Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Münchner Kammerspiele, Uraufführung der Stückentwicklung „Bayerische Suffragetten“ von Jessica Glause und Ensemble Münchner Kammerspiele, Uraufführung der Stückentwicklung „Bayerische...Münchner Kammerspiele,...

Münchner Kammerspiele, Uraufführung der Stückentwicklung „Bayerische Suffragetten“ von Jessica Glause und Ensemble

Sonntag, den 27.06.2021 um 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Vor 120 Jahren war München eine absolute Hochburg der Frauenbewegung. Gerade viele Künstlerinnen wie Anita Augspurg und Sophia Goudstikker und ihr legendäres Fotoatelier Elvira, aber auch viele Schriftstellerinnen wie Gabriele Reuter, Carry Brachvogel oder Helene Böhlau standen an ihrer Spitze. „Bayerische Suffragetten“ ist eine Collage aus historischer Erzählung, aus Zitaten der Frauen aus ihren Romanen, Reden oder Briefen, aus sehr persönlichen Texten der Spieler*innen zu ihren Figuren. Die fast vergessenen Geschichten dieser Frauen werden so zurück in die Gegenwart gebracht.

 

Copyright: Julian Baumann

Wir würden in einer anderen Stadt leben, hätten mehr Leute der Münchner Frauenbewegung vor 120 Jahren zugehört. Die damaligen Münchnerinnen stellen die bisher gültige Ordnung radikal in Frage, wollen berufstätig sein (und Mutter), kämpfen für „Bildung, Gesundheit und Recht“, obwohl es ihnen verboten ist, sich politisch zu organisieren. Mit Lust und Leidenschaft erkunden die Frauen, was es heißen könnte, eine „Persönlichkeit“ zu haben und erzählen selbst in Romanen und Theaterstücken: Über lebensgefährliche Geburten, gewaltvolle Väter und Ehemänner, aber auch über berufstätige Frauen, die freiwillig „alte Jungfern“ werden oder über Liebe zu dritt. Skandale sind vorprogrammiert.

Der erste bayerische Frauentag 1899 ist ein Höhepunkt und zugleich ein Wendepunkt. Immer wieder stockt die Bewegung, werden Errungenschaften vergessen, werden die Arbeiterinnen von den Bürgerinnen vergessen, stehen sich die Frauen selbst im Weg. Die Nazis vernichten das Erbe der ersten Frauenbewegung schließlich gründlich, aber auch im kollektiven Gedächtnis der Stadt heute haben diese Frauen keinen Platz. „Bayerische Suffragetten“ hat es nie gegeben, aber mit diesem Stück erfinden und erforschen wir die Freundinnenschaft von gestern, um Netzwerke und Role Models für morgen zu befeuern.

Bayerische Suffragetten
Eine Stückentwicklung zur Geschichte der Münchner Frauenbewegung
von Jessica Glause und Ensemble

Regie: Jessica Glause
Dramaturgie: Viola Hasselberg
Bühne: Jil Bertermann
Kostüme: Aleksandra Pavlović
Musik: Eva Jantschitsch

Ensemblemitglieder: Katharina Bach, Svetlana Belesova, Julia Gräfner, Thomas Hauser, Jelena Kuljić, Anna Gesa-Raija Lappe, Annette Paulmann, Edith Saldanha, Lucy Wilke, Luisa Wöllisch

Karten:  Die Karten können telefonisch unter 089-233 96600 (Montag-Samstag von 11-19 Uhr) oder online unter folgendem Link www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/44-bayerische-suffragetten  gebucht werden.

Weitere Informationen zu der Inszenierung finden Sie unter:

www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/44-bayerische-suffragetten

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑