Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Nach Europa / Über das Meer" im Salzburger Landestheater "Nach Europa / Über das Meer" im Salzburger Landestheater "Nach Europa / Über das...

"Nach Europa / Über das Meer" im Salzburger Landestheater

Premiere Do, 05. Februar 2015, 19.30 Uhr, Kammerspiele. -----

»Nach Europa« - Nach dem Roman »Drei starke Frauen« von Marie Ndiaye

»Über das Meer« - Nach der Reportage »Mit Syrern über das Meer nach Europa« von Wolfgang Bauer

Wer sind die Menschen, die davon träumen hier zu leben? Wer sind sie, die wir mit Drohnen, Nachtsichtgeräten, Unterwasserkameras, Internierungslagern, Tränengas und Gummigeschossen davon abhalten wollen, die lebensgefährliche Reise zu uns anzutreten? Wer sind sie, deren Gesichter meist nur im Zusammenhang mit Katastrophenmeldungen in unser Blickfeld treten? Ist es uns überhaupt möglich, ihre Perspektive einzunehmen?

 

Am Salzburger Landestheater stellt Intendant Carl Philip von Maldeghem den bewegenden Text der 1967 in Frankreich geborenen Autorin Marie NDiaye (die für »Drei starke Frauen« mit dem Prix Goncourt, einem der wichtigsten Literaturpreise Frankreichs, ausgezeichnet wurde) und die Reportage von Wolfgang Bauer ins Zentrum einer theatralen Auseinandersetzung mit dem großen Thema der Migration und der Sehnsüchte des Völkerwanderns in und nach Europa.

Nach Europa

 

Eine senegalesische Frau wird von ihrer Familie nach Europa geschickt. Schlepper bringen sie an die Küste, doch das Boot ist nicht seetüchtig. Am Strand lernt sie einen jungen Mann kennen, der ihr zu einem falschen Pass verhilft. Gemeinsam treten sie eine Odyssee über den afrikanischen Kontinent an. Nach Europa.

Über das Meer

 

Der Journalist Wolfgang Bauer begleitete eine Gruppe syrischer Männer bei dem Versuch von Ägypten aus über das Meer nach Europa zu gelangen. Diese hatten etwas genauere Vorstellungen von ihrem Ziel und, Angehörige der Mittelschicht, auch die nötigen Geldmittel zur Verfügung. Trotzdem wird die »Reise« zum Albtraum ihres Lebens: sie sind plötzlich vogelfrei und werden abhängig von Menschenhändlern, die von Syrien bis Dänemark am Traum verzweifelter Menschen prächtig verdienen. Sie werden schon in Ägypten voneinander getrennt und müssen sich alleine durchschlagen. Nur der Journalist bekommt eine Abschiebung erster Klasse: mit einem europäischen Pass in Händen fliegt er über das Meer, das die anderen Mitglieder seiner Gruppe auf maroden Schiffen zu überqueren versuchen.

 

Die Stücke können auf Nachfrage einzeln gebucht werden.

 

Dauer »Nach Europa«: ca. 45 min

Dauer »Über das Meer«: ca. 60 min

 

Inszenierung Carl Philip von Maldeghem

Ausstattung Thomas Pekny

 

Mit Elisa Afie Agbaglah, Julienne Pfeil; Clemens Ansorg, Tim Oberließen, Christoph Wieschke

 

Termine 06.02. / 07.02. / 12.02. / 19.02. / 20.02. / 27.02. / 28.02. / 04.03. / 05.03.15

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑