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URAUFFÜHRUNG! Milo Rau: „Orest in Mossul“ im Schauspielhaus BochumURAUFFÜHRUNG! Milo Rau: „Orest in Mossul“ im Schauspielhaus BochumURAUFFÜHRUNG! Milo Rau: ...

URAUFFÜHRUNG! Milo Rau: „Orest in Mossul“ im Schauspielhaus Bochum

Premiere Fr, 17.05.2019, 19:30 Uhr

Mord, Blut, Rache. Endlos. Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie, seine Frau Klytaimnestra tötet ihn und wird wiederum vom eigenen Sohn ermordet. Ist das wirklich der Gründungsmythos der westlichen Zivilisation? Der Schweizer Regisseur Milo Rau, vielfach preisgekrönt, verbindet in Orest in Mossul antike Tragödie mit aktuellen politischen Konflikten. Mit einem internationalen Ensemble inszeniert er eine Orestie unserer Zeit, geprobt und inszeniert in Europa und im Irak. Und fragt: Ist es möglich, die scheinbar nicht endende Kette der Gewalt zu durchbrechen?

 

Copyright: NT Gent

Was unterscheidet Orest in Mossul von anderen Orestien?
Milo Rau: Unser internationales Ensemble und unser Blick auf das Thema. 2016 war ich im Nordirak in der völlig zerstörten Stadt Sindschar. Es war, als wäre man gleichzeitig in einem Fernsehbild und in einem klassischen Epos. Da entstand die Idee, Aischylos‘ antike Orestie für unsere Zeit zu inszenieren. Wie können die Parteien im syrisch-irakischen Bürgerkrieg wieder friedlich miteinander leben? Das ist doch die alte Frage der Menschheit: Wie lässt sich ein Vergehen sühnen, ohne dass wieder neue Gewalt provoziert wird.

Siehst du eine Lösung?
Milo Rau: Bei Aischylos kann nur die Göttin Athene die Gewalt stoppen: Sie bietet den Rachegöttinnen einen Platz in der Gesellschaft an. Einschluss statt Ausschluss. Umarmung statt Hass. Aber was tun wir mit Dschihadisten, wenn der IS überwunden ist und sie in ihre irakischen Dörfer (oder nach Europa) zurückkehren? Es gibt Kämpfer in aller Welt, die aus Kriegen heimkehren. Wie können sie wieder „zivilisiert“ werden?

Wie entsteht die Aufführung?
Milo Rau: Wir proben in mehreren Phasen. Ein Teil des Projekts wird auch in Mossul im Irak entstehen: in einer Kaserne von Peschmerga in Kurdistan, in Zusammenarbeit mit lokalen Kämpfern, Dichtern und Einwohnern. Filmaufnahmen von dort werden auch Teil der Aufführung werden.

    Eine Produktion von Schauspielhaus Bochum und NTGent
    In Koproduktion mit Tandem Arras-Douai
    Gefördert vom Romaeuropa Festival

Gespielt wird die Aufführung im Original in niederländischer, arabischer und englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

    Text: Milo Rau und Ensemble nach Aischylos
    Niederländisch, Arabisch und Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln
 

Regie: Milo Rau

Mit: Duraid Abbas Ghaieb, Susana AbdulMajid, Elsie de Brauw, Risto Kübar, Johan Leysen, Bert Luppes, Marijke Pinoy, Suleik Salim Al-Khabbaz, Saif Al-Taee, Firas Atraqchi, Nabeel Atraqchi, Zaidun Haitham, Rabee Nameer, Baraa Ali, Khalid Rawi, Khitam Idress, Rayan Shihab Ahmed, Hathal Al-Hianey, Mustafa Dargham, Younis Anad Gabori, Ahmed Abdul Razzaq Hussein, Abdallah Nawfal, Mohamed Saalim, Hassan Taha

Sa, 18.05.
19:30
+ 18:45 Einführung
So, 19.05.
17:00
Mi, 22.05.
19:30
+ 18:45 Einführung
Do, 23.05.
19:30
Fr, 24.05.
19:30
+ 18:45 Einführung
So, 26.05.
17:00
+ 16:15 Einführung
Di, 28.05.
19:30
+ 18:45 Einführung

 

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