Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Netboy" von Petra Wüllenweber - Theater der Jugend in Wien"Netboy" von Petra Wüllenweber - Theater der Jugend in Wien"Netboy" von Petra...

"Netboy" von Petra Wüllenweber - Theater der Jugend in Wien

Premiere 22. April 2016, Theater im Zentrum, 1010 Wien, Liliengasse 3. -----

Netboy, was für ein sensationell toller Typ! – Die allseits beliebte Marie hat ihn im Social Web kennengelernt und ist von Anfang an fasziniert von seinen schlagfertigen und gleichzeitig sensiblen Antworten. Dass er für jede Situation auch noch locker das passende Kafka-Zitat in den Chat streut, macht ihn nur noch interessanter.

Netboy und Marie – das fühlt sich ganz so an, als kenne man sich schon seit Ewigkeiten persönlich.

Wenn man solche Freunde hat, dann steckt man die ständige Doppelexistenz auf Facebook und Co, Klassensprecherwahl, geschiedene Eltern etc. locker weg …

 

Als ihre beste Freundin Sarah ungerechtfertigt von der Chemielehrerin schikaniert wird, nimmt Marie Netboys neue Herausforderung an: Der Lehrerin muss ein Denkzettel verpasst werden. Doch das hat ungeahnte Folgen. Denn plötzlich tauchen Fotos von Marie im Netz auf, die sie auf frischer Tat zeigen, wie sie sich an besagter Lehrerin gerächt hat. Ein Shitstorm bricht los: Freunde, Klassenkameraden, Lehrer – alle können sehen, was sie getan hat. Für Marie beginnt ein ungeahnter Alptraum in dem sie Gefahr läuft, alles zu verlieren. Auf welche Freunde aus der "realen" Welt kann man sich eigentlich in so einem Moment verlassen? Gibt es noch irgendwo Halt, bevor es einem den Boden unter den Füßen endgültig wegfetzt? Wie diese Spirale nach unten aufhalten? – Und schließlich, wer ist eigentlich dieser ominöse Netboy, der sie in diese fatale Situation geschubst hat?

 

Auf ebenso spannende wie einfühlsame Art verfolgt die preisgekrönte Autorin Petra Wüllenweber das Thema Cybermobbing von seinen harmlosen Anfängen in der vermeintlichen Anonymität bis zu seinen sehr realen Folgen in der Wirklichkeit.

 

Petra Wüllenweber, 1971 in Saarbrücken geboren, studierte zwei Semester Germanistik an der Universität des Saarlandes und von 1992 bis 1996 Regie an der Theaterakademie in Ulm. Dort war sie Mitbegründerin und Regisseurin des Theater Zeitsprung. Anschließend war sie von 1997 bis 2000 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach beschäftigt. Seit Herbst 2000 arbeitet sie als freie Regisseurin unter anderem in Köln, Hildesheim, Linz und Heilbronn. Ihre Inszenierung der "Penthesilea" am Theater Regensburg wurde 2008 für den Bayerischen Theaterpreis nominiert, ebenso "Zweier ohne" am Theater Heilbronn für den Faustpreis 2014 in der Sparte Regie Kinder- und Jugendtheater.

 

Ihre Theaterstücke "Am Horizont" und "Zur Zeit nicht erreichbar" wurden für den Mülheimer KinderStückePreis 2010 bzw. 2012 nominiert. Für das Potsdamer Hans Otto Theater hat sie das Stück "Und morgen?" geschrieben, und im Frühjahr 2015 inszenierte sie am Theater für Niedersachsen in Hildesheim ihr eigenes Stück zum Thema Burnout: "Restglühen".

 

Frank Panhans, geboren 1966 in Greifswald, absolvierte die Theaterhochschule Leipzig und arbeitete als Schauspieler an Theatern in Frankfurt/Oder, Potsdam und Dresden. Als Mitglied des "Theaters des Lachens" gastierte er mehrere Male in Wien. Ab 1996 lebte er in Berlin, seit 2006 in Wien. Im Regiefach debütierte er am Carrouseltheater Berlin; mehrere äußerst erfolgreiche und teilweise preisgekrönte Inszenierungen am renommierten Grips Theater und anderen deutschen Bühnen (zum Beispiel am Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatsschauspiel Dresden) folgten. Frank Panhans wurde im Herbst 2007 für seine Inszenierung von "Cengiz und Locke" am Berliner Grips Theater in der Kategorie "Beste Theaterregie im Kinder- und Jugendtheater" mit dem deutschen Theaterpreis "Der Faust" ausgezeichnet.

 

2003 holte ihn das Theater der Jugend für seine erste Regiearbeit in Österreich nach Wien. Hier inszenierte er zahlreiche Stücke, u.a. "Geheime Freunde", "The London Eye Mystery", "Vorstadtkrokodile", "King A" und zuletzt "Schlagzeug im Kopf". Seit 2014 ist Frank Panhans Professor für Schauspiel an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

 

Regie: Frank Panhans

Ausstattung und Licht: Jan A. Schroeder

Video: Silke Pielsticker

Besetzung:

Marie Mieke Biendara

Sarah Anna Maria Rieser

Olaf Bernhard Georg Rusch

Maries Mutter Elisa Seydel

Maries Vater Frank Engelhardt

 

Weitere Vorstellungen: bis 27. Juni 2016

ab 11 Jahren

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 19 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑