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Nachwuchstheaterfestival FEUERTAUFE in Kiel

Neue Orte. Neue Stücke, 30. Mai – 5. Juni 2008

 

FEUERTAUFE ist ein Nachwuchstheaterfestival, das vom Theater Kiel inhaltlich erarbeitet wurde und organisatorisch betreut wird. FEUERTAUFE präsentiert neun Produktionen aus allen Sparten des Theaters Kiel an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt.

 

Es ist dabei in erster Linie ein Forum für junge Theatermacher: Die Stücke werden von Regiestudenten inszeniert, die Räume von Bühnenbildstudenten gestaltet. Neben Mitgliedern der Ensembles und des Orchesters des Theaters Kiel werden vor allem junge Nachwuchskünstler aus Hamburg, Lübeck, Berlin, Dresden und Kiel zum Einsatz kommen.

Das Festival bietet Raum für neue künstlerische Ausdrucksformen. Theater wird an theaterfremden Orten präsentiert, die Zuschauer mit innovativen Ästhetiken konfrontiert. Damit trägt Feuertaufe das Theater in die ganze Stadt.

 

Die Produktionen werden in einem Zeitraum von zwei Wochen erarbeitet. Es wird dabei bewusst auf den Charakter einer Werkstattinszenierung gesetzt.

 

Die Vorstellungen werden so disponiert, dass es für die Zuschauer möglich ist, innerhalb des Festivals alle Produktionen einmal zu besuchen.

 

theaterKiel in Zusammenarbeit mit:• der Theaterakademie Hamburg • der Musikhochschule Lü-beck• dem Ernst-Barlach-Gymnasium Kiel• der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Abteilung Tanz)• der Palucca Hochschule Dresden• der Schauspielschule Kiel / dem Schauspiel-studio Frese in Hamburg• der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Bühnenraumklasse Prof. Raimund Bauer

 

Die Stücke:

 

Fr | 30. Mai | 16 Uhr

So | 01. Juni | 11 Uhr

Mo| 02. Juni | 19 Uhr

Fischmarkthalle Kiel-Wellingdorf | Seefischmarkt, Gebäude Nr. 5

 

Lorenzo Ferrero (Textfassung: Nina Kupczyk)

LA FIGLIA DEL MAGO

Die Befreiung der Kinder von der Allmacht der Väter ist der mit spielerischer Leichtigkeit prä-sentierte "Kern" von Lorenzo Ferreros Kinderoper "La figlia del mago". - Aufruhr herrscht im "Opernland", denn der Prinz will eine Prinzessin heiraten, die aus einem "fremden Biotop" zu stammen scheint und auch noch ganz sonderbar ausschaut. Da legt der König von "Opernland" sein Veto ein, was wiederum den königlichen Vater der Prinzessin, der zudem noch ein Zauberer ist, auf den Plan ruft ...

 

Musikalische Leitung: Neil Fellows

Regie: Nina Kupczyk

Ausstattung: Steffen Lebjedzinski

Mit: Sen Akzeybek, Da Pan, Kyung-Won Yu

Gi-Hoon Cho (Musikhochschule Lübeck)

Joachim Quirin, Corina Gerlach, Tim Schulz

sowie dem Orchester des Ernst-Barlach-Gymnasiums Kiel

 

Sa | 31. Mai | 21 Uhr

Di | 03. Juni | 20 Uhr

Mi | 04. Juni | 21 Uhr

Backbord Bar im Hotel Maritim, Bismarckallee 2, Kiel

 

George Crumb

SONGS, DRONES AND REFRAINS OF DEATH

Als Klassiker der Avantgarde darf das kammermusikalische Stück des amerikanischen Kompo-nisten George Crumb (geb. 1929) gelten: "Songs, Drones and Refrains of Death" für Bariton, e-lektronische Instrumente und Schlagzeug auf Gedichte von Federico García Lorca, in denen Crumb die archaische Kraft der Todesvisionen Lorcas in eine ebenso experimentell wie surreal anmutende Tonsprache übersetzt. Alexander Fahima erfindet in seiner Inszenierung eine Famili-engeschichte, bei der sich Realität und Traumwahrnehmung bis zur Ununterscheidbarkeit vermi-schen.

 

Musikalische Leitung: Robert Krampe

Regie: Alexander Fahima

Ausstattung: Daniel Wollenzin

Gesang: Szymon Choinacki

Instrumentalisten der Musikhochschule Lübeck

 

Fr | 30. Mai | 20 Uhr

Sa | 31. Mai | 20 Uhr

So | 01. Juni | 20 Uhr

Flandernbunker am Hindenburgufer, Kiel

 

Aurelie Bauer / Stephan Ehrlich

FRAGMENTE

Das spartenübergreifende, zeitgenössische Projekt Fragmente verbindet zwei Choreografien von Studenten der renommierten Hochschule für Schauspielkunst

"Ernst Busch" Berlin ( Studiengang Choreografie und Kompositionen)

mit der Arbeit eines Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Studiengang Multimediale Komposition).Aurelie Bauer begibt sich mit Ihrem Stück "untransfered" auf die Suche nach einem Ausweg aus der Isolation des "Ichs" , während sich Stephan Ehrlich in seiner Choreografie "wasserlöslich" mit der Besonderheit des Individuums und der daraus resultieren-den spezifischen Wahrnehmung seiner Umwelt beschäftigt.

 

Choreografie: Aurelie Bauer, Stephan Ehrlich

Komposition / Video: Sergio Vasquez

Tanz: Aurelie Bauer, Yuka Kawazu

 

Fr | 30. Mai | 18 Uhr

Di | 3. Juni | 18 Uhr

Do | 5. Juni | 20 Uhr

Palette 6, Bergenring 2, Kiel-Mettenhof

 

Thomas Freyer

SEPARATISTEN

Eine Plattenbausiedlung. Viele Häuser stehen mittlerweile leer, nun soll das Viertel endgültig "abgewickelt" werden. Doch als die Abrissmaschinen anrollen, organisiert Johan die verbliebe-nen Bewohner, allen voran seinen Freund Alex, Günther vom "Sonneneck" und Anita von Edeka im bewaffneten Widerstand. Barrikaden werden errichtet, Nachtpatrouillen eingeteilt, die Kabel-anschlüsse gekappt. Keine Verdummung durch die Medien mehr, keine Bevormundung von au-ßen, kein Warenhandel, stattdessen autonome Selbstversorgung und -verwaltung. Vom Dach ei-nes Hochhauses beobachtet Rike das Geschehen. Sie hat die Plattenbausiedlung schon lange ver-lassen, dem Verschwinden ihrer Heimat jedoch trotzt auch sie mit der Vision eines Aufstandes.

SEPARATISTEN zeigt Menschen in der Revolte, die das Ausradieren ihrer

Biographie konsequent verweigern, die sich mit der Lethargie, die ihr Leben zu ersticken droht, nicht abfinden wollen und die unter den Trümmern einer vom Untergang bedrohten Welt beharr-lich ihre Utopien weiterverfolgen.

 

Regie: Alexander Riemenschneider

Ausstattung: Rimma Starodubzeva

Mit: Imanuel Humm, Almuth Schmidt (Schauspiel Kiel), Birger Frehse, Isabell Giebeler, Domi-nik Lindhorst (Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater)

 

Fr | 30. Mai | 20 Uhr

Mo | 2. Juni | 22 Uhr

Di | 3. Juni | 22 Uhr

Diskothek Weltruf, Lange Reihe 21-23, Kiel

 

Feridun Zaimoglu / Günter Senkel

SCHWARZE JUNGFRAUEN

Eine Jurastudentin, fleißig und engagiert, verehrt Osama bin Laden. Eine junge

Frau aus Bosnien steht zwischen ihrem Glauben und der Sehnsucht nach Liebe. Eine Schülerin provoziert mit ihren radikalen Ansichten und eine zum Islam konvertierte Christin wettert gegen Ausländer. SCHWARZE JUNGFRAUEN verdichtet Interviews mit jungen deutschen Muslimas

zu Monologen, in denen sich Alltagserfahrungen, innere Glaubenskriege und Garderobenfragen zu einem vielfach gebrochenen Bild muslimischen Lebens fügen.

Provozierend und direkt sprechen die Frauen über ihre Lebensentwürfe. Ein Selbstbewusstsein artikuliert sich, das nicht frei ist von Dummheit, Borniertheit und Stolz auf die falschen Dinge - das aber auch Reaktionen hervorruft, die im besten Falle der Beginn eines Dialoges sein könnten.

 

Regie: Kristina Ohmen

Ausstattung: Margarete Mast

Mit: Ellen Dorn (Schauspiel Kiel), Betty Freudenberg, Therese Rose (Theaterakademie Ham-burg, Hochschule für Musik und Theater), Christina Dobirr (Schule für Schauspiel Kiel)

 

Fr | 30. Mai | 22 Uhr

So | 1. Juni | 18 Uhr

Mi | 4. Juni | 20 Uhr

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für anorganische Chemie, Otto Hahn Platz 6

 

Xavier Durringer

DIE AUSGEGRENZTEN

DIE AUSGEGRENZTEN beleuchtet die Situation fremdstämmiger Franzosen aus verschiedenen Perspektiven: Der Vater als Einwanderer mit Visionen, der alles mit aufgebaut hat; sein Sohn und seine Tochter, die als Jugendliche in der zweiten Generation entwurzelt zwischen den kultu-rellen Identitäten zerrieben werden. Eine Situation, die ständig an die Grenze von gewalttätigen Ausbrüchen geht und sie nicht selten - wie in den Pariser Banlieues - überschreitet. Unorgani-sierte Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und gewalttätige Zusammenstöße zwischen Jugend-lichen sind Ausdruck der angespannten und frustrierenden Lage. Das Stück stellt Fragen, die sich um kulturelle Fremdheit, Integrationsschwierigkeiten und oberflächliche Assimilierung im Auf-nahmeland drehen. Zerrissen zwischen Liebe und Revolte, fordern die Figuren des Stückes eine Existenz in einer menschenfreundlicheren und toleranteren Gesellschaft ein. Im rasanten Wech-sel von Alltagssprache und poetischen Ausbrüchen entsteht so eine schonungslose Bestandsauf-nahme der multikulturellen Gesellschaft.

Regie: Franziska Henschel

Ausstattung: Eylien König

Mit: Zacharias Preen (Schauspiel Kiel), Orlando Klaus (Theaterakademie Hamburg, Hochschule

für Musik und Theater), Nina Müller (Schauspielstudio Frese Hamburg)

 

Fr | 30. Mai | 18 Uhr

Sa | 31. Mai | 18 Uhr

Mi | 4. Juni | 18 Uhr

Alte Gießerei, Grasweg 43, Kiel

 

Zinnie Harris

MITTWINTER

Das Niemandsland einer vom Krieg zerstörten Stadt. Winter. Am Himmel eine rotglühende Son-ne. Oder doch der Mond? Maud zerrt den Kadaver eines Pferdes hinter sich her. Es gibt kaum noch Essen. Ein alter Mann kommt, begleitet von einem kleinen Jungen. Beide haben Hunger. Maud tauscht das Pferd gegen das Kind, ihr eigenes ist gestorben. Plötzlich die Nachricht, dass der Krieg vorbei ist. Der alte Mann will das Kind zurück, doch Maud weigert sich. Ihr Ehemann kehrt heim, nach Jahren auf dem Schlachtfeld, wie alle Soldaten infiziert von einem rätselhaften Virus, der ihn langsam erblinden lässt. Sie hatte ihn längst tot geglaubt, seinen Ring geschickt bekommen - offenbar der eines anderen. Der Junge, sagt sie, sei beider Sohn. "Alles wird wieder normal", sagt sie, obwohl alles dagegen spricht. Nicht einmal sie selbst ist die, für die sie sich ausgibt. Das Stück beschreibt die zerstörerischen Auswirkungen des Krieges auf Identität, Fami-lie und Partnerschaft. Wie weit darf man gehen, um seinen privaten Schutzraum zu verteidigen?

 

Regie: Felix Rothenhäusler

Ausstattung: Johanna Fritz

Mit: Jennifer Böhm, Siegfried Jacobs, Ksch. Siegfried Kristen (Schauspiel Kiel), Jakob Leo Stark (Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater)

 

Fr | 30. Mai | 20 Uhr

Mo | 2. Juni | 20 Uhr

Do | 5. Juni | 18 Uhr

Flughafen Kiel, Boelckestraße 100, Kiel-Holtenau

 

Murat Kurnaz

FÜNF JAHRE MEINES LEBENS (URAUFFÜHRUNG)

2001 reist der 19jährige Murat Kurnaz, in Bremen geboren und aufgewachsen,

nach Pakistan, um eine Koranschule zu besuchen. Er ahnt nicht, welches Martyrium ihn erwartet, und dass er seine Familie über viele Jahre nicht wiedersehen wird. Kurz bevor er das Land wie-der verlassen will, wird er bei einer Sicherheitskontrolle festgenommen und von der pakistani-schen Polizei gegen 3000 Dollar Kopfgeld an die US-Streitkräfte verkauft. Er wird ins afghani-sche Kandahar gebracht, dort gefoltert, und kurz darauf ins Häftlingslager Guantanamo Bay auf Kuba geflogen. Bald finden die Amerikaner heraus, dass der junge Türke aus Bremen unschuldig ist - dennoch muss Murat Kurnaz mehr als 1600 Tage, also fünf Jahre seines Lebens, die Hölle von Guantanamo ertragen, zu der Isolationshaft, Verhöre, Folter, Käfighaltung und körperliche und psychische Misshandlungen gehören. Murat Kurnaz' Buch, das er nach seiner Rückkehr nach Deutschland geschrieben hat, ist Grundlage dieser theatralischen Untersuchung der Ge-schehnisse.

 

Regie: Nina Pichler

Ausstattung: Mokaa Bautz

Mit: Gerrit Frers, Felix Zimmer (Schauspiel Kiel), Stefan Haschke, Sebastian Moske, Gabriel Rodriguez (Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater)

 

Di | 03. Juni | 20 Uhr

Do| 05. Juni | 18 Uhr

Räucherei, Preetzer Straße 35, Kiel-Gaarden

 

Jörg Menke-Peitzmeyer

COME ON YOU BOYS IN BROWN

Chrissi ist St. Pauli-Fan durch und durch. Das Pauli-Trikot ist ihre zweite Haut und sie lebt für das nächste Spiel. Nur im Stadion findet sie Geborgenheit und Zuneigung und nur in der Ge-meinschaft lebt sie auf. Sie riecht nicht mehr das Bier und hört nicht mehr das Gegröle der Fans. Für sie ist es Musik. Dadurch kommt sie in der Schule nicht mehr klar und auch ihre Eltern schi-cken sie zu einem Psychiater, weil sie ihre Begeisterung für krankhaft halten.

Ein Stück über die große Leidenschaft Fußball, über ein Leben im Rausch von Spiel zu Spiel, dessen Kehrseiten Kontaktarmut und innere Leere sind.

Ein temporeiches und witziges Solo für eine junge Schauspielerin .

Das Stück war nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2006

 

Regie: Carola Unser

Mit: Gesa Boysen (Theater im Werftpark Kiel)

 

BUSTRANSFER

Das Kieler Publikum soll alle neun FEUERTAUFE-Produktionen sehen können. Um dies zu er-möglichen, stellt die Firma Autokraft für die Anfahrt zu den Vorstellungsorten Shuttle-Busse zur Verfügung.

Abfahrt der Busse ist jeweils ca. 30 min vor Vorstellungsbeginn ab

Opernhaus | Haupteingang, Rathausplatz

 

PREISE

1 Vorstellung _________ 8 Euro pro Karte

4 Vorstellungen ______ 7 Euro pro Karte

9 Vorstellungen ______ 6 Euro pro Karte

 

KARTENVORVERKAUF:

• Vorverkaufskassen des Theaters Kiel

• Telefonisch (0431) 901 901

• Im Internet auf www.theater-kiel.de

 

 

 

 

 

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