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"Mutter Courage und ihre Kinder" - Eine Chronik aus dem Dreissigjährigen Krieg von Bertolt Brecht im Theater Pforzheim

Premiere — 14. November 2015, 19:30 im Großen Haus. -----

„Ich lass mir den Krieg von euch nicht madig machen. Es heißt, er vertilgt die Schwachen, aber die sind auch hin im Frieden. Nur der Krieg nährt seine Leute besser.“ Mit dieser fragwürdigen Philosophie schlägt sich Anna Fierling, genannt Mutter Courage als Marketenderin entlang der Schlachtfelder des Dreißigjährigen Kriegs durch.

Überlebensnot kompensiert sie durch raffinierten Handel und erzielt dabei zwischenzeitlich sogar wirtschaftlichen Erfolg. Doch der Kriegsgewinn fordert seinen Tribut: Ihr Sohn Schweizerkas wird auf der Flucht erschossen. Als ihre stumme Tochter Kattrin schließlich bedingungslos gegen den Krieg aufbegehrt und die Stadt vor einem Angriff warnen will, kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, der Mutter Courage jedoch keineswegs davon abhält, dem Krieg weiter zu dienen…

 

Bertolt Brecht hat 1939 auf der Flucht vor den Nazis mit seinem Stück „Mutter Courage und ihre Kinder“ die Sinnlosigkeit des Krieges in Bildern thematisiert, wie sie einprägsamer kaum sein könnten. Seine Titelfigur durchlebt einen tragischen menschlichen Konflikt; stets mitfühlend für ihre eigenen Kinder, agiert sie mitunter aus purem Überlebenswillen, kann dabei jedoch auch dem Reiz des Kriegsgewinns nicht widerstehen. Die neue Theaterleitung möchte sich dem in Pforzheim seit längerem schon nicht mehr gespielten Dramatiker Bertolt Brecht gezielt wieder annähern und ihn auch jungen Menschen in den Schulen von Stadt und Region näherbringen. Vor dem Hintergrund von Kriegsauswirkungen etwa in Syrien, Afghanistan, Irak oder auch anderswo auf der Welt wird Brechts ebenso aufwühlende wie wachrüttelnde Parabel in einer aktuellen Neuinszenierung gezeigt. Sie durchleuchtet neben menschlichen Schicksalen die These des Dramatikers, dass Kriege auch in unserer Zeit noch immer als Fortführung von Geschäften mit anderen Mitteln zu brandmarken sind.

 

Musik von Paul Dessau

 

Inszenierung — Tilman Gersch

Musikalische Leitung — Frank Rosenberger

Bühnenbild und Kostüme — Andreas Auerbach

Dramaturgie — Peter Oppermann / Barbara Wendland

 

Besetzung:

 

Mutter Courage — Joanne Gläsel

Kattrin, ihre stumme Tochter — Konstanze Fischer

Eilif, der ältere Sohn — Sergej Gößner

Schweizer Kas, der jüngere Sohn / Ein Bauer — Henning Kallweit

Der Feldwebel / Der Feldhauptmann / Ein anderer Bauer — Tobias Bode

Ein anderer Feldwebel / Der Werber / Der Fähnrich — Timo Beyerling

Der alte Obrist — Fredi Noel

Der Feldprediger — Hanns Jörg Krumpholz

Der Koch — Jens Peter

Die Bäuerin — Antonia Schirmeister

Yvette Pottier — Lilian Huynen

 

Badische Philharmonie Pforzheim

 

Eine Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

 

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