System, das er nach Kräften unterstützt, herauszuhalten. Ein solches Doppelleben deformiert auf Dauer. Und es bleibt nicht lange unentdeckt: Zum einen hat der Herzog beim sonntäglichen Kirchgang in Gilda sein neues Objekt der Begierde gefunden, zum anderen rächen sich die Höflinge an dem Narren, indem sie seine vermeintliche Geliebte entführen. Rigolettos Welt bricht zusammen und er sinnt auf blutige Rache. Diese misslingt auf grauenhafte Weise. Mit »Rigoletto« führte der 38-jährige Verdi seine radikal von der Theatralität statt von der musikalischen Konvention ausgehende Opernästhetik zu einem Höhepunkt.

 

In nur 40 Tagen, so will es die Legende, habe Verdi die erste seiner später mit »Il Trovatore« und »La Traviata« zur »trilogia popolare« zusammengefassten Opern komponiert, in denen er gesellschaftliche Außenseiter als tragische Figuren in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Victor Hugos sofort nach der Uraufführung verbotenes Versdrama »Le Roi s’amuse«, das in der Tradition des nachrevolutionären französischen Volkstheaters steht, diente Verdi als Vorlage. Von ihm übernahm er auch den grellen Kontrast von Naivität und Grausamkeit, der die Dramaturgie seines »Rigoletto« charakterisiert.

 

Rigoletto im Ballkleid: Barrie Kosky inszeniert Verdis Oper als ein groteskes Scherzo zwischen Phantasie und Psychologie – als Alptraum eines eifersüchtigen Vaters.

 

Musikalische Leitung ... Patrick Lange

Inszenierung ... Barrie Kosky

Bühnenbild und Kostüme ... Alice Babidge

Dramaturgie ... Ingo Gerlach

Chöre ... Robert Heimann

Licht ... Franck Evin

 

Der Herzog von Mantua ... Hector Sandoval

Rigoletto ... Bruno Caproni

Gilda ... Julia Novikova

Monterone / Sparafucile ... Dimitry Ivashchenko

Graf von Ceprano / Gerichtsdiener ... Ingo Witzke

 

Weitere Aufführungen

 

06. | 26. | 30. September

04. | 14. | 18. | 23. Oktober

07. | 14. November

10. | 16. | 22. | 28. Dezember

03. | 10. Januar

13. Juli

Maddalena / Giovanna / Page ... Christiane Oertel

Marullo ... Mirko Janiska

Matteo Borsa ... Christoph Späth

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑