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"Novecento. Die Legende vom Ozeanpianisten", Schauspiel von Alessandro Baricco, Städtische Theater Chemnitz

Premiere: 5. Dezember 2014, 20.00 Uhr im Schauspielhaus / Ostflügel. -----

Ein Schiffsbauch voller Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte: Amerika ist das Ziel! Wir befinden uns in den 1920er Jahren: Technischer Fortschritt auf der einen Seite, Inflation und prekäre Lebensverhältnisse auf der anderen.

 

Der Ozeandampfer „Virginia“ ist eine schwimmende Stadt, ein Mikrokosmos. Geladen hat er nicht nur die Reichen und Schönen der ersten Klasse, sondern auch die Verlierer, Taumelnden und Glückssuchenden. Mitten unter all jenen befindet sich die “Atlantic Jazz Band“. Sie spielt für alle. Und auch wenn die Gäste kommen und gehen, die „Atlantic Jazz Band“ bleibt. Novecento ist der Pianist der Band, und er ist der Beste. Seine Musik ist Leben pur. Obwohl er das Schiff, auf dem er geboren wurde und als Waise aufgewachsen ist, nie verlassen hat und es bis zu seinem Untergang auch nie verlassen wird, sind in seiner Musik die Farbigkeit und Schönheit, aber auch die Widersprüchlichkeit und die Abgründe der ganzen Welt enthalten.

 

In poetischen Bildern und Geschichten lässt Novecentos Freund und Mitglied der Band Tim Tooney nicht nur die goldenen Zeiten des Jazz wieder aufleben, sondern auch die eigentümliche und fantasievolle Welt von Danny Boodman T. D. Lemon Novecento, der die ganze Welt bereiste, ohne je in ihr gelebt zu haben. „Die Legende vom Ozeanpianisten“ ist ein eindringlicher Monolog über die Freundschaft, die Magie des Geschichtenerzählens und die Kraft der Fantasie.

 

Alessandro Baricco wurde 1958 in Turin geboren, studierte Philosophie und Musikwissenschaft und schrieb zunächst Musikkritiken für einige der größten italienischen Tageszeitungen und Magazine. Inzwischen ist er Mitherausgeber von Literaturzeitschriften und Mitarbeiter von „La Repubblica“. Bekannt wurde er durch seine Tätigkeit beim Fernsehen und seine Bestrebungen, ungeübten Lesern die Literatur näherzubringen, z. B. mit dem von ihm initiierten Literaturfestival „Totem“. Baricco arbeitet zudem in zahlreichen Projekten an der Verbindung von Literatur und anderen Medien wie etwa Film und Musik. 1994 gründete er zusammen mit Freunden die „Scuola Holden“, eine Privatuniversität, an der „Creative Writing“ gelehrt wird. Neben seinen Romanen hat er zahlreiche Essays und Erzählungen geschrieben. Schon für seinen Debütroman wurde er in Italien als hoffnungsvoller Jungautor gefeiert und mit zahlreichen Preisen bedacht. Neben seinem Theater-Monolog „Novecento“ („Neunzehnhundert“) machte ihn vor allem auch der Roman „Seta“ („Seide“) auf der ganzen Welt bekannt. Beide Werke wurden verfilmt („Die Legende vom Ozeanpianisten“ 1999).

 

„Novecento“ wurde 1994 unter der Regie von Gabriele Vacis beim Festival in Asti uraufgeführt. Mit dem Regisseur verbindet ihn seitdem eine enge Zusammenarbeit. Der Monolog zählt mittlerweile zu den einflussreichsten und erfolgreichsten postmodernen italienischen Theaterstücken.

 

Das Inszenierungsteam

 

Kathrin Brune (Regie) studierte Theaterwissenschaften und Philosophie in Wien und Berlin. Als Regie- und Dramaturgieassistentin war sie u. a. am Stadttheater Dortmund, bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel sowie am Volkstheater und am Schauspielhaus in Wien tätig. Ihre Berliner Inszenierungen von Kishons „Es war die Lerche“ und Schillers „Maria Stuart“ fanden große Beachtung. Für das Ekhof-Festival inszenierte sie 2012 mit großem Erfolg Carlo Gozzis „Turandot“. In diesem Jahr folgte „Was ihr wollt“. 2011-2013 war Kathrin Brune als Dramaturgin am Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz -Zittau engagiert. Dort inszenierte sie u. a. Jonas Gardells „Die Eisbären“. Seit der Spielzeit 2013/2014 gehört sie als Dramaturgin zum Leitungsteam des Schauspielhauses Chemnitz. In Chemnitz inszenierte sie in der letzten Spielzeit bereits „Hautnah“ und Ingrid Lausunds „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“.

 

Ricarda Knödler (Bühne und Kostüm) studierte Maskenbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, später Mode- und Kostümdesign an der „Burg Giebichenstein“ in Halle/Saale. Ricarda Knödler wohnt in Leipzig und arbeitet freiberuflich für eine Reihe von Theatern, z. B. das Staatstheater Kassel, das Staatstheater Schwerin, das Theater Chemnitz und das Theater Magdeburg. Für das Chemnitzer Schauspielhaus entwarf sie zuletzt die Kostüme für „Hedda Gabler“, „Romeo und Julia auf der Abbey Road“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“.

 

Übersetzt von Karin Krieger

 

Regie: Kathrin Brune

Bühne und Kostüm: Ricarda Knödler

 

mit: Philipp Otto (Tim Tooney)

 

Die nächsten Vorstellungen sind am 10., 13. und 19. Dezember, jeweils 20.00 Uhr.

 

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