Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Lars Werner erhält den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ 2018 für sein Stück WEISSER RAUMLars Werner erhält den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und...Lars Werner erhält den...

Lars Werner erhält den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ 2018 für sein Stück WEISSER RAUM

offizielle Preisverleihung am 11. Oktober 2018

die Messe und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder) und die Stadt Frankfurt (Oder) haben den Preisträger des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2018“ bekannt gegeben. In diesem Jahr geht die renommierte Auszeichnung an Lars Werner, Jahrgang 1988, für sein Stück WEISSER RAUM. Der Kleist-Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert und mit einer Uraufführungsgarantie verbunden.

 

Copyright: Lars Werner Nicolas Lehni

Die offizielle Preisverleihung mit der Laudatio von Armin Petras und die Frankfurter Premiere der Uraufführungsinszenierung, produziert vom Théâtre National du Luxembourg in Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) und den Ruhrfestspielen Recklinghausen in der Regie von Anne Simon, finden zur Eröffnung der diesjährigen Kleist-Festtage am 11. Oktober 2018 statt. WEISSER RAUM wird am 7. Juni 2018 im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen uraufgeführt.

In der Jury-Begründung heißt es: Mit schonungsloser Genauigkeit zeigt der Dresdner Autor Lars Werner in seinem Stück WEISSER RAUM eine Welt, in der Rechtspopulismus den Alltag bestimmt. In schlichten, höchst präzisen Dialogen entstehen Figuren, deren Sprache vertraut und gleichermaßen abstoßend ist. Es ist die Nähe zu den Menschen am Boden der Gesellschaft, die sich – im Versuch nicht ganz abzurutschen – an ihren äußersten Rändern festhalten. Und Lars Werner gibt ihnen Raum, ohne sie zu entschuldigen oder zu verurteilen. Ein gefährlicher, verstörender und kontroverser Text, dessen Aktualität eine Bereicherung für das Theater ist. Lars Werner ist ganz nah ran gegangen an die ganz anderen. (Florian Vogel, Vorsitzender der Jury)

Zur Person: Lars Werner wurde 1988 in Dresden geboren. Er studierte Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leizpig und Sculpture am Camberwell College in London. In Leipzig betrieb er mit Freunden die Kunst- und Musikräume Goldener Buergersteig und nullunendlich und war Teil des Künstlerkollektivs Many People. Das Studium der Medienkunst schloss er 2016 bei Clemens v. Wedemeyer in der class for expanded cinema mit der Inszenierung seines Stückes Clone Artists am Schauspiel Leipzig ab. Von 2014 - 2018 war Lars Werner Student des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste Berlin. Seit 2015 organisiert er zusammen mit Eva Hüster die Szenische Lesereihe Glanzoderharnisch, die an wechselnden Orten in Berlin, unter anderem bei der P14-Volksbühne, läuft. Von 2016 - 2017 war Lars Werner Stipendiat der Contemporary Arts Alliance Berlin - zusammen mit Philipp Gärtner, mit dem er auch Gärtners Text Der Tod und das Internet inszenierte. Das Stück lief im Lab Frankfurt, dem BAT Studiotheater und dem Deutschen Theater in Berlin.

Lars Werners Stücke liefen, meist in Werkstattinszenierungen, bisher an folgenden Häusern: Deutsches Theater Berlin, P14-Volksbühne, Ballhaus Ost und Hans Otto Theater Potsdam.

Im Oktober 2017 eröffnete Lars Werner unter dem Dach der Kulturstätte Zukunft am Ostkreuz das Berliner Ringtheater. Das Theater widmet sich verstärkt neuer Dramatik, sowie neuen performativen Formen und hat eine kollektive Organisationsstruktur.

Lars Werner lebt und arbeitet in Berlin.

Zur Bekanntgabe des diesjährigen Gewinners dieses wichtigsten Nachwuchspreises für deutschsprachige Bühnenautorinnen und -autoren sprach Florian Vogel, Künstlerischer Leiter am Kleist Forum und Vorsitzender der Jury des Kleist-Förderpreises.

Seit 1996 vergeben die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum, die Ruhrfestspiele Recklinghausen und die Dramaturgische Gesellschaft jährlich den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“. Anwärterinnen und Anwärter, die bei Einsendeschluss nicht älter als 35 Jahre alt sind, können sich mit noch nicht uraufgeführten Theatertexten bewerben.

Für den 23. „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2018“ wurden 107 Manuskripte eingereicht. Das Durchschnittsalter der Bewerberinnen und Bewerber betrug 30,7 Jahre. Das Verhältnis der eingegangenen Bewerbungen von Autorinnen und Autoren war ausgeglichen.
 

Die Jury setzte sich folgendermaßen zusammen:

  • Florian Vogel, Vorsitzender der Jury
  • Armin Petras, Autor und Intendant
  • Harald Wolff, Vorsitzender Dramaturgische Gesellschaft
  • Natalie Driemeyer, Dramaturgische Gesellschaft
  • Markus Derling, Beigeordneter für Kultur, Stadt Frankfurt (Oder)
  • Franz Peschke, Ruhrfestspiele Recklinghausen
  • Ruth Heynen, Dramaturgin Théâtre National du Luxembourg
  • Petra Thöring, Freie Dramaturgin
  • Anette Handke, Kleist-Museum Frankfurt (Oder)


Der mit 7.500 Euro dotierte Preis gilt als Wegbereiter vieler, mittlerweile international renommierter Autorinnen und Autoren. Neben dem Preisgeld erfahren die Preisträgerinnen und Preisträger vor allem durch die Uraufführungsgarantie des ausgezeichneten Stücks eine größtmögliche Förderung.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 22 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑