Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schauspiel Köln: „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von KleistSchauspiel Köln: „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von KleistSchauspiel Köln: „Das...

Schauspiel Köln: „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist

Premiere am 28. Januar 2012 um 19.30 Uhr in der Halle Kalk. -----

Ein junger Spanier, Jeronimo Rugera, der in St. Jago, der Hauptstadt Chilis, als Hauslehrer des Edelmannes Henrico Asteron angestellt war, hat sich in dessen Tochter Donna Josephe verliebt und ist des Hauses verwiesen worden.

Die Tochter, die seine Liebe erwidert, wird vom Vater in ein Karmeliterkloster geschickt, wo das Liebespaar seine Beziehung heimlich fortsetzt. Donna Josephe wird schwanger und bekommt ihr Kind auf den Stufen der Kathedrale. Aufgrund der Schändung des Klosters werden beide eingekerkert und Donna Josephe zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Während Donna Josephe sich auf dem Weg zu ihrer öffentlichen Hinrichtungsstätte befindet und Jeronimo im Gefängnis den Entschluss fasst, sich das verhasste Leben zu nehmen, beginnt die Erde zu beben und legt die Stadt und ihre staatlichen, kirchlichen und juristischen Institutionen in Trümmer.

 

Donna Josephe mit ihrem Sohn und Jeronimo entkommen dem Chaos und fliehen vor die Tore der Stadt in die Natur, wo sie sich glücklich unter anderen Flüchtlingen wiederfinden. Nach der Katastrophe herrscht ein fast paradiesischer Zustand, alle Standesgrenzen scheinen aufgehoben. Als bekannt wird, dass in der Stadt ein Dankgottesdienst abgehalten wird, entschließen sich beide, mit ihrem Sohn daran teilzunehmen und gehen in eine neue, unerhörte Katastrophe.

 

Das Erdbeben von Lissabon aus dem Jahr 1755 erschütterte in Europa die Philosophen, Theologen und Schriftsteller der Aufklärung und stellte ihr Weltbild in Frage. Neben Voltaires »Candide oder der Optimismus« ist Kleists Erzählung, geschrieben 1807 vor dem Hintergrund der Französischen Revolution, rückgreifend auf das ähnlich verheerende Erdbeben in Santiago de Chile von 1647, die wohl radikalste Auseinandersetzung mit diesem historischen Weltbildbruch.

 

Es spielen Jan-Peter Kampwirth und Marie Rosa Tietjen, Tänzer: Philipp Gehmacher, Musiker: Leo Schmidthals

 

Regie: Laurent Chétouane,

Bühne: Matthias Nebel,

Musik: Leo Schmidthals,

Video: Tomasz Jeziorski,

Kostüme: Sanna Dembowski,

Dramaturgie: Jan Hein

 

Weitere Vorstellungen am 30. und 31. Januar

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑