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Maxim Gorki, ‹Wassa Schelesnowa›, Burgtheater Wien

Premiere am 22. Oktober 2015, Beginn: 19.30 Uhr. -----

„Mütter sind alle erstaunlich. Große Sünderinnen und große Dulderinnen.“ Wassa Schelesnowa ist die tatkräftige Unternehmerin eines Familienbetriebes, der in Turbulenzen gerät. Ihr Mann, ein Säufer und Betrüger, liegt seit Monaten im Sterben.

 

Ihre Kinder und Schwiegerkinder, eine missratene „Brut“, die nur auf das Erbe, den eigenen materiellen Vorteil bedacht ist, bekriegen einander. Die Angst vor dem materiellen Niedergang bestimmt das Tagesgeschäft - alle haben ihre Seelen längst verkauft.

 

Wassa Schelesnowa ist eine Mutter, deren Mutterliebe grausam und selbstsüchtig sein kann. Eine Mutter, die aus Angst um die Zukunft um den familiären Zusammenhalt kämpft und so ihre Herrschaft festigt. Und sie ist eine der letzten Kämpferinnen in einer vom Kapitalismus deformierten Endzeitgesellschaft. Eine freudlose Atmosphäre herrscht in ihrem Haus, durchbrochen von irrwitzigen Ausbrüchen der Bewohner, erotischer Besessenheit, berührender Verzweiflung.

 

„Sie sind imstande, mit dem eigenen Sohn als Spaten die Erde umzugraben, wenn es Ihnen nur Geld bringt ...“

 

Maxim Gorki schrieb seine erste Fassung der Wassa Schelesnowa 1910, unter dem Eindruck der blutig niedergeschlagenen ersten russischen Revolution von 1905. Der als „Petersburger Blutsonntag“ in die Geschichte eingegangene 22. Jänner 1905 bildete den Beginn eines Aufstandes im russischen Reich. Eine friedliche Demonstration wurde zusammengeschossen, eine Radikalisierung und Mobilisierung der Bevölkerung folgte. Obwohl sogar Lenin zur Unterstützung dieser Bewegung aus dem Ausland zurückkehrte, gelang es der Restauration und den Truppen des Zaren Nikolaus II., „Ruhe und Ordnung“ wieder herzustellen. Eine trügerische Ruhe.

 

Regie: Andreas Kriegenburg

Bühne: Harald B. Thor

Kostüme: Andrea Schraad

Licht: Friedrich Rom

Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer

 

Wassa Petrowna Schelesnowa

Christiane von Poelnitz

 

Anna, ihre Tochter

Andrea Wenzl

 

Semjon, ihr Sohn

Martin Vischer

 

Pavel, ihr Sohn

Tino Hillebrand

 

Natalja, Semjons Frau

Frida-Lovisa Hamann

 

Ljudmila, Pavels Frau

Aenne Schwarz

 

Prochor Schelesnowa, Bruder von Wassas Mann

Peter Knaack

 

Michailo Wassiljewitsch, Vater von Ljudmila

Dietmar König

 

Dunječka, eine entfernte Verwandte der Schelesnowa

Sabine Haupt

 

Lipa, Dienstmädchen

Alina Fritsch

 

Samstag, 24.10.2015 | 19.30 UhrBurgtheater

Dienstag, 27.10.2015 | 19.30 UhrBurgtheater

Freitag, 30.10.2015 | 19.30 UhrBurgtheater

 

November

Montag, 02.11.2015 | 19.30 UhrBurgtheater

Donnerstag, 05.11.2015 | 19.30 UhrBurgtheater

Freitag, 13.11.2015 | 20.00 UhrBurgtheater

Sonntag, 15.11.2015 | 19.00 UhrBurgtheater

Sonntag, 29.11.2015 | 19.00 UhrBurgtheater

 

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