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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin: "Illusionen" von Iwan Wyrypajew

Premiere 1. September 2012, 19.30 Uhr, E-Werk. -----

Vier Schauspieler lassen in diesem zeitgenössischen Stück die Erinnerungen alter Menschen lebendig werden. Sie tauchen ein in die Lebensgeschichten zweier Paare, die miteinander verstrickt sind. Danny und Sandra, Margret und Albert, alle um die achtzig, blicken auf lange Ehen und tiefe Freundschaften zurück.

Auf dem Sterbebett dankt Danny rührend Sandra für ihre Liebe und Aufrichtigkeit. Sandra gesteht kurz vor ihrem Tod hingegen Albert, im Grunde nur ihn geliebt zu haben, woraufhin Albert schlagartig in Liebe zu Sandra entflammt, was er seiner Frau auch gleich in aller Ehrlichkeit erzählt. Wie reagiert Margret? Und was hat das alles mit der fliegenden Untertasse zu tun?

 

Die Spieler offenbaren, korrigieren und isolieren Splitter aus Biographien. Die virtuose Verschachtelung von Erzähl- und Darstellungsebenen ist dabei so lustvoll spielerisch wie klug konstruiert. Denn das Leben lässt sich nicht als einheitliche Geschichte erzählen. Jede Wahrheit ist auch stets eine Entscheidung, jede Erinnerung vielleicht auch Erfindung. Nicht Lebensdaten formen Identität, sondern Gefühle. Und mit Gefühlen kennt sich das Theater aus, ebenso wie mit Lügen. Bei aller Spielerei glimmt in diesem sehr außergewöhnlichen und epischen Stück stets die konkrete Sehnsucht nach einer absoluten Wahrheit von Liebe auf.

 

Iwan Wyrypajew, 1974 in Sibirien geboren, ist einer der wichtigsten Dramatiker seiner Generation. Er studierte Regie und gründete 1998 das Theaterstudio „Spielraum“. Mit seiner Truppe arbeitet Wyrypajew seit fast zwölf Jahren in Moskau als Autor, Regisseur und Schauspieler am „Zentrum Neues Drama: Theater.doc“ und wurde zu verschiedenen internationalen Festivals eingeladen, u.a. nach Frankreich, England und zu den Wiener Festwochen. Für seine Stücke wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er den renommierten „Cyprian Kamil Norwid Kunstpreis“.

 

aus dem Russischen von Stefan Schmidtke

 

Inszenierung, Bühne und Kostüme: David Czesienski und Robert Hartmann (Prinzip Gonzo)

David Czesienski und Robert Hartmann vom Regie-Kollektiv „Prinzip Gonzo“ studierten Schauspielregie an der renommierten Ernst-Busch-Schule und inszenierten bereits am Berliner Maxim Gorki Theater sowie am Neuen Theater in Halle.

 

Mit Brit Claudia Dehler

Lucie Teisingerova

Bernhard Meindl

Sebastian Reusse

 

Die nächsten Termine & Tickets:

Sa, 1. September 2012, 19.30 Uhr, E-Werk

So, 2. September 2012, 18.00 Uhr, E-Werk

Sa, 8. September 2012, 19.30 Uhr, E-Werk

Sa, 15. September 2012, 19.30 Uhr, E-Werk

 

 

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