Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"MOLIÈRE oder Die Verschwörung der Heuchler" von Michail Bulgakow im Schauspiel Leipzig "MOLIÈRE oder Die Verschwörung der Heuchler" von Michail Bulgakow im..."MOLIÈRE oder Die...

"MOLIÈRE oder Die Verschwörung der Heuchler" von Michail Bulgakow im Schauspiel Leipzig 

Premiere 26.4.2008, 19.30 Uhr im Schauspielhaus

 

Spannung herrscht im Palais-Royal, als der Vorhang fällt: Wird dem König das neue Stück gefallen? Nach der jahrelangen Tingelei über die Dörfer ist Molière mit seiner Theatertruppe endlich in der Hauptstadt Frankreichs angekommen und spielt vor den höchsten Kreisen.

Und er hat Erfolg, denn seine Komödien sind nicht nur witzig, sie nehmen auch die Eigenarten und Scheinheiligkeiten der höfischen Gesellschaft aufs Korn. Mit seiner Satire Der Tartuffe fordert er indes eine der mächtigsten Interessensgemeinschaften im Staat des Sonnenkönigs heraus: die Kirche. Vor allem dem Erzbischof von Paris ist der kritische Geist des Theatermachers ein Dorn im Auge. Und König Ludwig XIV. ist ein unberechenbarer Patron: Zwar schützt er Molière zunächst vor den Angriffen der Kirchenleute und lässt ihn den Tartuffe spielen, doch hat er jederzeit die Macht, über Molières Schicksal zu verfügen und ihm seine Gunst zu entziehen.

 

Auch im Inneren der Schauspieltruppe droht Unheil: Molière will Armande, die Schwester seiner langjährigen Geliebten und ersten Schauspielerin Madeleine Béjart, heiraten, trotz der Gerüchte, dass Armande in Wahrheit ihr uneheliches Kind ist und damit möglicherweise seine eigene Tochter. Noch Jahre später werden ihm diese Gerüchte zum Verhängnis … Am Ende muss Molière erkennen, dass sein Vertrauen auf die Gunst des Königs ihn getäuscht hat.

 

Bulgakow hat mit seinem Stück auch die eigene Situation gegenüber der stalinistischen Zensur reflektiert und wirft eine grundsätzliche Frage auf: Geht die Kunst nach Brot oder kann der Künstler riskieren, sich den Mächtigen entgegenzustellen?

 

Regie: Wolfgang Engel

Bühne: Horst Vogelgesang

Kostüme: Katja Schröder

Musik: Thomas Hertel

Dramaturgie: Cornelia Steinwachs

 

Es spielen: Jana Bauke, Ellen Hellwig, Silvia Weiskopf, Thomas Dehler, Friedhelm Eberle, Thomas Huber, Matthias Hummitzsch, Dieter Jaßlauk, Stefan Kaminsky, Gilbert Mieroph, Aleksandar Radenkovic, Martin Reik und Simon Werner

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑