Schauspielhaus Graz: "Einen Jux will er sich machen"; Posse mit Gesang von Johann Nestroy

PREMIERE am 14. Dezember, 19.30 Uhr, HAUS EINS

Wer wünscht sich das nicht: einmal dem Alltag entfliehen, alle Konventionen und Zwänge hinter sich lassen, für einen Moment ein anderer sein und Abenteuer erleben? Genau diese Sehnsucht veranlasst den braven, zuverlässigen Handlungsgehilfen Weinberl aus dem Ernst des Lebens auszubrechen, als sich ihm die Gelegenheit bietet: Sein Prinzipal, der Gewürzkrämer Zangler, reist in die Hauptstadt, um heimlich einer „Herzenssache“ nachzugehen. Inzwischen soll Weinberl das Geschäft bewachen, ehe ihn Zangler bei seiner Rückkehr zum Teilhaber befördern will.
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Angesichts dieser bevorstehenden restlosen Verhäuslichung – denn als Kompagnon wird er wohl kaum noch Zeit haben, das Geschäft zu verlassen – will Weinberl zumindest einmal in die große, weite Welt hinaus, ein „verfluchter Kerl“ sein, um später im geregelten Gewürzkrämerleben stolz auf dieses Abenteuer zurückblicken zu können. Gemeinsam mit seinem Lehrling Christopherl sperrt er deshalb heimlich den Laden zu und fährt ebenfalls nach Wien, um sich im Großstadtdschungel einen Jux zu machen. Doch die große, weite Welt ist oft kleiner als man denkt, und so laufen die beiden Abenteurer beinahe ihrem Dienstherrn in die Arme und taumeln auch sonst von einer Klemme in die nächste ...

Johann Nestroys 1842 entstandener Wirbel der Verkleidungen, Verwechslungen, der Scharaden und Verwicklungen besticht durch brillanten Sprachwitz und turbulente Situationskomik, entbehrt aber auch nicht der für ihn typischen satirischen Gesellschaftskritik. Denn auch in diesem Nestroy-Stück dreht sich schlussendlich alles ums Geld und um den Handel – alles ist Ware, selbst zwischenmenschliche Beziehungen.

Nach seiner Inszenierung von „Der Talisman“ widmet sich der Grazer Regisseur Dominique Schnizer diesmal der wohl berühmtesten Komödie Nestroys. Die junge österreichische Autorin Stefanie Sargnagel wird dafür sorgen, dass es den Couplets nicht an aktuellen, humorvoll-bissigen Bezügen mangelt.

Couplets von Stefanie Sargnagel

Regie     
Dominique Schnizer
Bühne und Kostüme    Christin Treunert
Musikalische Leitung    Bernhard Neumaier
Licht    Viktor Fellegi
Dramaturgie    Karla Mäder

Mit     
Zangler: Werner Strenger
Marie, dessen Nichte und Mündel: Maximiliane Haß
Weinberl, Handlungsdiener bei Zangler: Franz Solar
Christopherl, Lehrjunge bei Zangler: Clemens Maria Riegler
Frau Gertrude, Wirtschafterin bei Zangler: Elisabeth Wondrack
Melchior, ein vazierender Hausknecht: Rudi Widerhofer
August Sonders: Mathias Lodd
Madame Knorr, Modewarenhändlerin in der Hauptstadt: Anna Szandtner
Frau von Fischer, Witwe: Evamaria Salcher
Fräulein von Blumenblatt, Zanglers Schwägerin: Franz Xaver Zach
Dienstmädchen: Hanh Mai Thi Tran
Sowie: Jean-Paul Ledun, Matthias Ohner, Susanne Pink
Musiker: Daniel Fuchsberger, Elisabeth Koval, Bernhard Neumaier

weitere Vorstellungen am am 19., und 21. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 31. Dezember um 15.00 und 20.00 Uhr. Weiters am 8., 12. und 23. Jänner sowie 10. Februar um 15.00 Uhr und 14. Februar um 19.30 Uhr, HAUS EINS

Bild: Johann Nestroy

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